Review

Yoshi’s Woolly World

Schon beim Anschauen des Covers war ich von der knuddeligen Optik angetan. Nach dem Durchspielen des Jump&Runs kann ich mir das Aussehen von Yoshi gar nicht mehr anders vorstellen. Aber beginnen wir einmal von Anfang: Der Hexenmeister Kamek trennt die Yoshis auf und nimmt die daraus entstehenden Wollknäuel mit. Nur der grüne und rote Yoshi überleben und heften sich nun an die Fersen des Bösewichts.

Levels

Es gibt sechs Welten zu den Themen Wiese, Wüste, Süßigkeiten, Wald, Eis und Feuer. In der Übersicht kann man frei herumlaufen wie in Super Mario 3D World, aber es gibt keine Zusatzhäuser, wo Items auf einen warten. In jeder Welt gibt es 8 Levels, die nacheinander freigeschalten werden. Aber keine Angst, dass man nicht weiterkommt, denn es gibt die Möglichkeit ein Level zu überspringen, wenn man genug Diamanten gesammelt hat. Alle vier Levels wartet ein Bosskampf auf Einen, die sich ziemlich ähneln und wie gewohnt dreimal getroffen werden müssen. Dafür bieten die einzelnen Levels viel Abwechslung: Einmal kämpft man sich durch Schaumstoffwände, dann wieder ist man am Strand unterwegs und muss sich vor den Krebsen in Acht nehmen.

Gameplay

Statt Eiern verwendet Yoshi Wollknäuel, die er auf Gegner werfen kann. Manchmal gibt es auch Wassermelonen, die verschluckt werden können, sodass Yoshi dann Kerne spuckt, die die Gegner treffen. Knifflig wird es mit dem Kettenhund, der mit Wolle in einen Ball verwandelt und auch wieder aufgetrennt werden kann. Als Ball kann man gemütlich alle Hindernisse aus dem Weg räumen. Um ihn aber auf höhere Plattformen zu bringen, ist der beißende Hund besser, der einen nachläuft. In einem Level bekommt Yoshi Verstärkung, aber auch gleichzeitig Konkurrenz im Knuddelbereich durch Schnuffel. Das ist ein Hund, der Yoshi auf Schritt und Tritt folgt. Das kann man ausnützen, indem man oberhalb von schmalen Gängen geht und er darunter Items einsammeln kann. Aber man kann auf ihm auch reiten, sodass Stacheln am Boden nicht schaden und so kann man auch höher springen. Wem ein Level mit dem Hund zu wenig ist, kann ihn auch mit Diamanten für einzelne Levels kaufen. Obwohl die Levels nur zweidimensional aufgebaut sind, kommt später eine räumliche Perspektive hinzu, da man durch Türen auf die andere Seite der Welt wechseln kann. Das kann schnell verwirrend werden, wenn man nicht genau weiß, in welcher Richtung das Ziel liegt. Hier wäre es gut, wenn am Gamepad eine Karte des Levels zu sehen wäre. Gut aufpassen muss man nämlich auch, wenn ein Schlüssel für die Tür notwendig ist, damit man sich nicht verläuft. Denn meistens gibt es dort vier Richtungen, die man alle entlanggehen muss. In manchen Levels gibt es eine bunte Tür, hinter der sich ein kurzer Levelabschnitt mit Zeitlimit befindet. Dafür verwandelt sich Yoshi zum Beispiel in eine Riesenfigur, einen Regenschirm oder ein Motorrad.

Während es bei den ganzen Mario-Spielen immer ein Zeitlimit gab, kann man hier mit Yoshi in Ruhe die Levels erkunden. Wenn irgendwo ein Faden weghängt, sollte man mit der Zunge dranziehen und wenn irgendwo eine Wolke erscheint, sollte man ein Wollknäuel zum Werfen haben. In jedem Level sind fünf Grinseblumen, fünf längliche Wunderwolle, zwanzig Lebensherzen und zwanzig Stempelvorlagen versteckt. Dabei muss man nicht alle in einem Durchgang einsammeln, sondern kann dies schrittweise tun. Dabei werden die bereits Gefundenen im Level ausgegraut, damit man weiß, welche man schon hat. Hat man die ganze Wolle in einem Level gefunden, erhält man ein neues Yoshi-Muster, welches meistens etwas mit dem Thema das Levels zu tun hat. Da sind auch ganz liebe wie Kuh und ShyGuy dabei, aber andere erkennt man kaum, da sie einfach wie buntes Durcheinander aussehen. Wenn man genügend Stempelvorlagen gefunden hat – die meist ganz gemein im letzten Diamanten versteckt sind – bekommt man einen richtigen Stempel dafür, den man im Miiversum verwenden kann. Hat man in jedem Level einer Welt alle Blumen entdeckt, wird ein verstecktes Level freigeschalten, das es in sich hat und ohne Trickanstecker kaum zu bewältigen ist. Einen Trickanstecker kann man sich zu Beginn eines Levels mit Diamanten kaufen (oder sie sind für kurze Zeit gratis). Diese verhindern zum Beispiel, dass man nicht in Abgründe fällt oder Feuer einem keinen Schaden zufügt. Leider darf man sich nur einen aussuchen, aber ich bin froh über die Möglichkeit. Am Ende eines Levels, wenn man durch den Ring hüpft, sollte man auf sein Timing achten. Denn wenn gerade eine Grinseblume leuchtet, dann gibt es ein Bonuslevel. Darin versucht man in einer gewissen Zeit möglichst viele Obststücke einzusammeln, die dann in Diamanten umgewandelt werden. Falls einem die Levels doch zu schwer werden, kann man jederzeit in den Entspannungsmodus wechseln. Dort hat man Flügeln, womit man die ganze Zeit fliegen kann, hat mehr Leben und verliert auch weniger, wenn man getroffen wird und hat noch einen zweiten Checkpoint vor dem Bossgegner. Man kann sich auch Unterstützung von einer zweiten Person holen, allerdings muss man das schon vor Beginn des Levels einstellen. Das ist auch praktisch, wenn keine Wolle mehr hat und seinen Kollegen dazu missbrauchen kann. Ziel ist es auch gemeinsam das Level zu bewältigen, weshalb es danach keine Wertung gibt, wer besser war. Trotzdem kann man seine Freunde ärgern, indem man sie auffrisst und in Schluchten fallen lässt.

