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Leaders: A Combined Game

Auf dem ersten Blick weist das Spiel eine starke Ähnlichkeit zu dem Klassiker "Risiko" auf. Die Besonderheit bei diesem Strategiespiel ist, dass neben dem Spielbrett eine App gibt, die es ermöglicht geheime Aktionen auszuführen oder sich unerkannt mit Mitspielern verbünden.

Spielbrett

Leaders-A-Combined-Game-SpielbrettAuf dem Spielbrett ist eine Weltkarte aufgezeichnet, wobei die Kontinente in kleinere Gebiete unterteilt sind. Jedes Gebiet besitzt Produktionspunkte, die derjenige Spieler bekommt, der das Land zur Zeit besitzt. Sind sämtliche Länder eines Kontinenten unter der Kontrolle eines Spielers, bekommt dieser noch zusätzliche Punkte.

Verwendet werden diese Produktionspunkte für die Anschaffung weiterer Truppen, sowie für andere Zwecke, die im Absatz über die App noch erläutert werden. Wie viele Produktionspunkte ein Spieler am Anfang seines Zuges durch die besetzten Länder bekommt, kann unten an der Skala abgelesen werden. Auf diese wird in der Hitze des Gefechts leider oft vergessen und es kann lästig werden diese auf dem neuesten Stand zu halten.

Die Spielfiguren gibt es in sechs verschiedenen Farben und sind aus Plastik. Panzer und Flugzeuge lassen sich einfach aufstellen, nur die Soldaten neigen dazu umzukippen. Einerseits eignet sich ihre schmale Form nicht besonders gut dafür, andererseits sind ihre Podeste auf der Unterseite oft nicht eben, was sie ins Wackeln bringt.

Leaders-A-Combined-Game-Tafel-mit-Base-CampJeder Spieler bekommt noch eine Tafel, auf dem mit Holzquader bestimmte Errungenschaften des Spielers festgehalten werden. Weiters befindet sich darauf das „Base Camp“. Das Spielbrett, die Figuren und Platz zum Würfeln benötigen einen großen Tisch.

App

Die zum Spielen benötigte Software kann auf Android und iOS installiert werden. Realisiert wurde diese mit der Unity Engine – ein ziemlicher Overkill, wenn bedacht wird, dass sich das Ganze auch als Website realisieren hätte können.

Nachdem die App installiert wurde, muss ein Account angelegt werden. Dies hat den Vorteil, dass in Zukunft gekaufte Szenarien damit verwaltet werden können. Weiters ist es möglich, dass gespeicherte Spiele auch auf anderen Geräten fortgesetzt werden können, wobei momentan nur ein Spielstand gespeichert werden kann. Sehr Positiv ist aufgefallen, dass nur Email-Addresse und Passwort verlangt wurde und die Software keinen Zugang zu persönlichen Daten verlangte.

Militär

Unter dem Menüpunkt Militär können Einheiten gekauft werden, die umso teurer sind, desto bessere Würfel damit verwendet werden können.

Forschung

In der Forschung können in den Bereichen Technologie, Wirtschaft und Militär jeweils drei aufeinander aufbauende Stufen freigeschaltet werden. Diese sind teuer und brauchen einige Runden bis sie verwendet werden können. Einige von ihnen bringen fast schon zu große Vorteile bei den Kämpfen. Zum Beispiel kann ein Würfel erneut gerollt werden, oder die Produktionspunkte gesteigert werden, wenn in die Wirtschaft investiert wird.

Diplomatie

Leaders-A-Combined-Game-Diplomat-ausbildenFriedlichere Spieler können hier Diplomaten ausbilden und diese danach zu anderen Mitspielern aussenden um Friedensverträge oder Allianzen zu bilden. Diese Verträge müssen vom Anderen akzeptiert werden, ohne dass die Anderen etwas davon mitbekommen. Spätestens bei einer Auseinandersetzung, bei der ein Dritter sich einmischt, wird jedoch klar, dass Abkommen zwischen den Beiden gemacht wurden. Ob ein verbündeter Spieler zur Hilfe eilt und wie, ist jedoch nicht festgelegt. Weiters gibt es keine Konsequenzen, wenn jemand einen Spieler angreift, mit dem er einen Friedensvertrag hat. Anfangs wirkt dieser Aspekt durch die fehlenden Konsequenzen nicht gut durchdacht, doch gibt es auch in der Realität keine unsichtbaren Kräfte, die ein Land daran hindern ein Anderes anzugreifen und machen das Spiel um Einiges interessanter. Es wäre jedoch gut gewesen, wenn sich verbündete über das App Nachrichten schicken könnten um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Spionage

Leaders-A-Combined-Game-SpionageWie bei der Diplomatie müssen hier Spione ausgebildet werden, bevor mit dem eigentlichen Spaß begonnen werden kann. Diese können versuchen Sabotageakte durchzuführen, bei denen der betroffene Spieler drei Einheiten aus dem „Base Camp“ verliert, oder den Forschungsfortschritt feindliche Spieler ausspionieren.

