Mein Fazit zur PAX West 2026
Die Penny Arcade Expo, kurz PAX West, findet seit 2004 in Seattle (USA) statt. Von Freitag bis Montag (Labor Day) können verschiedene analoge und digitale Spiele ausprobiert werden.
Eintritt
Online kann man Tickets für alle vier Tage kaufen oder nur für einen einzelnen Tag. Die physische Karte wird dann entweder per Post zugeschickt oder kann vor Ort abgeholt werden. Für die Abholung braucht man den QR-Code, den man nach der Bestellung per Mail bekommen hat und ein Ausweisdokument. Das ist besonders spannend, da genau überprüft wird, ob der Besteller auch der Abholer ist, aber beim Eingang nicht mehr kontrolliert wird, z.B. durch ein zusätzliches Armband. Das ruft natürlich Betrüger auf den Plan, die dann direkt vor dem Gebäude 4-Tages-Pässe verkaufen. Da die Karte auch keinen Barcode oder Ähnliches beinhaltet, wird gar nicht registriert, wer wie oft und wann hineingeht. Auch ansonsten ist die Einlasskontrolle ziemlich entspannt: Einfach durch einen Scanner gehen, der in den seltensten Fällen auslöst. Das ist man von den ängstlichen Amerikanern gar nicht gewohnt.
Hallen
Das Spannende ist, dass die ganze Messe auf zwei Gebäude, von einem Straßenblock getrennt, verteilt sind.
Im Summit-Building befinden sich viele Räume, in denen Community Meetings und Vorträge stattfinden, Brettspiele ausgeliehen und -probiert werden können und Turniere stattfinden, zu denen sich vor Ort Jeder angemelden kann. Schade, dass die Handheld-Area zwar gemütlich mit Pölstern ausgestattet ist, aber kein Handheld zur Verfügung gestellt wird, sondern selbst mitgebracht werden muss. Cosplayer sieht man eher weniger – ein Mario-Hut ist schon das höchste der Gefühle.
Im Arch-Building findet die richtige Videospielmesse statt. Streng genommen handelt es sich um zwei Hallen, die durch die sogenannte Skybridge verbunden sind, wo Künstler ihre Werke verkaufen. Unter anderem eine Tierschutzorganisation, die Kätzchen um 25$ für eine halbe Stunde zum Kuscheln anbietet. Es fällt auf, dass die Hallen ziemlich düster sind, sodass es eher schwierig ist etwas zu lesen. Das bleibt auch so bis um 18 Uhr, wenn die Lichter angehen und alle gesittet zum Ausgang gehen. Im Summit kann noch bis Mitternacht verweilt werden.
Spiele
Bekannte Publisher – abgesehen in diesem Jahr von Konami, Bandai Namco und Atari sucht man vergeblich. Wenn man von Nintendo absieht, der überall in der Stadt Werbung von der 5 Jahre alten App Pikmin Bloom macht. Stattdessen sind viele Indie-Spiele ausgestellt, die von kleinen Teams entwickelt wurden und teilweise schon vor einiger Zeit erschienen sind. Witzigerweise hatten Viele einen großen Bildschirm, also dürfte doch ein Publisher dahinterstehen.
Auf der Website von PAX werden alle ausgestellten Spiele gelistet, wobei dabei auch immer eine Standnummer angegeben ist. Leider wird der offizielle Hallenplan nur weniger als eine Woche vorher veröffentlich, sodass die Orientierung etwas schwierig ist, da auch nicht bei jedem Stand eine Nummer aufgedruckt ist. Im Vergleich zur gamescom sind die einzelnen Booth nicht sehr liebevoll dekoriert, aber immerhin kann man den Namen gut sehen. Da es sich aber hauptsächlich um unbekannte Spiele handelt, wäre es nicht schlecht, wenn die Betreiber noch eine kurze Beschreibung ergänzen würden, um gezielt seine Genre-Vorlieben abklappern zu können. Nett ist es aber, dass man sofort angesprochen wird und eine Zusammenfassung des Spiels bekommt. Einmal ist es mir passiert, dass ich ein Spiel nicht ausprobieren konnte, weil es auf genau 2 Personen ausgelegt ist. Normalerweise springt in so einem Fall ein Standbetreuer ein oder versucht andere Besucher zu motivieren.
Verbesserungswürdig wäre aber noch, dass es eine zeitlich beschränkte Spielzeit geben sollte, damit man nicht ewig warten muss bis die Demo durchgespielt wurde. Im Gegenzug sollte es auch Einstiegspunkte geben, zu denen man springen kann, wenn man zum Beispiel beim zweiten Besuch nicht die langwierigen Dialoge nochmals durchlaufen möchte. Bei bekannteren Spielen gibt es am Boden auch Linien, die anzeigen, wo man sich anstellen kann. Stundenlange Wartezeit gibt es nicht, weil vorher ein Mitarbeiter kommt und den Wartebereich vorübergehend schließt. Schade auch, dass es nicht immer eine Sitzgelegenheit gibt, weil man schon entspannter spielen kann, wenn man sich davor eh die Füße in den Bauch gestanden hat. Wenn man hofft nach dem Ausprobieren ein nettes Goodie bekommt, um sich auch noch später daran erinnern zu können, wird enttäuscht. Abgesehen von Visitenkarten, Stickers, Pins oder Schlüsselbänder, muss man seine Kreditkarte zücken um T-Shirts oder Ähnliches zu überteuerten Preisen erwerben zu können. Die meisten Besucher dürfte dies aber nicht abschrecken, wenn man sich die Schlangen vor den Shops ansieht.

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