Review

youda Fisherman

Der Titel "Youda Fisherman" lässt darauf schließen, dass es sich um ein eher langweiliges Spiel handelt, bei dem man fischen muss. Aber das Gegenteil ist der Fall: Es handelt sich um ein aufregendes Strategiespiel mit Langzeitmotivation.

Beginnen wir einmal von Anfang an: Schon im Menü fällt auf, dass mit Liebe zum Detail gearbeitet wird. So bewegt sich dort das Steuerrad in die Richtung, in die man auch die Maus bewegt. In der kurzen Geschichte geht es um Leo, einen Wissenschaftler, dessen Fischereibetrieb pleite ist. Er erfindet Dinge, die seine Arbeit produktiver machen oder die ihm im Kampf gegen die Piraten helfen.

Zu Beginn ist es noch ganz einfach: Man hat immer eine gewisse Anzahl an Holz und Gold (später auch noch Eisen) zur Verfügung. Dann gibt es immer ein oder mehrere Ziele, die aus dem Erreichen einer bestimmten Mindestanzahl an Rohstoffen bestehen. So muss man im ersten Level fünf Fische einsammeln. Das funktioniert so: Mittels des zur Verfügung stehenden Holzes kann man Treibstoff erzeugen. Damit kann man Fischerboote anlocken und mit ihnen Benzin oder Rohstoffe gegen ihren Fang tauschen. Weigert man sich, dann fahren sie nach einiger Zeit wieder weg. Es gibt aber auch Schiffe, die dich fragen, ob sie vermietet werden dürfen. Sie sagen dir die Zeitspanne, in der du nicht von ihnen beliefert werden kannst, dafür erhältst du als Entschädigung eine gewisse Menge eines Rohstoffes.

Nur Fische zu besitzen ist aber auf Dauer langweilig und bringt nicht viel Gewinn ein. Deshalb wurden Maschinen entwickelt, die den Fisch zu Filet verarbeiten. Die so erzeugten Lebensmittel kann man auf einem Schiff gegen Gold, Holz oder Eisen tauschen. Damit kann man Dinge erstehen, die es im Meer nicht gibt, wie Tomaten, Oliven, Chilli und Metallringe, die man aber zum Erreichen der Ziele benötigt. In einigen Levels beliefert man einen Markt gratis, damit die bösen Piraten verjagt werden.

Damit das Spiel kurzweiliger wird, fangen bestimmte Schiffe später auch Hummer, Kaviar und Muscheln. Hier eine Auflistung aller im Spiel vorkommenden Maschinen und deren benötigten Produkte. Im Spiel selbst wird dies zwar angezeigt, doch im Eifer des Gefechts kann man leicht darauf vergessen. Also rate ich allen Spielern, die Liste auswendig zu lernen. Keine Angst, so schwer ist es gar nicht, weil es einfache Bilder als Merkhilfe gibt. Das Ganze ist aufbauend und es gibt nur wenige zusätzliche Lebensmittel.

Thunfisch-Filetier-Maschine: Fisch
Fischstäbchen-Maschine: Thunfisch-Filet
Thunfischdosen-Maschine: Fischstäbchen, Olive

Hummersalat-Maschine: Hummer
Hummerscheren-Maschine: Hummersalat
Meeresfrüchtepizza-Maschine: Hummerschere, Olive, Tomate

Kaviarpasteten-Maschine: Kaviar, Fisch, Tomate
Kaviarkuchen-Maschine: Kaviarpastete, Olive
Hors-d’oeuvre-Deluxe-Maschine: Kaviarkuchen, Hummer, Chilli

Perlen-Maschine: Muschel
Ohrring-Maschine: Perle, Metallring
Halsketten-Maschine: Ohrring, Muschel

Jede dieser Maschinen kann gegen Gold bis zu 5x vergrößert werden. Das bedeutet, dass bis zu fünf Mahlzeiten auf einmal produziert werden können. Natürlich bei 5x so vielen Zutaten.

Eine unangenehme Störung sind die Piraten, die per Boot oder Heißluftballon vorbeikommen. Sie beschießen die Fischerboote und noch nicht aufgesammelte Kisten. Wenn ein Fischerboot getroffen wird, nimmt es reißaus. Doch zum Glück wurden dagegen schon Erfindungen gemacht: Mittels des Tesla-Turms kann man durch Klicken die Piratenboote beschießen bis sie untergehen und ein paar Kisten verlieren. Ungefähr 15 Schüsse sind notwendig, wobei jeder einzelne Schuss Holz verbraucht. Durch Klick auf den Leuchtturm werden Fregatten geschickt, die automatisch schießen. Allerdings kostet jeder Einsatz viel Holz und eine davon reicht nicht immer aus. Durch die Radaranlage kann man sich vor den Kugeln der Piraten schützen (versenken kann man sie dadurch nicht) und muss warten bis sie den Bildschirm überquert haben. Damit wird jedes Geschoss der Piraten im Anflug vernichtet. Obwohl man bis zu vier derartige Geräte zur Verfügung hat, funktioniert das System nicht immer einwandfrei. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit alle Maschinen mit einem Schild zu umgeben, sodass ein Schuss oder Gewitter keinen Schaden verursacht.