amiibo

Die meisten Wii U Spiele setzen bestimmte amiibos voraus um bestimmte Funktionen nutzen zu können. Bei Yoshi’s Woolly World kommen aber alle amiibos zum Einsatz. Viele benötigen auch nur einmal einen Kontakt über NFC, denn dann hat man schon ein süßes Muster des amiibos in Yoshi-Form, welches sofort zum Einsatz kommen kann. Wer einen Yoshi amiibo hat – egal ob aus Plastik oder Wolle – bekommt im Spiel einen zweiten Dinosaurier, der dieselben Bewegungen wie der Erste ausführt.

Grafik und Sound

Dass die Welten herzallerliebst aus Wolle gestaltet ist, sieht man schon auf den Screenshots. Aber auch die Details fallen auf: Gegner, die mit Stricknadeln statt mit Schwertern sich wehren, Piranha-Pflanzen, die mit Fäden gefesselt werden und sich nach einer Weile auch wieder befreien oder der Häkeluntersetzer zwischen den Levels. Man merkt auch wie die Stoffböden nachgeben. Hinter sich nachziehen kann man kleine und große Wollknäuel, die dementsprechend auch stärker sind. Hin und wieder stößt man auf kleine Fehler, wenn man zum Beispiel ein wenig durch die Plattform durschschaut, aber ansonsten gefällt mir die bunte Welt sehr gut. Dazu passt sie fröhliche Musik, die in jeder Welt anders ist, gut dazu.

Steuerung

Für die Steuerung gibt es alle erdenklichen Möglichkeiten: Gamepad, Remote, Remote mit Nunchuk, Classic Controller und Wii U Controller Pro. Am praktischsten ist es mit dem Gamepad, da man dazu nicht einmal den Fernseher einschalten muss und Off-TV spielen kann. Trotzdem ist es eine Verschwendung, wenn am Fernsehbildschirm dasselbe zu sehen ist wie am Gamepad. Dabei könnte man doch am zweiten Bildschirm so wie bei Yoshi’s New Island Statistiken über übrige Leben und gefundene Gegenstände anzeigen, die man nämlich nur sieht, wenn es gerade eine Änderung gegeben hat. Es gibt Tasten zum Springen, zum Zunge rausstrecken um Gegner zu verschlucken und eine zum Werfen der daraus entstandenen Wollknäuel. So einfach die Steuerung auch sein mag, passiert es doch manchmal, dass man Dinge macht, die man eigentlich nicht wollte. So katpulierte ich mich manchmal unabsichtlich in den Abgrund, obwohl ich nur von einem Strickschal zum anderen Springen wollte und dort zu Diamanten hinabklettern wollte. Denn Springen und Joystick nach unten bedeutet auch Stampfattacke. Auch das schon im Preview bemängelte Auffressen des zweiten Spielers kommt öfters vor.

Fazit

andrea

Yoshi's Wooly World mag zwar einen kindlichen Eindruck erwecken, ist aber für Jedermann gedacht. Anfänger können den Entspannten Modus, Trickanstecker und einen zweiten Spieler wählen um gut durch die 48 Levels zu kommen. Nur wer Yoshi ein anderes Aussehen verpassen oder weitere Levels freischalten möchte, muss sich richtig anstrengen um alles einzusammeln. Dafür sind die versteckten Levels viel knackiger als die Bosse, die sich doch ein wenig wiederholen. Etwas schade ist, dass das Gamepad nicht richtig ausgenützt wird, aber ohne Fernseher spielen zu können ist auch praktisch. Die Grafik und das Leveldesign verzaubern und auch die amiibos werden sinnvoll eingesetzt.

PRO
  • sehr unterschiedliche Levels
  • lange Durchspieldauer
  • viele Sammelobjekte
  • total nette Grafik
  • zahlreiche Funktionen um Anfängern zu helfen
  • guter Einsatz aller amiibos
CON
  • Gamepad hat keine Zusatzfunktionen
  • wenig Abwechslung bei den Bosskämpfen
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