Missionen

Wenn eine Mission angenommen wird, muss in einer bestimmten Anzahl an Zügen etwas erreicht werden. Die Missionen sind sehr fehlerhaft. Manchmal werden sie nicht erkannt, manchmal gewinnt man dafür dieselbe gleich mehrmals. Aktuell kosten sie viele Produktionspunkte, brauchen eine Runde Vorlauf und scheitern, wenn sie nicht innerhalb von wenigen Runden erfüllt wurden. Weiters kann nur eine Mission gleichzeitig laufen.

Probleme

Einerseits ist die App das, was das Spiel Besonders macht, doch auch sein größtes Problem.

Die App muss ständig online sein und gibt auch keine Fehlermeldung aus, wenn dies nicht so ist, sondern reagiert einfach nicht mehr. Auf Berührungen wird selten beim ersten Mal reagiert und auch die ständigen Ladezeiten machen die Bedienung frustrierend. Der Sound ist von Beginn an laut eingestellt und kann nur am Startbildschirm ausgestellt werden.

Weiters werden die Funktionen nicht gut dargestellt. Die bereits erwähnten Forschungen müssen der Reihe nach freigeschaltet werden. Im Interface gibt es jedoch keinen Hinweis darauf, nur dass die Letzten nicht ausgewählt werden können. Pfeile, die von einem Punkt zum Nächsten führen und eine Abhängigkeit signalisieren, gibt es nicht. Es wäre auch nett, wenn eine Fehlermeldung eingeblendet wird, sollte etwas ausgewählt werden, was noch nicht aktiviert werden kann. In einer unserer Testrunden war es auch möglich aus dem vorgegebenen Reihenfolge auszubrechen.

In der Anleitung steht, dass es eine Schnellauswahl für geübte Spieler gibt. Doch wir konnten sie in der App auch nach mehreren Spielen nicht finden.

Ablauf

Da das Spielprinzip sehr umfangreich ist, werden hier einige Details nicht angemerkt. Vielmehr soll dieser Text einen Überblick über die wichtigsten Aspekte des Spiels liefern.

Zuerst muss ein Szenario ausgewählt werden, von denen es zur Zeit nur drei gibt. Danach müssen noch Staatsoberhäupte ausgewählt und ein Name eingegeben werden. Welches Staatsoberhaupt ausgewählt wird, hat in bestimmten Szenarien einen Einfluss, da diese eine besondere Fähigkeit haben. Entscheidet man sich zum Beispiel für Mao, bekommt man in jeder Runde einen Soldaten zusätzlich.

Bei allen Szenarien beginnt das Spiel mit der Aufteilung der Länder, indem Jeder nach der Reihe einen Soldaten auf ein freies Feld stellt. Jeder Zug besteht aus mehreren Phasen, die zu Beginn sehr leicht durcheinander gebracht werden können.

Zuerst muss der aktuelle Spieler alle überschüssigen Einheiten von seinen Länder zurückziehen und in sein „Base Camp“ stellen. In jedem Land muss jedoch eine Einheit bleiben.

Leaders-A-Combined-Game-SabotageNun wird die App verwendet, indem die Produktionspunkte des Spielers eingegeben werden. Danach werden öffentliche Ereignisse angezeigt, die von Jedem eingesehen werden können. Diese zeigen die beorderten Einheiten, erfolgreiche Sabotageakte sowie erforschte Technologien. Danach folgen geheime Ereignisse, die nur der Spieler selbst sehen sollte. Dabei handelt es sich um Berichte über befohlene Sabotageakte, sowie diplomatische Ereignisse.

Wurden alle Ereignisse betrachtet, können nun die Truppenbewegungen durchgeführt werden. Selbstverständlich darf jeder Spieler nur in die Gebiete unter seiner Kontrolle Einheiten schicken und auch nur so viel, wie das Land Produktionspunkte hat. Wer das nicht machen möchte, kann sich seine Einheiten im „Base Camp“ zur Verteidigung oder für die nächste Runde aufheben.

Leaders-A-Combined-Game-KampfIn der nächsten Phase werden die Truppen in den Kampf geschickt, wobei sie nur in die benachbarten Länder einmarschieren können. Zur Verteidigung können die angegriffenen Spieler noch Einheiten aus ihrem „Base Camp“ in den Kampf schicken. Das ist der Grund, warum es eine gute Idee ist, immer ein paar Soldaten im „Base Camp“ zu lassen. Sollte der angreifende Spieler alle Einheiten verwendet haben, kann er sich auch bei einem erfolgreichen Feldzug nicht wehren, wenn eines seiner Gebiete angegriffen wird. Erst wenn er wieder am Zug ist, kann er seine überschüssigen Truppen wieder zurück ins „Base Camp“ holen.

