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Train Fever

Die Aufgabe des Spielers ist es die Verkehrsverbindungen anzulegen, wobei es sich dabei hauptsächlich um Zugverbindungen handelt, wie der Titel des Spiels vermuten lässt. Ein Ziel gibt es dabei nicht wirklich, nur Erfolge, die man freischalten kann. Es liegt also am Spieler eine Motivation zu finden. Dies ist auch nicht schwer, da das Optimieren eines vorhandenen Verkehrsnetz genausoviel Spaß macht wie das Anlegen.

Zeitepochen

Das Spiel beginnt im Jahr 1850, in einer Zeit, in der man die PS der Straßenbahnen noch feststellen konnte, indem man die Pferde zählte, die diese ziehen. Je länger man spielt, desto mehr Zeit vergeht und mit dem industriellen Fortschritt können immer modernere Transportmittel gekauft werden, während veraltete aus dem Stadtbild verschwinden. Neben den Fahrzeugen verändert sich auch das Erscheinungsbild der Städte. Wo einst kleine Häuser standen befinden sich später hohe Wohnhäuser und auf den einst ausgestorbenen Straßen tummeln sich bald nicht mehr nur die Straßenbahn und Fußgänger, sondern zahlreiche Autos, mit denen die virtuelle Bevölkerung auch die Nachbarstädte aufsucht. Auch die Straßen selbst bekommen ein anderes Aussehen und Gebäude, wie das Wartehäusern für den Bus oder die Straßenbahn, sehen später moderner aus.

Fahrzeuge

Die Fahrzeuge werden in Depots gekauft, von dem aus diese zu der ihnen zugeteilten Strecke finden müssen. Diese werden auch verwendet um veraltete Fahrzeuge zu verkaufen, oder um weitere Waggons an einen Zug zu hängen. Jedes Monat werden Kosten fällig, die vom Alter des Transportmittels abhängen. Je älter das Fahrzeug, desto mehr muss gezahlt werden. Diese zu ersetzen ist jedoch nicht sofort nötig wenn ihre Lebensdauer überschritten wird und sie können unter Umständen noch jahrelang Gewinne erzielen. Weiters unterscheiden sich die monatlichen Kosten besonders bei den Zügen teilweise sehr und es sollte auch gut überlegt werden, welcher Zug gekauft wird und wie viele Anhänger mitgezogen werden sollen.
Es gibt zwar die Möglichkeit Fahrzeuge zu einem Depot zu schicken und sofort zu verkaufen, doch leider fehlt die Option diese durch neuere Versionen zu ersetzen. So muss man den neuen wieder einen brauchbaren Namen geben sowie einer Strecke zuteilen. Neben den Fahrzeugen können auch die Strecken und vieles mehr umbenannt werden.

Big Brother

Möchte man etwas im Auge behalten, kann man dieses in einem Fenster verfolgen. Dabei kann man alles verfolgen, was sich auf der Karte herumtreibt, von Zügen bis zu jedem einzelnen Bewohner. Weiters kann man sich von jeder Person anzeigen lassen, wo diese wohnt und welche Orte diese sonst noch aufsucht. Dies ist zwar nett anzusehen, doch wirklich brauchbar ist diese Information nicht.

Transportwege

Zwischen den Städten können Zugverbindungen angelegt werden, mit denen Personen transportiert werden. In den Städten selbst können Bus- und Straßenbahn eingerichtet werden. Weiters können Güter transportiert werden, die vom Erzeugungsort zur Verarbeitung transportiert werden und danach in die Stadt.
Die Verbindungen für die Züge müssen vom Spieler selbst aufgebaut werden, während Busse auf den bereits vorhandenen Straßen fahren können. Straßenbahnen können ebenfalls die Straßen verwenden, doch müssen diese dafür zuerst mit Schienen ausgestattet werden. Zusätzlich kann der Spieler selbst auch Straßen anlegen.
Gebaut werden die Gleisverbindungen, indem man diese mit der Maus über den Untergrund zieht. Zusätzlich zu dem Gleis wird bei der Vorschau die maximale Geschwindigkeit angezeigt, mit der ein Zug diese entlang fahren kann. So kann man beim Bau einer Kurve die Einbußen in der Geschwindigkeit gut im Auge behalten. Weiters lassen sich Tunnel sowie Brücken bauen. Bei Letzteren ist ein Fluss oder tiefes Tal nicht unbedingt nötig und durch die Möglichkeit die Strecke anzuheben, kann man auch Brücken über Berge bauen. Besonders hilfreich sind beim Bauen die Höhenlinien, die man sich optional anzeigen lassen kann. Natürlich lassen sich auch Weichen einrichten, indem man Gleise von oder zu einer bereits vorhandenen Strecke baut. Mit Eisenbahnsignalen kann man die Züge dann zum Warten bringen ohne dass sie sich in die Quere kommen.
Nachdem die Verbindung vorhanden ist und auch Haltestellen bzw. Bahnhöfe errichtet wurden, müssen die Linien festgelegt werden, denen danach die Fahrzeuge zugeteilt werden.

