Review

The Lion’s Song

Bei diesem Spiel handelt es sich um ein Adventure von österreichischen Entwicklern, bei dem nicht das Lösen von Rätseln im Vordergrund stehen, sondern die Geschichte, die mittels Dialogen erzählt wird.

Übersicht

Story

the-lions-song-menueWir schreiben das Jahr 1910 – kurz bevor der Erste Weltkrieg ausbricht. Es ist auch die Zeit von Gustav Klimt, Gustav Mahler und Sigmund Freud, denen man im Verlauf des Spiels kurz begegnet. Wie es heutzutage immer öfter üblich ist, wurde das Adventure in vier Episoden aufgeteilt. Dem ersten Anschein nach, hängen diese nicht zusammen, doch erkennt man bei genauerer Betrachtung, dass einige Nebencharaktere wiederholt erwähnt werden.

Episode 1: Silence

the-lions-song-wilmaIn dieser Geschichte geht es um Wilma, einer jungen Geigerin. Innerhalb von einer Woche muss sie eine Komposition für ein Konzert komponieren. Weil sie sich in Wien nicht konzentrieren kann, reist sie in eine abgelegene Hütte in den Alpen, die ihrem Professor gehört, in den sie heimlich verliebt zu sein scheint.

Episode 2: Anthology

the-lions-song-franzDiese Geschichte handelt von einem Maler namens Franz. Er ist immer auf der Suche nach Personen, die für ihn Modell stehen. Je nachdem in welche Richtung sich die Unterhaltung bewegt, werden verschiedene Facetten sichtbar. Sein Ziel ist es die strenge Kunsthistorikerin Grete zu überzeugen.

Episode 3: Derivation

the-lions-song-emmaIn dieser Geschichte spielt Emma die Hauptrolle. Sie ist Mathematikerin und versucht von den männlichen Kollegen akzeptiert zu werden. Gemeinsam mit dem Spieler versucht sie den Recniczek Zustand zu verstehen und zu beweisen.

Episode 4: Closure

the-lions-song-zugDer letzte Teil handelt von mehreren Personen, die sich während einer Zugfahrt Geschichten aus ihrem Leben erzählen. Diese handeln von den Beziehungen zu den drei Hauptcharakteren der vorigen Episoden.

Gameplay

the-lions-song-karteIn jeder Episode gibt es nur wenige Räume, die betreten werden können. Dabei hätte die im Spiel integrierte Karte der Wiener Innenstadt viele Möglichkeiten geboten. Weiters ist es nicht so einfach sich in einem Raum zu bewegen, weil oft unabsichtlich Dinge angeklickt werden können, sodass eine Unterhaltung beginnt. Anklickbare Pfeile hätten dieses Problem wahrscheinlich gelöst.

the-lions-song-gallerieDurch die geringe Anzahl an Räumen, gibt es auch nur wenige Möglichkeiten mit der Szene zu interagieren. Bei den Dialogen sollte man darauf gefasst sein, nicht alle Antwortmöglichkeiten ausprobieren zu können. Dies führt dazu, dass man öfters eine Wahl treffen muss, die Einfluss auf den weiteren Verlauf hat.

Am Ende jeder Episode sieht man wie viel Prozent der anderen Spieler dieselben Entscheidungen getroffen haben. Im Spiel selbst können nicht mehrere Speicherstände angelegt werden, doch kann man nach Beendigung der Geschichte zu einer Szene springen um den anderen Weg zu wählen. Doch danach muss die Geschichte nochmals durchgespielt werden um die Änderungen zu bemerken. Ich hätte mir einen Baum gewünscht, der die Entscheidungen und ihre Auswirkungen veranschaulicht. In ihrem Blogbeitrag werden ein paar Beispiele genannt wie sich diese auswirken können.

Grafik und Sound

Die Grafik ist in Brauntönen gehalten, sodass den Anschein eines alten Fotos erweckt. Das mag zu Beginn noch ungewohnt erscheinen, doch man gewöhnt sich bald daran.

Ungewohnt hingegen ist, dass es keine Sprachausgabe gibt. Es hätten keine außergewöhnlich guten Sprecher sein müssen, aber so fällt es schwerer eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen. Immerhin gibt es die Untertitel in mehreren Sprachen und um einzelnen Wörtern mehr Ausdruck zu verleihen, sind diese kursiv geschrieben oder zittern. Im Hintergrund spielt eine kaum auffallende Musik.

Fazit

andrea

Jede Episode nimmt in etwa eine Stunde Zeit in Anspruch. Teilweise ist mir das etwas zu wenig, da ich gerne gewusst hätte wie es mit den Charakteren weitergeht, wenn sie ihr Ziel erreicht haben. Besonders gut hat mir die dritte Episode gefallen, weil diesmal auch kleine Aufgaben eingebaut waren und nicht nur Dialoge. Ein bisschen enttäuscht bin ich vom Ende, weil ich mir gewünscht hätte, dass die vorherigen Episoden stärker miteinander verknüpft werden. Auch den Einfluss der Entscheidungen kann man nur schwer nachvollziehen. Schade, dass die Dialoge nicht vertont wurden. Wer noch nicht ganz überzeugt ist, kann die erste Episode kostenlos spielen.

PRO
  • interessante Story
  • Grafik passend zur damaligen Zeit
  • Wiederdurchspielwert aufgrund von Entscheidungen
CON
  • keine Sprachausgabe
  • wenige Räume
  • kaum Rätsel
  • Entscheidungen haben nur wenig Einfluss
Veröffentlicht unter Allgemein

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