Review

Trackmania Turbo

Vier Jahre sind seit Trackmania 2 vergangen und dann wurde auch noch der Erscheinungstermin verschoben. Nach so langer Zeit müsste das Rennspiel sehr umfangreich geworden sein. Oder?

Kampagne

In der Solo-Kampagne gibt es insgesamt 200 Strecken, wobei zuerst nur die ersten 40 freigeschalten sind. Die nächsten 10 Strecken werden erst freigeschalten, wenn auf Jeder eine Bronze-Medaille gewonnen wurde.

Für die White und Green Serie funktioniert das so einfach, nur für die Blue und Red Serie werden Silber-Medaillen auf allen vorangegangenen Strecken benötigt. Für die Black Serie sogar Gold-Medaillen.

Dieses Limit ist zwar sehr streng, aber zum Glück gibt es einen Joker. Dieser kann eingesetzt werden, wenn dreimal die Zeit der vorigen Medaille erreicht wurde. Im Menü sind diese „erschummelten“ Strecken in einer anderen Farbe gekennzeichnet, sodass man später weiß, welche man nochmals versuchen sollte. Für die Ehrgeizigen gibt es auch noch die vorerst noch unbekannte Trackmaster-Zeit der Entwickler zu unterbieten.

Das Interface könnte noch verbessert werden. So wird zwar nach einer gewonnen Medaille angeboten die nächste Medaille versuchen zu gewinnen, doch wenn die erforderliche Zeit nicht dabeisteht, ist es schwer seine Chancen einzuschätzen. Desweiteren verstehe ich nicht, wieso die Durchgangszeiten am unteren Bildschirmrand angezeigt werden anstatt in der Mitte, sodass man seinen Blick von der Strecke abwenden muss um zu erfahren, ob man gut in der Zeit liegt. Gut wäre es auch, wenn vor dem Start des Rennens ein grober Blick auf die Strecke aus der Vogelperspektive möglich wäre. Im Ziel kann seine Fahrt in der Wiederholung angeschaut werden, nur eine Speicherung dieses Videos habe ich nicht gefunden.

Strecken

trackmania-turbo-loopingDie Strecken sind teilweise aus Trackmania 2 Canyon, Valley und Stadium übernommen und angepasst worden. Mit weiten Sprüngen, Power-Feldern und Stellen, wo der Motor bis zum nächsten Checkpoint ausfällt, muss man immer konzentriert bleiben. Trotzdem finde ich die Strecken einfacher als jene aus den vorigen Teilen, wo unerwartet Löcher auftauchten und man bei Sprüngen nach der weiteren Strecke Ausschau halten musste. Ganz neu hingegen ist der Rollercoaster Lagoon. Hier werden Abschnitte auf Sand gefahren, welche schwierig zu steuern sind. Highlight für Adrenalin-Junkies sind die Achterbahn-Abschnitte, wo man schnell aus der Ego-Perspektive die Schienen entlang rast und hofft bei den Loopings nicht stehen zu bleiben.

Lokaler Multiplayer

Zum gemeinsamen Spielen gibt es viele abwechslungsreiche Modi. Die Strecken können aus der Kampagne stammen, wobei nicht alles freigeschaltet sein muss (mit Ausnahme der letzten Serie). Damit die Besitzer des Spiels keinen zu großen Vorteil haben, kann die Strecke auch zufällig generiert oder ad-hoc gebaut werden.

Beim Hot Seat können bis 16 Spieler nacheinander versuchen die Zeit zu verbessern. Wer es nicht beim ersten Mal schafft, muss so lange kämpfen bis es ihm gelingt oder bis der Tank aufgebraucht ist, der sich ständig entleert, und er dann aus dem Spiel ausscheidet.

Beim Arcade hat jeder Spieler drei Versuche, mit denen er in die Top 10 fahren kann. Diese Modi sind auch als Double-Driver spielbar.

