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Wii Fit U

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Beim Start des Spiels wird man gefragt, ob man sie Daten der VorgĂ€ngerspiele importieren möchte. SpĂ€ter ist das nicht mehr möglich. Danach wird man mit der schon bekannten Einleitung fĂŒr eine bessere Haltung eingefĂŒhrt. Nach Eingabe des Geburtsdatums und der GrĂ¶ĂŸe stellt man sich auf das BalanceBoard und es wird das Gewicht und der Schwerpunkt gemessen. Wenn man möchte wird danach mit dem Gamepad ein PortrĂ€tfoto gemacht, damit man merkt wie man sich im Laufe der Zeit verĂ€ndert. Die QualitĂ€t ist aber oft von den LichtverhĂ€ltnissen abhĂ€ngig. Aus GrĂ¶ĂŸe und Gewicht wird der BMI berechnet. Doch wenn es darum geht ein Ziel festzulegen, dĂŒrften sogar MagersĂŒchtige abnehmen. Danach darf man diesen Tag im Kalender stempeln. Nach und nach werden so mehr Stempeldesigns freigeschaltet, sodass es auch mehr gibt als beim VorgĂ€nger. Schade ist nur, dass man den Winkel nicht beeinflussen kann, da man statt mit der Remote nur durch Antippen stempelt. Die zufĂ€llig ausgesuchten zwei Übungen zur Bestimmung des körperlichen Alters sind meistens gleich geblieben: Stillstehen, Balancetest, Lauftest, Rechtecke mit dem Schwerpunkt treffen, Hindernissen mit dem Schwerpunkt ausweichen, auf einem Bein stehen und bestimmen ob die mittlere Zahl grĂ¶ĂŸer ist als die rechte. Neu hinzugekommen sind nur der Doppel-Balancetest mit dem Gamepad statt der Remote und Luftballon aufblasen ĂŒber das Mikrofon. Inzwischen bin ich auch schon Ă€lter geworden und kann jetzt festhalten, dass das körperliche Alter zwischen 20 und 90 schwanken kann, denn JĂŒngere erhalten meistens ihr aktuelles Alter. Wer fĂŒr den Körpertest nicht immer die CD einlegen möchte, kann sich aus dem Internet einen Quick-Start downloaden. Warum der nicht schon von vornhinein dabei ist, ist mir unklar, denn bei den VorgĂ€nger war es so.

Das Training teilt sich in die Bereiche Yoga, MuskelĂŒbungen, Aerobic, Balancespiele und – neu – Tanzen. Bei Yoga sind die 18 Übung gleich geblieben. Der einzige Unterschied ist, dass man nach dem ersten Absolvieren die Möglichkeit hat die Übung ohne ErklĂ€rung zu starten. Sonst hat man den Text ĂŒberspringen können. Auch die drei mit Wii Fit Plus hinzugekommenen Übungen Balance-BrĂŒcke, Seitschritt und Beindehnen sind enthalten. Die Trainerin hat sich Ă€ußerlich etwas geĂ€ndert, die Bewegungen sind trotzdem noch recht kantig. Sowohl fĂŒr Yoga als auch fĂŒr die MuskelĂŒbungen gibt es einen Spiegelmodus, der eigentlich nicht das ausdrĂŒckt, was er sollte. Denn aktiviert man diesen wird der Fernsehbildschirm geteilt und auf der einen Seite sieht man die Trainerin und auf der anderen Seite sollte man sich selbst sehen. Die Betonung liegt auf Sollte, denn dazu muss man das Gamepad vor dem Fernseher platzieren, damit man als Ganzes und aus der richtigen Perspektive zu sehen ist. Das ist in der Praxis etwas umstĂ€ndlich und eine extra Kamera wĂ€re die bessere Lösung gewesen. Laut Beschreibung soll das Gamepad auch dabei helfen die Trainerin zu sehen auch wenn man bedingt durch die Übung nicht auf den Fernseher blicken kann. Doch zum Beispiel beim Sonnengruß sieht man zwar am Boden liegenden Gamepad, wann sich die Trainerin aufrichtet, doch warum die Schwerpunktverlagerungen nicht abgebildet wurden, bleibt mir ein RĂ€tsel. Es gibt auch wieder 18 MuskelĂŒbungen, inklusive Balance-BrĂŒcke, Seitschritt und Beindehnen von Wii Fit Plus. Auch zwei Duelle gegen den Trainer in LiegestĂŒtzen und Stretchen gibt es wieder.

