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The Last Tinker: City of Colors

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Der erste Abschnitt endet damit, dass Korus knuffeliger Begleiter von aggressiven roten Bewohner angegriffen wird. In der Not kommt ein lila Geist vorbei, der ihn heilt. Als Dank soll man ihn in den Tempel folgen. Dort wartet schon die erste Herausforderung auf uns. W√§chter mit Laternen √ľberwachen das Gebiet und wenn man entdeckt wird, muss man wieder von vorne beginnen. Hier ben√∂tigt man schon mehrere Versuche, weil es meistens zwischen zwei W√§chtern nur einen kleinen Bereich gibt, wo man in Ruhe stehen bleiben kann. Auch ist nicht ganz klar, dass man nicht in der Mitte zum Tempel gelangt, sondern nur auf der linken Seite eine Ebene h√∂her klettern kann. Danach offenbart sich: Der Geist hat was B√∂ses im Schilde und die ganzen Farben verschwinden und werden durch Bleiche ersetzt.

Zum Gl√ľck gibt es am Weg einige Speicherstellen, sodass man nicht immer von vorne anfangen muss. Beendet man das Spiel aber zwischendurch, wird dieser Fortschritt nicht gespeichert. Stattdessen muss man den gesamten Abschnitt neu beginnen, was manchmal sehr demotivierend sein kann.

In Tinkerworld leben auch noch Biggs und Bomber, die oft n√ľtzliche Dienste erweisen. Biggs ist gro√ü und wenn man ihn abschie√üt, h√ľpft er in die Luft und l√∂st so Schalter aus. Man kann auch von ihm getragen werden und so Netze und Gegner zerst√∂ren. Wenn er weint, dann wird seine Umgebung bunt. Hin und wieder gibt es eine Blume, die aus Biggs Bomber und aus Bomber Biggs macht. Das kann hilfreich sein, weil Bomber viel kleiner ist und Steinhaufen explodieren lassen kann. Man kann ihn auch durch Rohrsysteme schieben, damit er an Stellen gelangt, an die er sonst nicht kommen w√ľrde, da er nicht springen kann. Wenn er weint, werden die Gegner verjagt. Am besten ist es, sie immer auf Blumenfl√§chen warten zu lassen, damit man nicht quer durch die Stadt laufen muss um ihn mit Pfeifen dorthin zu bringen, wo man ihn braucht. Denn mittels den Blumenfl√§chen kann man sie teleportieren.

Wenn man Geister befreit, erh√§lt man ihr Zauberkraft. Beim Roten sind das st√§rkere Schl√§ge, mit der gr√ľnen Kraft kann man f√ľr kurz die Zeit anhalten und die Blaue l√§sst die Gegner kurz einfrieren. Allerdings kann man diese Kr√§fte nur verwenden, wenn die Macht-Anzeige gef√ľllt ist. Das geschieht entweder durch Einsammeln der seltenen blauen Kugeln oder automatisch, wenn man an einem bunten Turm vorbeil√§uft.

Ansonsten hat man verschiedene Schlagtechniken, die mit der Zeit freigeschaltet werden und auch im Dojo mittels Kristallen gekauft werden. Kristalle sind in allen Kisten versteckt, die man leicht zerschlagen kann. In Sackgassen sind meist auch Pinsel versteckt, mit denen man Zeichnungen zum Spiel freischalten kann. Die Angriffe werden mit der Maus ausgef√ľhrt, obwohl es ungew√∂hnlich ist, dass dazu auch das Mausrad eingesetzt wird: Hinaufscrollen ist ein bestimmter Schlag, hinunterscrollen ein anderer. Mit angeschlossenem Controller ist das einfacher. Einsetzen muss man das bei Bleichspuckern, die einen schlagen oder beschie√üen. Lauern k√∂nnen sie fast √ľberall, aber meistens dort, wo die Farbe entwichen ist und nur mehr Bleiche √ľbrig ist.

