Review

Tom Clancy’s The Division

Als "The Division" im Jahr 2013 auf der E3 zum ersten Mal vorgestellt wurde, war die Begeisterung sehr groß. Ein Third-Person-Shooter in einer detaillierten Open-World, welche ein neues Setting bot. Zusammen mit der hervorragenden Grafik wuchs der Hype um "The Division". Als die Gamerszene im Jahr 2016 bereits mehrmals enttäuscht wurde von überglorifizierten Spielen, wuchs das Misstrauen gegenüber gehypten Spielen, so auch gegenüber "The Division". War dieses Misstrauen berechtigt oder hätten die Spieler dem Hype vertrauen sollen? Mehr dazu in dieser Review.

Story

Die Geschichte von „The Division“ erfüllt den Zweck

Der Schauplatz von „The Division“ ist New York, genauer gesagt Manhattan. Nachdem am Black Friday ein Pockenvirus große Bevölkerungsteile der Stadt dahingerafft hat, bricht das Chaos aus. Die Regierung hat die Lage nicht mehr unter Kontrolle, Plünderer und Banden beherrschen die Straßen. Lebensmittel und Medikamente sind knapp, die Einwohner der Stadt kämpfen ums Überleben. Um der Lage Herr zu werden, werden die Agenten der Division aktiviert. Diese werden als allzeit bereite, gut ausgebildete Elite-Truppen beschrieben, welche bis zu ihrer Aktivierung ein ganz normales Leben führen. Die Agenten sollen das Militär, die JTF, unterstützen, Recht und Ordnung in Manhattan wiederherstellen und falls möglich ein Gegenmittel finden. Wir spielen einer dieser Agenten.

Auch wenn die Story einen guten Ausgangspunkt bietet, wird sie anschließend nicht sehr interessant erzählt. Die Geschichte dient eher als Mittel zum Zweck, um die vielen Missionen mit einen Kontext  zu versehen.

Gameplay

Deckung ist essentiell, um zu überleben

„The Division“ unterscheidet sich beim grundsätzlichen Gameplay nicht groß von anderen Third-Person-Shootern. Allerdings ist das Spiel deckungsbasierter und taktischer als vergleichbare Titel. So funktioniert stumpfes auf den Gegner zu rennen nur kurzfristig, da wir bei Beschuss sehr schnell sterben. Außerdem ist es per Druck auf die Leertaste möglich, schnell von einer Deckung zu nächsten zu huschen.

Missionen

Ein Hauptziel des Spiels ist es, unser Hauptquartier auszubauen. Es gibt drei getrennte Bereiche: den Medizin-Flügel, den Tech-Flügel und den Security-Flügel. Jeder bietet eigene Missionen und kann getrennt von den anderen ausgebaut werden. Diese Missionen erzählen jeweils eine kleine Hintergrundgeschichte.

Wir können die Missionen jeweils alleine oder in einer Gruppe angehen, wobei das Koop-Gameplay vor allem mit Freunden um einiges mehr Spaß bereitet. Wenn wir sterben, können wir von unseren Teamkameraden wiederbelebt werden oder die Mission beginnt von neu, falls wir alleine Spielen.

Wenn wir Gegner töten und Missionen erledigen, bekommen wir Geld und Erfahrungspunkte. Mit Letzterem steigen wir in unserer Stufe auf. Das Ziel ist es, wie für RPG’s üblich, zu leveln und die bestmögliche Ausrüstung zu erhalten. Auch wenn das Gameplay zuerst sehr abwechslungsreich und interessant ist, wird es insbesondere gegen Ende des Spiels sehr repetitiv. Das Looten von Gegenständen stellt im Endgame keinen genügenden Unterhaltungsfaktor mehr dar.

Dark Zone

Plünderer lauern überall

Neben dem normalen Bereich gibt es auch noch eine abgeriegelte Zone, die sogenannte „Dark Zone“. Dieser Bereich wurde von dem Virus besonders hart getroffen, weshalb man hier fast ausschließlich auf Plünderer trifft. Der Schwierigkeitsgrad ist um einiges höher, allerdings warten auf den Spieler auch besondere Belohnungen und Gegenstände.

Hier ist es auch möglich andere Spieler anzugreifen und ihre Gegenstände zu plündern. Allerdings wird man für andere Spieler danach als Abtrünniger markiert, was bedeutet, dass wir von diesen verfolgt und umgebracht werden können. Falls wir als Abtrünniger sterben, verlieren wir zudem Erfahrungsstufen. Deshalb sollte man bevor man einen anderen Spieler angreift immer das Risiko abwägen.