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Bei Aerobic sind Hula-Hoop, Super Hula-Hoop (mit Zeitvorgabe), Basis Step, Step Plus, Freier Step, Jogging, Jogging-Doppel, Freies Jogging, Fahrradinsel (mit noch zu kleiner Karte ohne Höhenlinien) Rhythmus-Boxen, Freies Boxen und Abschlagtraining (Golf) schon bekannt. Beim Hula-Hoop gibt es noch eine Schwierigkeit Extra, bei der man auch mit Reifen auf den Armen kreisen muss. Besonders bei Step Plus fĂ€llt auf, dass noch immer derselbe Bug enthalten ist, der besonders bei den Quer-Schritten nicht erkennt, ob der Fuß am BalanceBoard ist oder nicht. Als Extra werden Schritte verdeckt und man muss sich trotzdem richtig bewegen. Das ist leider nicht besonders schwer, weil man durch das Steppen in der vorigen Schwierigkeitsstufe die Schrittfolgen schon fast auswendig kennt und man auch den anderen Miis meistens zuschauen kann. Neu hinzugekommen ist Puzzle-Squash, was wie Tennis funktioniert nur, dass man auf der anderen Seite bunte FlĂ€chen trifft. Aus je mehr gleichfarbigen Steinen die FlĂ€che besteht, desto mehr Punkte gibt es. Zuerst ist es noch eine Umstellung von Wii Sports, da ein Schlag sofort richtig sitzen muss, aber mit der Zeit wird es dann besser. Das Besondere ist auch, dass die Mii nicht automatisch dorthin lĂ€uft, wo der Ball landen wird, sondern man muss man BalanceBoard am Stand laufen bis der vorgegebene Punkt erreicht wird. Leider hat man wenig Spielraum in welche Richtung der Ball fliegen soll. Auch Ruderregatta trainiert die Armmuskeln. Man hat die Wahl sich aufs BalanceBoard zu setzen (was ziemlich unbequem ist) oder auf einen Sessel dahinter und nur die Beine daraufstellen. Nach dem Startsignal versucht man schneller als die anderen drei Boote ins Ziel zu kommen. Auf Kommando versucht man sich mit seinen Mitruderern im Gleichklang zu bewegen. Das wird durch die Gewichtsverteilung am BalanceBoard und durch die Bewegung der Remote gemessen. Dann gibt es noch die Mii-Suche, bei der man nicht mit der Fernbedienung in der Hosentasche lĂ€uft, sondern am BalanceBoard, damit man auch die Richtung bestimmen kann, was ausgesprochen gut funktioniert. Am Gamepad erhĂ€lt man drei Fotos von Miis, deren Standort man anhand der Umgebung herausfinden muss und dann zu ihnen laufen muss. Wenn man in dieser Stadt noch nicht sooft unterwegs war, erschwert das die Suche sehr. Doch zum GlĂŒck gibt es fast ĂŒberall Miis, die man nach der Richtung fragen kann.

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Die Balancespiele machen am meisten Spaß, weswegen auf viel AltbewĂ€hrtes gesetzt wurde: Von Wii Fit kennt man schon Kopfball, Ski-Slalom, Schanzensprung, Kugelballett und Flußkugel. Seiltanz und Pinguin-Picknick fehlen leider, obwohl ich mit diesen Spielen viel Spaß hatte. Über fehlendes Snowboard-Slalom (wir haben schließlich kein Wintersport-Spiel) und Zazen (da es nicht wirklich funktioniert hat) kann ich mich nicht beschweren. Von Wii Fit Plus wurden HĂŒftrechnen, Rhythmus-Kung Fu, Kunstflug, Schneeballschlacht, Hindernisparcours, Neigestadt ĂŒbernommen. Dass Segway-Parcours (Ă€hnlich Flußkugel), Spielmannszug (Ă€hnlich Tanzen) und Jogging Plus (mit Beobachtungsfragen) fehlen, kann ich verkraften. Nur Jongliermeister und Skateboard-Arena gehen mir ab.

Neu hinzukommend und allesamt Spaß machend sind Trampolin, Wasserkanone, Kellner, Hindernisparcours U, Rennrodeln, Tauchgang und Klettern. Über die meisten habe ich schon im Preview berichtet. Beim Hindernisparcours U muss man wie bei der vereinfachten Variante großen bewegenden Kugeln ausweichen, ĂŒber AbgrĂŒnde und BaumstĂ€mme springen. Hier kommt erschwerend dazu, dass man die Mii am Weg lenken muss, indem man auch am BalanceBoard schrĂ€g lĂ€uft. Besonders beim Springen sollte man darauf achten in die richtige Richtung zu schauen. Dabei muss man beachten, dass man im Sand kann man nicht abspringen kann. Da es nur vier Abschnitte gibt, ist die geringe zur VerfĂŒgung stehende Zeit eine zusĂ€tzliche Schwierigkeit. Einfach hingegen ist Trampolin, wo man nur darauf achten muss in der Mitte zu landen und im richtigen Moment die Knie durchstrecken. Beim Tauchgang blickt man vorwiegend auf das Gamepad und lenkt, indem man es in die gewĂŒnschte Richtung hĂ€lt. Schneller voran kommt man, wenn man Kniebeugen macht. Ziel ist es möglichst viele „SchĂ€tze“ einzusammeln. Das kann Schmuck sein, der sich vorwiegend am Boden aufhĂ€lt oder Fische, an die man nahe genug kommen sollte. Seltene Arten bringen mehr Punkte, weswegen man sich auch in entfernteres GewĂ€sser trauen sollte. Nur wenn der Sauerstoff dem Ende naht, sollte man schnell zurĂŒck zum Schiff schwimmen. Der genaue Ort wird immer auf einer kleinen Karte angezeigt. Klettern ist meiner Meinung nach interessanter umgesetzt als in Kinect Sports Rivals. Denn nachdem man mit beiden HĂ€nden eine gute Position gefunden hat (mit je einer Remote), streckt man die Knie um sich hochzuziehen. Es stehen viele Griffe zur Auswahl, trotzdem ist es nicht so leicht einen passenden zu finden, da es nicht nur in die Höhe, sondern auch zur Seite geht. HĂ€lt man sich zu lange nur mit einem Arm an, kann man das Gleichgewicht verlieren. Aber zum GlĂŒck gibt es auch einen Checkpoint am Weg.

