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Mario Kart 8

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Übersicht

Vor dem Spiel

Bevor man ein Rennen startet, kann man sich seine hoffentlich gewinnversprechende Kombination zusammenstellen: Charaktere sind zu Beginn sechzehn Stück freigeschaltet. Nach Gewinn je eines Cup stehen dann jeweils die anderen vierzehn Figuren zur Auswahl, die hauptsächlich aus Koopalingen und Baby-Versionen bestehen. Dabei dürfen verschiedene Spieler dieselbe Figur steuern. Nettes Detail am Rande: Jeder Charakter freut sich auf eine andere Art, wenn er einen Treffer gelandet hat. Das Aussehen ist plastischer und die Haare wackeln im Wind. Danach hat man die Wahl zwischen mehreren Autos und Bikes. Diese sehen auch witzig aus wie zum Beispiel ein Fass oder eine Kutsche. Dazu kann man noch Reifen und Gleiter wählen. Die einzelnen Fähigkeiten sieht man aber erst nach Drücken der Plus-Taste. Die Unterschiede spielen sich aber im Millimeterbereich ab, anstatt vorgegebene Felder zu verwenden. Bessere Teile werden alle 50 Münzen automatisch freigeschaltet. Die getroffene Auswahl hat Einfluss das Handling und wer bei einem Rempler gewinnt.

Strecken

Es gibt 32 Strecken, aufgeteilt in acht Cups. Dabei sind die Hälfte davon schon aus früheren Teilen bekannt. Überall sieht man viele Details und es macht Spaß im Zuckerland oder am Klavier entlang fährt. Dabei werden auch immer Spuren am Boden gezogen. Es begeistern auch die wunderschönen Lichteffekte wie Wassertropfen, wenn man aus dem Wasser fährt, sowie die Blendung der Sonne. Auch der Sound wirkt viel lebendiger, weil er live gespielt wurde und macht das ganze Spiel stimmungsvoller. Interessant ist auch, dass zwei Strecken unterschiedliche Runden haben wie zum Beispiel die Schneeabfahrt. Rundenweise stehen meist immer mehr Hindernisse im Weg, sodass man nicht nur gegnerischen Autos und Abgründen ausweichen muss, sondern auch Lastwägen, Statuen und Kühen, die einem beinahe vor die Lenkstange hüpfen. Aber fast überall gibt es alternative Routen. Zu Beginn wirken die Strecken etwas überladen, aber nach mehrmaligen Fahren gewöhnt man sich daran.

Fahrspaß

Die Neuerung, die den Spielspaß erhöhen soll, ist die Anti-Gravitationskraft. Damit kann man an Wänden hochfahren um auch kopfüber über die Strecke zu düsen. Das merkt man aber gar nicht, da sich die Kamera mitdreht und sich so perfekt ins Spielerlebnis einfügt. Schwieriger ist schon die Tatsache, dass man aufpassen muss die schräge Wand nicht hinunterzufallen, indem man gegenlenkt. Stößt man mit einem Pfosten oder Wagen zusammen, wird man dadurch nicht gebremst, sondern bekommt einen Schub. Weiters gibt es auch Abschnitte, bei denen man Unterwasser fährt oder ein Stück fliegt.