Wie bereits erwähnt, können neben Personen auch Güter transportiert werden. Diese werden an bestimmten Stellen erzeugt und müssen zur Weiterverarbeitung gebracht werden. Dort werden daraus generische Produkte erstellt, die in den Städten landen sollten. Befinden sich diese in der Nähe, bewältigen sie den Weg ohne zusätzliches Eingreifen des Spielers und steigen nur auf die angelegten Transportwege um, wenn diese schneller als der direkte Weg sind. Je größer die Abnahme der Produkte, desto größer ist auch die Produktion. Bei industriellen Einrichtungen, weit entfernt von der Zivilisation, ist diese zuerst noch 0. Möchte man diese mit Zügen und zahlreichen Anhängern aufsuchen, werden jahrelange Verluste die Folge sein. Zum Glück kann man auch Lastwägen für die Arbeit einsetzen bis die Produktion steigt und sich eine Zugstrecke auszahlt.

Möchte man etwas über die Stadt in Erfahrung bringen, kann man sich anzeigen lassen, welchen Zweck die einzelnen Gebäude haben. Mit diesem Informationen kann man dann zum Beispiel eine Verbindung einrichten, die von Wohnhäusern zu industriellen Gebäuden führt um den Bewohnern den Weg zur Arbeit zu erleichtern.

Schwierigkeit

Es handelt sich bei diesem Spiel eher um eine leichte oder „casual“ Wirtschaftssimulation. Es gibt zwar einige Zahlen zu betrachten, doch wirklich detailliert sind die Informationen nicht und nur auf der höchsten Schwierigkeitsstufe muss man zu Beginn sehr vorsichtig sein, um von den Schulden nicht erdrückt zu werden. Nachdem jedoch die ersten Züge fahren und Gewinn einbringen, kann der Geldsegen eigentlich nicht mehr gestoppt werden, solange man halbwegs vorsichtig ist. Weiters können die Züge bei einem Bahnhof auf der Stelle umdrehen. Auch Straßenbahnen und Busse drehen auf der Straße um, was jedoch nicht besonders schön anzusehen ist.

Problemchen

Leider wirkt das Spiel noch nicht ganz fertig und viele Kleinigkeiten verringern den Spielspaß sehr. Besonders das Erbauen der Zugstrecken ist oft frustrierend. Viele der im folgenden aufgezählten Punkte sind zwar keine Gründe um das Spiel nicht zu kaufen, doch möchte ich einige aufzählen, damit man sich etwas darunter vorstellen kann.

Ist der Bau von Gleisen aus irgendeinem Grund nicht möglich, werden Meldungen angezeigt, die den Spieler darüber informieren. Diese sagen jedoch meist wenig über das Problem aus, doch kann man die Ursache auch erahnen. Möchte man Bahnübergänge einrichten, lassen sich die Gleise über eine Straße legen, eine Straße über Gleise zu bauen, ist jedoch nicht möglich. Schienen für Straßenbahnen können nicht auf Bahnübergängen gebaut werden, doch sind diese bereits vorhanden, lassen sich Gleise darüber legen. Haltestellen sind mit blauen Icons versehen, damit diese von weiter Ferne leicht gesehen werden, ist man aber im Abriss-Modus, verschwinden diese. Die Namen der Städte verschwinden beim Anlegen einer neuen Route, was es erschwert diese zu benennen. Bereits vorhandene Straßen können modernisiert werden, Gleise und Gebäude jedoch nicht. Der Umbau von Bahnhöfen ist nicht möglich und sollte man ein weiteres Gleis benötigen muss der Alte abgerissen werden. An der gleichen Stelle ist dies jedoch nicht möglich und weitere Umbauten an den Gleisen werden nötig.