Im Split-Screen können Duelle oder Pokalrennen mit drei oder vier Spielern ausgetragen werden. Schade ist nur, dass dabei für jeden Teilnehmer ein Controller benötigt wird, anstatt sich eine Tastatur teilen zu können.

Hinter dem Menüpunkt Geheim verbergen sich 14 Modi, für die ein entsprechender Code eingegeben werden muss:

trackmania-turbo-monoscreenBeim Monoscreen Fun/Pro gibt es eine neutrale Kameraperspektive und wer seitlich, schneller oder langsamer als diese unterwegs ist, verliert ein Leben.

Beim Bonus Fun/Pro bekommen die Fahrer unterschiedliche Items, die das Fahrzeug wachsen oder schrumpfen lassen. Zusätzlich können Auto-Attrapten platziert werden, mit denen der Gegner zusammenstoßen kann.

Beim Smash Fun/Pro reicht es zum Beschleunigen nicht eine Taste gedrückt zu halten, sondern muss schnell hintereinander gedrückt werden.

Beim Stunt Fun/Pro bekommt man durch Tricks, die in der Luft durchgeführt werden, einen Geschwindigkeitsboost.

Die restlichen Modi sind eine Mischung aus den bereits erklärten. Leider wird der eingegebene Code nicht gespeichert, sodass man sich einen Schummelzettel anlegen muss oder immer wieder die Codes durchprobieren muss.

trackmania-turbo-double-driverAll diese Modi können auch als Double-Driver gespielt werden. Das bedeutet, dass zwei Spieler gemeinsam ein Auto steuern. Das klingt interessanter als es wirklich ist, weil Jeder so tun kann als würde er alleine fahren. Nur bei Hindernissen auf der Mitte der Straße muss dann abgesprochen werden, ob links oder rechts vorbeigefahren wird, denn bei Uneinigkeit bleibt das Auto einfach gerade.

Online Multiplayer

trackmania-turbo-raumIm Online-Multiplayer kann ein Spiel erstellt oder einem laufenden beigetreten werden. Die Liste der Spiele kann nach Umgebungen, Modi, Arten und Dauer gefiltert werden. Die Liste ist jedoch immer nach der Anzahl der aktiven Spieler absteigend sortiert. Mit einem Symbol wird angezeigt wie schwer das Rennen ist im Verhältnis zu der eigenen Stufe ist. Ein grünes Quadrat bedeutet einfach, ein gelbes Dreieck schwer und ein rotes Dreieck sehr schwer.

trackmania-turbo-onlineDie meisten Rennen laufen so ab, dass bis zu 100 Spieler eine Strecke fahren, so oft es in der vorgegebenen Zeit möglich ist. Die jeweils beste Zeit zählt für den aktuellen Highscore. Leider lassen sich, wie schon in der Open Beta kritisiert, die Geister der fremden Spieler nicht deaktivieren. Nachher wird gezeigt, ob sich der eigene Rang weltweit, im eigenen Land und im Bundesland geändert hat. Wie der Rang berechnet wird, ist allerdings unbekannt. Leaderboards mit den jeweiligen Top-Zeiten sucht man vergeblich. Da es auch keine Möglichkeit gibt Ghosts von seinen Mitstreitern downzuloaden, fühlt man sich trotz zahlreichen Mitstreitern einsam, da es keinen direkten Konkurrenten gibt. Ein Chat ist vorhanden, doch während der Fahrt hat man keine Zeit dafür und während der Ladezeiten steht er nicht zur Verfügung. Die automatische Begrüßung kann nervig werden.

Editor

trackmania-turbo-trackbuilderMit dem Trackbuilder können eigene Strecken erstellt werden. Dazu wählt man zuerst die Umgebung, die Stimmung (Sonnenaufgang, Tag, Sonnenuntergang, Nacht, Zufall) und den Modus. Im Anfängermodus stehen noch nicht so viele Möglichkeiten zur Auswahl. Im normalen Modus kann die Landschaft (Plateau, Wasser,…) ausgesucht werden und die Bauteile sind grob in Kategorien eingeteilt. Weiters gibt es einen fortgeschrittenen Modus, bei dem die Landschaft auch verformt und Werbetafel platziert werden können.