Ein Punkt, der für Funracer wichtig ist, ist die Item-Balancierung. So ist es diesmal nervig an erster Position immer Münzen oder einen grünen Panzer zu bekommen, die einen vor Angriffen nicht schützen. Weiter hinten kann das auch passieren, aber dort gibt es auch hilfreiche Gegenstände wie die automatisch fahrende Kanone oder neu die Pirhanapflanze, die alles in der Umgebung auffrisst und dabei einen Tempo-Boost auslöst. Scheint die Balancierung zu Beginn noch ungerecht, findet man dann spätestens in der schwierigsten Klasse Gefallen daran die Gegner mit vielen Items zu treffen und dann zu überholen. Neu hinzugekommen ist außerdem der Bumerang, der dreimal auf Gegner geschleudert werden kann. Mit der Super-8 erhält man gleich acht Items, wobei es schwierig ist das Gewünschte auszuwählen. Die Hupe ist die einzige Verteidigung gegen den blauen Panzer, indem sie im Umkreis eine Schallwelle auslöst, kommt aber selten vor. Stattdessen gibt es keinen POW-Block und keinen Maxi-Pilz mehr. Außerdem kann man keine Items mehr sammeln, denn man kann erst ein Neues bekommen, wenn man das Vorige verbraucht hat. Das kann auch ein Problem sein, weil man als Führender sich mit dem grünen Panzer selbst treffen kann. Da wäre es besser gewesen, das neue durch das alte Item zu ersetzen. Eine weitere Neuheit sind – wie schon angedeutet – die Münzen. Sie liegen auf der Strecke oder man bekommt gleich drei davon mittels eines Items. Bei jedem Einsammeln bekommt man einen Geschwindigkeitsboost und beim Erreichen von zehn Stück fährt man gleich ein bisschen schneller. Wird man aber von einem Panzer oder ähnlichem getroffen verliert man drei Münzen. Diese werden aber trotzdem zur Gesamtanzahl gerechnet, mit der man sich neue Autoteile freischaltet.

Steuerung

Das Spiel kann mit allen verfügbaren Möglichkeiten gesteuert werden: Gamepad, Remote, Remote mit Nunchuk und Classic-Controler. Am Gamepad kann dann auch noch eingestellt werden, ob man lieber mit Bewegung oder dem Joystick lenkt. Die Tastenbelegungen sind gut gewählt. Allerdings gibt es kein automatisches Driften mehr, sondern man muss sich selbst darum kümmern. Bestimmte Reifen erleichtern aber diese Aufgabe. Dafür gibt es mehrere Kunststücke, je nachdem wo man es ausführt und man wird kurzzeitig schneller.

Grand Prix

Den Grand Prix gibt es in drei Schwierigkeitsgrade, die sich vom Tempo und Können der Gegner unterscheiden. Strenggenommen zählt es nur, wenn man nach allen vier Rennen am ersten Platz ist. Denn nur dann wird ein weiterer Charakter freigeschalten und das Ergebnis mit bis zu drei Sternen bewertet. Was man schaffen muss um eine bestimmte Sternenanzahl zu erreichen, ist leider nirgends beschrieben. Es ist nur so, dass man die Sterne automatisch auch für die niedrigeren Klassen erhält, was praktisch ist. Denn erreicht man überall einen Stern, schaltet sich noch eine weitere Schwierigkeitsstufe mit allen Strecken, nur gespiegelt. Seltsam ist, dass Lakitu applaudiert, wenn man nicht in die Top3 gefahren ist. Während des Rennens vermisse ich die eingeblendete Karte, die anzeigt wo sich die Fahrer befinden. Diese gibt es zwar am Gamepad – genauso wie eine Liste wer welche Items besitzt – doch sobald man die Augen von der Strecke abwendet, kann schon etwas passieren. Genauso wurde auch darauf verzichtet im Ziel die gefahrenen Zeiten anzuzeigen, damit man sehen könnte wie knapp es war.

Zeitfahren

Weiters gibt es auch den Modus Zeitfahren, bei dem man gegen Geister antreten kann. Besonders spannend ist es gegen Geister von Entwicklern anzutreten. Das ist eine richtige Herausforderung, da sie jede Runde schneller werden und den kürzesten Weg kennen. Fein wäre es auch, wenn man den Geist irgendwie beobachten könnte, da er schnell aus dem Blickfeld verschwindet. Schade ist es nur, dass man deren Kombination von Fahrzeug und Charakter erst erfährt, nachdem man seine Konstellation ausgesucht hat. So ist schon von Anfang an ein Ungleichgewicht hergestellt. Wenn man es aber schafft, erhält man einen Stempel für das Miiversum. Weitere bekommt man für jeden Charakter, mit dem man irgendeinen Cup gewonnen hat. Leider gibt es keine Übersicht aller gesammelten und noch fehlenden Stempeln wie in Super Mario 3D World.