FĂŒrs Tanzen benötigt man das BalanceBoard und zwei Remotes Plus. Warum ein Nunchuk nicht auch genĂŒgt, ist mir noch nicht ganz klar, da die Handbewegungen nicht so weit auseinander gehen. Zur Auswahl stehen AnfĂ€ngertanz, Hula, Jazz, Hip-Hop, Locking, Flamenco, Salsa und Tanz-Workout. Als Trainerin steht ein Mii zur VerfĂŒgung, das auch passend gekleidet ist. Zuerst zeigt sie die Schritte vor und dann macht man sie gemeinsam. Wenn die Schritte sitzen, kommen die Armbewegungen hinzu. Wenn man dann alles gemeinsam tanzt, schließen sich immer mehr Miis an. Es gibt zu jedem Tanz ein AnfĂ€nger- und ein Fortgeschritten-Level. Bei letzterem muss man entweder tanzbegabt sein oder viel ĂŒben, damit man mit den Bewegungen nicht durcheinander kommt.

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Wenn man einmal keine Lust hat selbst das Training zusammenzustellen, gibt es auch mehrere Möglichkeit dies vom Computer vorzunehmen lassen. Entweder wĂ€hlt man ein Ziel aus (Lebensstil, Gesundheit, Jugend, Form, VitalitĂ€t), oder wieviele Kalorien entsprechend einem Lebensmittel man verbrennen möchte oder welche Körperbereiche man trainieren möchte. Auch nach Abschluss einer Übung werden zwei andere vorgeschlagen, die sogar jedes zweite Mal meinen Geschmack treffen. Profis können auch sieben KostĂŒme freischalten. DafĂŒr sind zwei Sterne in der höchsten Schwierigkeitsstufe von Kellner, Kopfball, Kunstflug, Rhythmus-Kung Fu, Salsa, Schneeballschlacht und Tauchgang erforderlich. Weitere KostĂŒme erhĂ€lt man mit dem FitMeter, welches ich hier nĂ€her erlĂ€utere.

Auch Familien werden jetzt besser unterstĂŒtzt, weil man in der TrainingsĂŒbersicht schnell die Mii wechseln kann. Noch komfortabler geht es, wenn man beim Start Mehrspieler auswĂ€hlt. Es stehen dann zwar nur vierzehn Spiele zur Auswahl, aber die machen beim Zuschauen auch am meisten Spaß. Online kann man seine Ergebnisse mit anderen vergleichen, die ungefĂ€hr zur selben Community (Einsteiger, jeden Tag, Rekordjagd, Figurbetont usw.) gehören.

Wer bis zum 31. JĂ€nner zuschlĂ€gt, kann sich das Spiel kostenlos im eShop downloaden und 30 Tage testen. Wenn man im Handel dann 20€ fĂŒr ein FitMeter zahlt, lĂ€uft das Spiel nicht ab.

Fazit

andrea

Wer noch kein Spiel der Wii Fit-Reihe zu Hause hat, soll diesmal unbedingt zugreifen. Denn es macht Spaß und motiviert ungemein sich noch mehr zu bewegen. Alle anderen sollten wissen, dass es 18 neue Übungen gibt, das sind ungefĂ€hr gleich viel wie beim zweiten Teil. ZusĂ€tzlich gibt es bei den meisten Balancespielen und Aerobic noch eine Extra-Schwierigkeit. Der Körpertest hĂ€tte zwar auch noch eine Erneuerung gebraucht, doch so wichtig ist das nicht. Die KostĂŒme sind eine witzige Neuerung, doch leider trĂ€gt die Mii es nicht ĂŒberall. Das Gamepad wird nur fĂŒr wenige Spiele benötigt oder kann umstĂ€ndlich als Kamera montiert werden. So liegt es die meiste Zeit nutzlos herum und der Akku entlĂ€dt sich viel zu schnell. Auch ist es noch immer mĂŒhsam oft mit A bestĂ€tigen zu mĂŒssen. Aber durch die große Auswahl wird einem nicht so schnell langweilig.

PRO
  • bekannte Spiele mit Extra-Schwierigkeit
  • viele neue Spiele
  • alle Funktionen des BalanceBoard ausgenutzt
  • lĂ€ngerfristige Motivation
  • Multiplayer
  • Trainingsprogramme
CON
  • Gamepad wird kaum verwendet
  • keine neuen Yoga- und MuskelĂŒbungen
  • wenig Neuerungen beim Körpertest
  • benötigt zwei Remotes Plus
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