Die Bedienung ist kompliziert mit Tastatur und Maus gelöst. Insgesamt dürfen nur 8500 Blocks verwendet werden. Nach dem Testen und Speichern muss die Strecke noch einer Art zugeordnet werden. Hier gibt es zum Beispiel die Sause, die ein Hindernis beinhaltet, welches mit Glück überwunden werden kann oder Offroad, bei dem man sich leicht verfahren kann. Die Strecken können nachher online geteilt werden, wobei sie nur eine unaussagekräftige Nummer bekommen.

In der Garage bekommt das Fahrzeugen einen persönlichen Anstrich. Bearbeitet werden kann die Flagge, die Lackierung, das Maskottchen, die Nummer und das Material. Leider müssen alle Muster (mit Ausnahme der Flagge) erst durch eine gewisse Anzahl an Gold-Medaillen freigeschaltet werden. Aber auch wer keinen Wert auf vollgepflasterte Autos legt, hat keine Möglichkeit die Symbole zu entfernen. Die „Legendary Paintworks“ bekommt man überhaupt erst, wenn genug Aufgaben des Ubisoft Clubs gelöst werden.

Grafik und Sound

Die Grafik sieht viel besser als bei den Vorgängern aus. Nur am Fahrzeug selbst hat es wenig Änderungen gegeben. Es gibt nur zwei Kameraperspektiven. Bei der Third-Car-Perspektive dauert es bei einer 180-Grad-Drehung ein bisschen bis die Kamera wieder hinter dem Fahrzeug ausgerichtet ist. Auch die Steuerung ist fix vorgegeben und kann nicht geändert werden. Da fällt es besonders auf, dass es nur wenige Einstellungen gibt.

Es gibt einen englischsprachigen Sprecher, der einen lobt oder mahnt vorsichtiger zu fahren. Der Countdown wird in unterschiedlichen Sprachen runtergezählt. Wie schon im Preview geschrieben, soll sich die Musik an den Fahrstil anpassen. Bemerkt habe ich das kaum. Stattdessen habe ich mir gewünscht, dass die poppige Musik weiterspielt, auch wenn ich durch einen Checkpoint fahre.

Fazit

andrea

Nach so vielen Jahren macht es einfach wieder Spaß abgedrehte Strecken entlang zu rasen. In der Kampagne ist es schwer in Genuss aller 200 Strecken zu kommen, weil diesmal auf allen vorherigen Strecken Medaillen nötig sind. Ohne dem Joker-System wäre dies für Viele unmöglich. Weiters finde ich die Strecken fast schon zu kurz und zu leicht, aber dafür sind die Zeitlimits recht knackig. Das Looping-Szenario ist - für Schwindelfreie - aufregend. Dank der verbesserten Grafik ist das Spiel ein Augenschmaus. Der große Minuspunkt ist allerdings das Interface. Neben fehlenden oder ungeschickt platzierten Informationen, ist der Trackbuilder mühsam zu bedienen. Auch der Online-Multiplayer macht nur wenig Spaß, da einerseits die vielen Geisterautos die Strecke verdecken können und andererseits man nur schwer einschätzen kann wie gut man im eigenen Land ist. Der lokale Multiplayer mit seinen abwechslungsreichen Modi macht hingegen viel Spaß, auch wenn für jeden Teilnehmer meist ein eigenes Eingabegerät vorhanden sein muss.

PRO
  • viele Strecken
  • abwechslungsreiche Multiplayer-Modi
  • Joker-System
  • gute Grafik
CON
  • schlechtes Interface
  • langweiliger Online-Multiplayer
  • viel Können erforderlich um weitere Strecken freizuschalten
  • kein individuell gestaltetes Fahrzeug
  • umständlicher Editor
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