Bei manchen Ländern ist leider wenig Platz, sodass nicht immer klar ersichtlich ist, welche Einheiten wohin gehören.

Danach kommt es zum Kampf. Jeder der verwickelten Spieler nimmt Würfel in die Hand, die abhängig von ihren Einheiten sind. Diese unterscheiden sich nicht nur in der Farbe, sondern auch in der Trefferwahrscheinlichkeit, die für teurere Einheiten größer ist als für schwächere. Damit der Vorteil, der durch eine große Armee in einer Auseinandersetzung erlangt wird, nicht zu groß ist, kann jeder maximal nur drei Würfel nehmen.

Leaders-A-Combined-Game-WürfelNachdem Todesblicke ausgetauscht wurden, werden die Würfel gerollt. Auf einigen Seiten der Würfel befinden sich Fadenkreuze, die einen Treffer signalisieren. Für jeden Treffer muss der andere Spieler Einheiten auswählen und aus der Schlacht nehmen. Dabei ist es unwichtig mit welcher Einheit ein Treffer erzielt wurde, sodass ein Soldat problemlos Flugzeuge und Panzer abschießen kann.

Es gibt auch die Möglichkeit seine Einheiten zurückzuziehen, wobei die aufgerundete Hälfte der Einheiten verloren geht, aber der Rest ins „Base Camp“ kommt. Hat sich der Staub gelegt, kommt das Tablet wieder zum Einsatz.

Ziel des Spiels

Gewonnen hat der Spieler, der eines von drei Zielen zuerst erreicht hat. Um Siegeschancen zu erhöhen, sollte sich nur auf ein Ziel konzentriert werden. Einerseits gewinnt derjenige, der über 100 Produktionspunkte gesammelt hat (die Anzahl ist abhängig von der Spieleranzahl), alles erforscht hat oder sechs Mission absolviert hat.

Anleitung

Nur am Beginn werden einige grundlegende Regeln am Tablet veranschaulicht. Eine Art Tutorial, das die erste Runde begleitet, gibt es nicht. Daher muss die Anleitung, wie bei anderen Spielen auch, gelesen werden. Leider ist diese nicht sehr ausführlich und lässt einige Fragen unbeantwortet. Auf der Homepage findet sich eine bessere, wo in den Kommentaren auch Fragen beantwortet werden.

Fazit

stefan

Das Spiel hat ein interessantes Spielprinzip, bei dem jeder seiner eigene Taktik verfolgen kann. Die Integration eines Tablets ist eine gute Möglichkeit geheime Züge durchzuführen. Besonders interessant wird es wenn sich Spieler untereindander verbünden, was jedoch nicht sofort erkennbar ist. Daher sollte das Verhalten der anderen immer im Auge behalten werden. Da sich ein Spiel sehr in die Länge ziehen kann, wären Zufallsereignisse gut gewesen, die den Fortschritt etwas beschleunigen und etwas auflockern würden. So spannend das Spiel auch ist, wird der Spaß durch die App getrübt, die sehr schlecht umgesetzt ist. Die Bedienung ist frustrierend, da fast nie auf die erste Auswahl reagiert wird und oft mehrmals auf die gewünschte Option getippt werden muss. Weiters gibt es zahlreiche Bugs, die jedoch teilweise ignoriert werden können, ist man gut genug mit den Regeln vertraut. Ist dies nicht der Fall, kann es schwierig werden, da es oft schwer zu sagen ist, ob etwas falsch verstanden, oder ein Bug ausgelöst wurde.

PRO
  • Gutes Konzept
  • Spannend
  • Schön gestaltet
CON
  • App schlecht umgesetzt
  • Kann sich sehr in die Länge ziehen
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Ein Kommentar auf “Review: Leaders: A Combined Game
  1. Vielen Dank für den ausführlichen Test. Da ich ja die App entwickelt habe möchte ich da auch kurz auf die Kritik Punkte eingehen:
    In ca. 3 Wochen wird es ein größeres App-Update geben. Die App ist dann vollständig in Unity realisiert dadurch müssen keine Grafiken usw. aus dem Netz nachgeladen werden. Darüberhinaus haben wir dann eine wesentlich bessere Performance und haben auch die UI basierend auf dem User-Feedback entscheidend verbessert.
    Würde mich freuen wenn ihr mit dem App-Update dann nochmal ein Update zum Test bringen würdet.

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