Waffen und Ausrüstung

Wir erkunden die Strassen von Manhattan

Um uns gegen Plünderer zur Wehr zu setzen, stehen uns drei Waffenslots zur Verfügung, wobei einer immer durch eine Pistole mit unendlicher Munition besetzt ist. Des Weiteren gibt es mehrere verschiedene Granaten, welche wir gezielt auf die Positionen unserer Gegner befördern können. Zur Verteidigung, steht uns eine Vielzahl an Rüstungen zur Verfügung.

Es gibt verschiedene Arten um an Waffen und Rüstungen zu kommen: Wir können sie aus dem Inventar getöteter Gegner entnehmen, bei einem Händler kaufen oder – wie in den meisten MMO’s –  selbst herstellen. Die Waffen fühlen sich sehr realistisch an und haben teils auch einen beträchtlichen Rückstoß, weshalb Dauerfeuer im Gegensatz zu den meisten Third-Person-Shootern nicht sinnvoll ist.

Wie fast alle RPG’s hat auch „The Division“ einsetzbare Fähigkeiten. So können wir zum Beispiel ein mobiles Schild ausfahren, welches uns vor Beschuss schützt. Zuerst hat man nur drei Fähigkeiten zur Verfügung, mit dem Spielfortschritt kommen immer mehr dazu. Wir haben drei Fähigkeitenslots, zwei für aktive Fähigkeiten und einen für eine passive.

Spielwelt

„The Division“ bietet eine detaillierte Spielwelt

Die Spielwelt ist das Herz eines jeden Open-World-Spiels. Da „The Division“ in New York, einer Stadt, spielt, erwartet man keine große Abwechslung. Diese Erwartung trifft zwar zu, allerdings ist die Spielwelt erstaunlich detailliert. Die Straßen sind geprägt von Bergen aus Müllsäcken, brennenden Autos und Absperrungen. Dies macht das Wandern durch die Stadt abwechslungsreicher und somit interessanter.

Des Weiteren reagieren einige Objekte auf den Beschuss und die Bewegung des Spielers. So fallen zum Beispiel Autotüren aus der Verankerung, sobald man einige Schüsse auf diese abgibt. Auf das Gameplay nimmt dies zwar keinen Einfluss, aber solche Kleinigkeiten lassen die Spielwelt um einiges authentischer wirken.

Die Welt ist auch einigermaßen lebendig. Überlebende suchen auf der Straße nach Verwertbarem, Vögel betrachten die Stadt von oben und ab und zu gibt es spontane Kämpfe zwischen der JTF und Plünderer. Dabei stellt die JTF eine Koalition von Polizeibeamten, Feuerwehrleuten und Freiwilligen dar, welche den Bewohnern von New York helfen möchte. Die Lebendigkeit der Spielwelt ist zwar nicht vergleichbar mit derjenigen eines Witcher 3, aber für eine Stadt nach einer großen Katastrophe ist sie durchaus realistisch.

Grafik & Performance

Die Grafik ist sehr gut

Die Grafik von „The Division“ ist grundsätzlich sehr gut. Vor allem die Lichteffekte hauchen New York Leben ein. Die Performance an sich ist auch ganz gut, nur selten treten FPS-Einbrüche und Hänger auf.

Die größte Schwäche des Spiels ist allerdings die Vielzahl von Bugs. Spielabstürze sind keine Seltenheit. Auf höheren Level verschwinden Gegenstände. Auch kommt es manchmal vor, dass man durch den Boden fällt oder man irgendwo feststeckt und die Mission neu starten muss.

Fazit

simon

"The Division" bietet ein solides Gameplay in einer gut gestalteten, detaillierten Spielwelt. Das Schießen als Hauptelement des Spiels fühlt sich sehr realistisch an, das Kämpfen allgemein geht im Verhältnis zu anderen Third-Person-Shootern sehr taktisch einher. Mit zuerst interessanten Missionen und einer relativ abwechslungsreicher Spielwelt vergehen die ersten Stunden im Spiel wie im Flug. Mit der Dark Zone beinhaltet das Spiel auch einen PvP-Aspekt, was zusätzlichen Unterhaltungswert und Spannung mit sich bringt. Allerdings werden gegen Ende des Spiels die Missionen repetitiv und das reine Looten von Gegenständen bietet keinen weiteren Ansporn mehr. Die zahlreichen Bugs und Spielabstürze trüben zudem das Spielerlebnis.

PRO
  • Solides Gameplay
  • Detaillierte Spielwelt
  • Sowohl PvE als auch PvP
  • Gutes Schussgefühl
  • Taktische Gefechte
  • Ansehnliche Grafik
CON
  • Gegen Ende sinkt der Spielspass
  • Das Looten von Gegenständen an sich kann nicht motivieren
  • Bugs
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