Eine andere Gefahr sind Haie und Wale. Erstere tauchen immer zu zweit auf und wollen noch nicht aufgesammelte Kisten vernichten. Durch mehrmaliges und schnelles Anklicken spucken sie interessanterweise Holz bzw. Eisen aus und verschwinden dann. Mittels eines Blitzturmes werden alle Gegner (auch Piraten) auf einmal gelähmt.

Es gibt aber auch Maschinen, die einem selbst das Leben vereinfachen. So gibt es den Beschleunigungsturm, bei dem die Maschinen schneller arbeiten und man nicht ungefähr 10 Sekunden warten muss bis das fertige Produkt erscheint. Der Tornado-Turm sammelt automatisch alles im Wasser Treibende ein. Das ist wichtig, weil sich diese nach ca. einer Minute auflösen. Leider ist er nicht sehr schnell, sodass man ihm auch ein wenig helfen muss. Beachte aber auch, dass dein Speicher voll sein kann und du deshalb Lebensmittel verkaufen musst, bevor du neue einsammeln kannst.

Um ein Level zu beenden müssen meistens mehrere Ziele erfüllt werden. Sobald man aber eines erreicht hat, wird es abgehakt, muss nicht mehr beachtet werden und bleibt erhalten. Deshalb ist es wichtig, gut zu planen und mit der leichtesten Aufgabe zu beginnen. Am Ende des Levels werden Medaillen (Gold, Silber, Bronze) vergeben, je nachdem wie schnell man war. Die Vorgabe sieht man während des Spiels am unteren Bildschirmrand. Sinnvollerweise läuft die Zeit nicht weiter, während man Waren tauscht. Bronze erhält man immer, sobald man ein Level absolviert hat. Game over kann nur eintreten, wenn die Stromversorgung zu lange ausfällt, weil man kein Holz mehr hat. Gold ist in den meisten Fällen mit richtiger Planung locker zu erreichen.

Zur anfangs angesprochenen Langzeitmotivation gehört, dass es neben den 50 Levels noch einige Nebenlevels gibt. Außerdem gibt es eine Art To-Do-List, bei der 100 Ziele angeführt sind, wobei manche einfach (benütze den Tesla-Turm zum ersten Mal) und manche schwerer (beschleunige sechs laufende Maschinen auf einmal) zu erreichen sind. Dann gibt es auch noch 21 Pokale für herausragende Leistungen zu gewinnen. Mit dem Gold, welches man für den Abschluss eines Levels erhält, kann man eines von neun Gebäuden verbessern und eine der 24 neuen Erfindungen freischalten, die dann einen Einfluss auf das Spiel haben.

Fazit

andrea

Ich bin eigentlich kein Strategie-Spieler, aber dieses Spiel hat mich wirklich überrascht. Anstatt eine langweilige Fischerei-Simulation zu spielen, muss man hier gut planen, dann schnell arbeiten und am besten zur gleichen Zeit an mehreren Orten sein. Man ist schon lange damit beschäftigt, alle Levels einmal durchzuspielen, denn am Ende braucht man für eines gute 10-15 Minuten. Danach geht es aber noch spannend weiter, weil man aus den vielen Bronze-Medaillen goldene machen möchte. Die To-Do-List motiviert zusätzlich. Ich rate allen, die noch unsicher sind, sich zuerst einmal die Demo-Version gratis runterzuladen. Denn damit kann man das vollständige Spiel für eine Stunde spielen. Das Gute daran ist auch, dass der Spielstand mitgenommen wird, sobald man das Originalspiel installiert. Außerdem gibt es auch die von Purple Hills bekannte Spielspaßgarantie. Diese besagt, dass man das Spiel bei Nichtgefallen innerhalb einer Woche nach Kauf zurückgeben kann und dafür einen Download-Gutschein erhält. Petri Heil!

PRO
  • fördert Schnelligkeit und Planung
  • gutes Tutorial
  • steigender Schiweigkeitsgrad
  • längerer Spielspaß
CON
  • Aufgabenstellungen wiederholen sich
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