Nach dem Spiel

Wenn ein Rennen vorbei ist, kann man sich die Highlights nochmal anschauen. Dabei gibt es auch die Möglichkeit dies in Zeitlupe zu sehen, da manches so schnell passiert, dass man es gar nicht richtig mitbekommt. Beim Bearbeiten kann man auswählen, was Highlights sind: Treffer oder Zusammenstöße. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass nicht die ganze Action gezeigt wird, weshalb die Videos teilweise auch sehr kurz sind. Man kann die Szenen mit Sternen bewerten und auch auf Youtube hochladen. Unvorteilhaft ist es, wenn nach einem Rennen im Cup der erste und schon ausgewählt Button „Highlights ansehen“ statt „nächstes Rennen“ ist.

Mehrspielermodus

Bis zu vier Spieler können mittels Splitscreen gegeneinander antreten. Leider keine fünfte Person zusätzlich am Gamepad. Auch zu zweit wäre es praktischer, wenn einer alleine am Fernseher spielen könnte und der andere am Gamepad. Stattdessen gibt es einen vertikalen Splitscreen, obwohl manche den Horizontalen bevorzugen würden, weil man dann besser sieht, was neben einem ist. Für Abwechslung haben bis jetzt immer die Schlachten gesorgt, wo man die Luftballons an den gegnerischen Fahrzeugen berühren musste. Aber anstatt diese in Arenen auszutragen, wird man diesmal auf die Strecke geschickt. Was dort passiert ist klar: Man fährt dem anderen nach bis man ihn aus den Augen verliert und muss ihn dann wieder suchen. Wenn er dann einmal entgegen kommt, braucht es wieder eine Weile bis man umgedreht hat. So stellt sich bald Langeweile ein und es geht mehr darum sich möglichst gut zu verstecken bis die Zeit abgelaufen ist und man gewonnen hat. Gut umgesetzt ist hingegen der Online-Modus. Zuerst darf jeder aus vorgeschlagenen Strecken wählen und dann wird mittels Zufall ein Vorschlag angenommen. Währendessen kann man sich mit seinen Mitfahrern über vorgefertigte Sätze verständigen. Damit will Nintendo vermutlich erreichen, dass jeder den Text in seiner Muttersprache lesen kann und unanständige Wörter vermieden werden. Die Chatfunktion kann nämlich nur bei Freunden verwendet werden. Wenn noch ein Rennen in Gang ist, kann man solange zuschauen. Damit sichergestellt ist, dass man nur gegen gleichstarke Gegner antritt, erhält jeder zu Beginn 1000 Punkte. Bei gutem Abschneiden werden diese erhöht, bei schlechtem dementsprechend erniedrigt. Schade, dass man nicht sehen kann, wie viele Punkte einer schon erreicht hat. Im Versus-Modus kann man alle möglichen Einstellungen tätigen wie Anzahl der Computergegner und Häufigkeit der Items.

Fazit

andrea

Mario Kart 8 sieht nicht nur besser und hört sich besser an als der Vorgänger, sondern macht auch viel mehr Spaß. Klar, es gibt auch negative Dinge wie die Schlachten, aber wegen diesem Modus kauft doch niemand ausschließlich das Spiel. Die Item-Balancierung ist eine andere Sache: Die einen lieben es, die anderen hassen es. Es kommt halt darauf an, an welcher Position man sich gerade im Rennen befindet. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Genauso wie auch an die kleinen Designfehler, wie zum Beispiel die fehlende Karte, die nicht angezeigten Ergebniszeiten sowie die falsche Reihenfolge der Buttons. Wer darüber hinwegsehen kann, findet einen Fun Racer, der viele Stunden begeistern kann. Und auch wenn die Freunde schon das Weite gesucht haben, kann man sich noch problemlos online duellieren.

PRO
  • Fahrzeuge mit unterschiedlichen Fähigkeiten
  • abwechslungsreiche Strecken
  • steigende Schwierigkeit
  • gut umgesetzter Onlinemodus
  • tolle Grafik
  • gut klingender Sound
  • Antigravitationskraft gut umgesetzt
  • geänderte Item-Balancierung
CON
  • Schlachten bestreiten macht keinen Spaß
  • ähnliche Charaktere
  • Designmängel
  • keine Erklärungen
  • mittelmäßige Videoerstellung
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