Review

Unforeseen Incidents

Auf der gamescom vor einem Jahr konnte ich einen Ausschnitt des ersten Kapitels anspielen. Durch verschiedene Lösungswege und originelles Um-die-Ecke-Denken waren meine Erwartungen hoch. Ob sie im fertigen Spiel erfüllt wurden, erfährst du in diesem Review.

Übersicht

Story

unforeseen-incidents-charaktereDer Spieler steuert Harper Pendell, einen geschickten Handwerker und Techniker. Er fragt gerne nach und ist genervt, wenn er alles selbst machen muss, was ihn durchaus sympatisch macht. Er düfte aber keinen hohen Intelligenzquotient haben und nimmt Sprichwörter gerne wörtlich.

unforeseen-incidents-krankheitIn seiner Stadt Yelltown ist ein Fieber ausgebrochen, das immer tödlich verläuft. Eines Tages findet er eine infizierte Frau, die ihm mit letzter Kraft einen Umschlag überreicht, den er der Journalistin Helliwell bringen soll. Gleichzeitig versucht der Professor MacBride mit seiner Hilfe einen Impfstoff zu entwickeln, da Harper scheinbar immun gegen den Erreger ist.

Das gesamte Adventure ist in 4 Kapitel aufgeteilt, wobei jedes am Ende eine überraschende Wende beinhaltet. Damit ist man auch gute 10 Stunden beschäftigt.

Gameplay

Wie in einem typischen Point&Click-Adventure untersucht man die Szenen, ob es etwas zum Mitnehmen oder Interagieren gibt. Hilfreich ist dabei die Hotspot-Anzeige mit der Leertaste und dass sich die Form des Mauszeigers ändert.

unforeseen-incidents-raetselDas Inventar befindet sich nicht wie meistens am unteren Bildschirmrand, sondern am Oberen. Die Reihenfolge der enthaltenen Objekte ist auch nicht chronologisch und ändert sich manchmal. Da ist es gut, dass bei den Dingen eine kurze Beschreibung angezeigt wird, weil man sie sonst nicht gut erkennen könnte.

Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist auch, dass man den Gegenstand nicht einfach anklicken kann und dann den Ort, an dem er verwendet werden soll, sondern dafür muss die ganze Zeit die Maustaste gedrückt sein. Das ist besonders nervig, wenn der Charakter davorsteht und man ihn erst zur Seite treten lassen muss.

Praktisch ist, dass man immer ein Multifunktionswerkzeug mit sich führt, das Messer, Schraubenzieher, Schere, Zange, Flaschenöffner, Feile, Schraubenschlüssel enthält. Damit lassen sich Türen knacken und Geräte aufmachen, aber alles in allem wird jedes Tool maximal zweimal benötigt, womit es auch getan wäre „zufällig“ ein Messer in der Küche zu finden. Interessant ist, dass man um zum Beispiel ein Sandwich kaufen zu können, nicht erst vorher mühsam Geld zusammensuchen muss, sondern dass automatisch gezahlt wird und das auch gerne öfters hintereinander.

unforeseen-incidents-karteDie Aufträge sind immer klar formuliert und wenn man genau zuhört, erfährt man auch kleine Hinweise zur Lösung und soll sich auch nicht zu schade sein öfters beim selben Thema nachzufragen. Oft gibt es mehrere Aufgaben gleichzeitig zu machen, sodass einem die Reihenfolge selbst überlassen bleibt. Allgemein gibt es wenige Dinge zum Einsammeln/Verwenden, sondern viel zu gehen und Infos von verschiedenen Dialogen/Zetteln zusammenzusuchen um zu einem Code zu kommen. Da die Szenen oft breiter als der Bildschirm sind und die Figur langsam geht, wäre eine Karte wirklich hilfreich gewesen. Sie kommt erst in späteren Kapiteln zum Einsatz und hilft nur um zu Orten zu springen und nicht für die Orientierung vor Ort.

Grafik und Sound

unforeseen-incidents-grafikDie Grafik ist komplett handgezeichnet und deshalb auch nicht so detailliert und eher mehr comicartig mit schrägen Linien. Der Comic-Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass die gesprochenen Texte in Sprechblasen angezeigt werden und komplett in Großbuchstaben geschrieben werden.

Die deutschen Sprecher sind gut gewählt, lustig und geben den Figuren auch mehr Charakteristik. Leider ist nur manchmal die Lautstärke sehr unterschiedlich eingestellt.

Fazit

andrea

Während der Beginn des Adventures sich wie ein Detektivkrimi anfühlt, wo eine Person ausfindig gemacht werden muss, verwandelt es sich bald in einen Politikthriller. Da es auch um Sekten und Gewalt geht, ist dieses Spiel eher weniger für Kinder geeignet. Die comicartige Grafik lässt zwar darauf schließen, doch gibt es zu viel trockenen Humor und düstere Szenen, den jüngere Spieler nicht verstehen würden. Viele Schauplätze oder Objekte gibt es nicht, weshalb einige Aufgaben schnell gelöst sind, während man bei anderen genau aufpassen und kombinieren muss. Somit ist das erste Videospiel dieser Entwickler für die richtige Zielgruppe gut gelungen, auch wenn es noch Raum für Verbesserungsmöglichkeiten wie zum Beispiel die Bedienung des Inventars gibt.

PRO
  • längere Spieldauer
  • spannende Story
  • interessante Rätsel
  • gute Vertonung
CON
  • viel Herumgehen
  • gewöhnungsbedürftiges Inventar
  • einfache Grafik
Veröffentlicht unter Review

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