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US Wahl – Das Rennen um das Weiße Haus

Bei der großen Vielfalt von Simulatoren war es nur eine Frage der Zeit, bis auch ein Wahlkampf auf dem Computer geführt werden kann. Schauplatz sind die USA, in denen Obama, der Kandidat der demokratischen Partei, gegen den republikanischen Romney um die Stimmen der Wähler kämpft.

Bevor man in den Wahlkampf ziehen kann, muss ein Kandidat ausgewählt werden. Neben den zwei bekanntesten gibt es noch die der kleineren Parteien. Beteiligen tun sich jedoch nur die beiden Kandidaten der Großparteien und ein dritter, falls man einen anderen ausgewählt oder einen selbst erstellt hat.

Auf einer Übersichtskarte der USA werden die Kandidaten als Schachfiguren mit den jeweiligen Köpfen dargestellt die sich zu jenen Staaten bewegen, in denen sie einen Auftritt haben.
Die Übersichtskarte zeigt auch, wo zu einem gewissen Zeitpunkt Veranstaltungen stattfinden, bei denen ein Kandidat erscheinen kann um die Besucher mit seiner Anwesenheit zu beglücken. Wie bedeutend bzw. wie viele Menschen man mit einer Veranstaltung erreichen kann wird mit Sternen angezeigt.
Die Themen zu denen man sich bei einer Veranstaltung äußern kann sind durch ihre Art begrenzt.
Zu jedem Thema gibt es verschiedene Aussagen, die unterschiedliche Bereiche betreffen, zu denen die Bevölkerung gewisse Meinungen hat. Verspricht man zum Beispiel Geld für soziale Einrichtungen auszugeben, verärgert man damit alle Wähler, die das Budget nicht zu sehr beanspruchen wollen.
Weiters ist es wichtig auf den Staat zu achten, in dem die Veranstaltung stattfindet, da die Bevölkerung in verschiedenen Staaten anders auf eine Aussage reagiert.
Möchte man auch andere Themen ansprechen, kann man selbst eine Veranstaltung planen bei der man zu allem etwas sagen kann. Gelegentlich finden auch TV-Diskussionen statt, die einen besonders großen Einfluss auf die Wähler haben.
Da man nicht in jedem Staat zur gleichen Zeit sein kann, gibt es die Möglichkeit über verschiedenen Medien für sich zu werben. Dabei kann man auch negative Aussagen über die konkurrierende Partei tätigen.

Gelegentlich meldet sich ein „Sponsor“, der durch Spenden den Wahlkampf eines Kandidaten finanzieren möchte, damit dieser dann zu dessen Gunsten handelt. Wie diese jedoch den Kandidaten auswählen ergibt keinen Sinn und ich erhielt von einem Öl-Lobbyisten Geld, nachdem ich bei einer Veranstaltung über die Bedeutung von alternativen Energiequellen gesprochen hatte.

Wie die Wähler in einem Staat zu den verschiedenen Kandidaten stehen, kann man in diversen Statistiken sehen. Diese sind sehr detailliert und zeigen sogar die Meinung der einzelnen ethnischen Bevölkerungsgruppen sowie der verschiedenen Sektengemeinschaften.

Das Spiel sieht nicht besonders gut aus und in den Menüs steht oft gelber Text auf weißem Hintergrund. Dieser werft nicht einmal einen Schatten, was das Enziffern der kleinen Buchstaben leichter machen würde. Tätigt ein Kandidat eine Aussage wird dies in einer 3D-Animation dargestellt, wobei die 3D-Modelle furchterregend aussehen und die Bewegungen der Lippen in keinster Weise zu dem gesprochenen Text passen. Weiters gibt es nur einen männlichen Oberkörper auf den auch die weiblichen Köpfe gesetzt werden.
Die Monologe der Kandidaten sind emotionslos gesprochen und passen dadurch gut zu den schon lächerlich wirkenden 3D-Animationen.
Ins Deutsche wurde das Spiel scheinbar von einem schlechten Computerprogramm übersetzt. Dieses hat Wörter und sogar einen ganzen Satz völlig übersehen und ist auch bei den Abständen vor und nach einem Satzzeichen inkonsistent.

DRM

Das Spiel muss über das Internet aktiviert werden.

Fazit

stefan

Das Spiel ist zu Beginn überraschend interessant, doch ändert sich das sehr schnell und man wählt mit der Zeit schon automatisch die Aussagen, die in einer gewissen Situation die meisten Wähler überzeugen. Nach ein paar Spielen hat man seine Vorgehensweise bereits so optimiert, dass man nur noch auf kleinere Abweichungen reagieren muss und sonst nur die gleichen Aktionen durchführt. Weiters scheint das Spiel davon auszugehen, dass sich die ganze Bevölkerung mit dem Wahlkampf aktiv auseinander setzt und es so für einen völlig unbekannten Kandidaten möglich ist, zwei Monate vor der Wahl aus dem Nichts zu erscheinen und es schafft, zum Präsidenten gewählt zu werden. Dieser kann sogar von traditionell republikanischen und demokratischen Staaten gleichzeitig gewählt werden - was nicht besonders realistisch ist. Die Themen die man in dem Spiel zur Auswahl hat, sind die gleichen, die in den USA vor der Wahl am heftigsten diskutiert wurden. Das einzige was mir persönlich fehlt, ist die Möglichkeit als Republikaner zu behaupten, dass Obama in Kenia geboren wurde und der Antichrist ist.

PRO
  • man lernt etwas über das Wahlsystem der USA
CON
  • nicht besonders realistisch
  • schlecht übersetzt
  • schlechte Grafik
  • gelber Text auf weißem Hintergrund
  • online Aktivierung
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