Leider wird das Spiel von einem Bug heimgesucht, der dafür sorgt, dass Fahrgäste aus einem fahrenden Zug verschwinden. Obwohl mit einigen unzufriedenen Gästen gerechnet werden sollte, die lieber vom Zug springen als eine weitere Stunde darin zu verbringen, ist die Rate, mit der sie das Weite suchen, doch beängstigend. Dies passiert nicht bei jeder Fahrt, doch durchschnittlich über alle Strecken verabschiedet sich mindestens ein Passagier pro Fahrt.

Ein weiteres Problem sind die Abstürze, die sich zu Beginn noch in Grenzen hielten. Nach vielen Jahren und zahlreichen erbauten Strecken, verabschiedete sich das Spiel ca. einmal pro Stunde.

Weiters sollte die Performance angesprochen werden, die bei diesem Spiel unverständlich schlecht ist. Wahrscheinlich ist die detaillierte Simulation der einzelnen Bürger dafür verantwortlich, doch wäre das Spiel nicht schlechter, wenn in diese oberflächlicher wäre.

Fazit

stefan

Train Fever ist eine einfach gehaltene Wirtschaftssimulation, die man schnell beherrscht und bei der man sich auf das Bauen der Strecken konzentrieren kann ohne ständig Zahlen beachten zu müssen. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten die Transportwege effizienter zu gestalten, wobei man besonders beim Personentransport in den Städten selbst den Gewinn schnell mehr als verdoppeln kann. Gewinnbringender Transport von Gütern ist jedoch etwas schwerer zu bewerkstelligen. Was gebaut wird, ist dem Spieler überlassen und lediglich mit den errungenen Erfolgen und dem Betrachten der Jahreszahl kann der Fortschritt gemessen werden. Ob eine Stadt nicht an das errichtete Verkehrsnetz angebunden wird, ist völlig egal. Die Züge sowie die anderen Fahrzeuge sind schön gestaltet und abwechslungsreich. Auch die Umgebung ist nett anzusehen, auch wenn diese nicht so detailliert ist und es macht Spaß dem Treiben zuzusehen, das immer hektischer wird. Weiters lassen sich alles mit kleinen Fenstern im Auge behalten und viele Informationen anzeigen, die zwar wenig bringen, dennoch interessant sind. Die Geräusche der Fahrzeuge hören sich sehr gut an, doch erklingt bei jeder Einnahme eine Kassa und dieses Geräusch wird schnell unerträglich. Leider gibt es viele Kleinigkeiten, die den Spielspaß gemeinsam stark verringern können und so schön die fahrenden Züge auch zu betrachten sind, ist das Erbauen der Strecken bei weitem nicht so komfortabel wie es sein sollte. Weiters gibt es vieles, das man mit einer etwas längeren Entwicklungszeit sicher hätte verbessern können. Was mit hoher Wahrscheinlichkeit der nahenden Deadline weichen musste, ist eine Übersichtskarte. Bei der Beta-Version gab es noch ein funktionsloses Icon, das auf eine Übersichtskarte schließen ließ. Diese wäre eine große Hilfe beim Anlegen des Streckennetzes. Weiters ist die Performance des Spiels unzureichend und das Verschwinden der Fahrgäste zwar störend, doch wird das Spiel dadurch nur gering beeinflusst. Auch die Stabilität lässt zu wünschen übrig und bei mir stürzte das Spiel im späteren Spielverlauf öfters ab.

PRO
  • schön gestaltete und abwechslungsreiche Fahrzeuge
  • gute Soundeffekte
  • hektisches Treiben in den Städten
  • sich veränderndes Stadtbild
  • Informationen über die Bevölkerung
CON
  • Kassengeräusch bei jeder Einnahme
  • sehr schlechte Performance
  • Abstürze
  • wirkt unfertig
  • keine Übersichtskarte
  • Austausch von alten Fahrzeugen benötigt bei großem Fuhrpark viel Zeit
  • Fahrgäste verschwinden aus den fahrenden Zügen
  • zahlreiche Kleinigkeiten
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