Mit diesem Wissen ist es noch immer knifflig manche Aufgaben zu l√∂sen. Einserseits gibt es nur einen L√∂sungsweg und andererseits ist der Aufgabenstellung sehr schwammig formuliert. Also l√§uft man oft hin und her bis man den Mechanismus herausgefunden hat und dann vergeht noch einiges an Zeit bis man es geschafft hat diesen umzusetzen. Man kann zwar als Schwierigkeit „F√ľr Kinder“ w√§hlen, doch gibt es dabei weder Tipps noch Erleichterungen, sondern nur die Anzahl der abgezogenen Gesundheitspunkte ist geringer. Erschwerend kommen noch Geschicklichkeits-Passagen hinzu. Dabei entpuppt sich das automatische Springen als Fluch, da man zwar den Zeitpunkt, aber nicht die Weite bestimmen kann. Dabei kommt es oft vor, dass der Sprung nicht ausgef√ľhrt wird, weil man anscheinend nicht im richtigen Moment gedr√ľckt hat. So landet man √∂fter als einem lieb ist im Abgrund. √Ąhnlich verh√§lt es sich mit dem Surfen auf Schienen. Meist flitzt man entlang, sodass man die Umgebung nur verschwommen wahr nimmt. Aber manchmal tauchen pl√∂tzlich Dornen auf, denen man ausweichen muss, indem man auf die Nebenbahn springt. Das Zeitfenster zum Wechseln ist daf√ľr viel zu klein gew√§hlt.

Der Ablauf der Aufgaben scheint auch immer derselbe zu sein: Um einen Geist befreien zu k√∂nnen, muss man erst Aufgaben erf√ľllen um hineingelassen zu werden. Dann ist der Geist √§ngstlich, sodass man ihm zeigen muss, dass man freundlich ist. Danach muss man ihm noch einen Wunsch erf√ľllen. Schlie√ülich taucht der b√∂se Geist auf und man muss aus der Traumwelt entkommen. Durch diesen eint√∂nigen Ablauf wird das Spiel k√ľnstlich in die L√§nge gezogen und die Ereignisse sind schon vorhersehbar. Gegen die zahlreichen gro√üen Gegner hat man kaum eine Chance und man fragt sich, warum es soviele Bewohner gibt, aber niemand hilft. Das ist zum Beispiel in Harry Potter besser gel√∂st, wo zwei Freunde vom Computer gesteuert werden und nicht sterben k√∂nnen.

Grafik und Sound

Die bunte und farbenfrohe Welt gibt es kaum mehr. Stattdessen ist alles wei√ü und man sollte damit nicht in Ber√ľhrung kommen. Daher ist in diesem Bereich die Grafik nicht so toll. Aber auch bei den bunten Stadtteilen gibt es Ausrei√üer, wie zum Beispiel den Blauen. Dort ist es meistens so d√ľster, dass man es nicht sieht, wenn man gegen ein Hindernis l√§uft. Besonders st√∂rend war auch der Regen, der alles Verschwimmen lie√ü, sodass ich nicht einmal die Sprechblasen lesen konnte, wenn ich genau davor stand. Das fiel mir aber auch in anderen Gebieten auf, dass der eingestellte Winkel nicht immer optimal ist. Weiters hat man auch mit Grafikfehlern zu k√§mpfen, wenn man sich pl√∂tzlich in Objekten befindet und die einen die Sicht verstellen. Allgemein ist der Grafikstil aber originell, weil versucht wurde einiges mit Karton darzustellen. Der Sound ist in Ordnung und h√§lt sich im Hintergrund, sodass er kaum auff√§lt. Allerdings nervt das Fipsen der Bewohner, w√§hrend sie sprechen sollten.

Fazit

andrea

Wie man im Preview lesen konnte, hat mir das Spiel richtig Spa√ü gemacht, weil die Aufgaben so abwechslungsreich waren und die Welt so sch√∂n bunt war. Danach ist sie aber meist voller Bleiche und die Aufgaben sind immer wieder dieselben. So habe ich schon mehr als 10 Stunden im Spiel verbracht, ohne den Endgegner zu besiegen. Das liegt aber nicht an einer spannenden oder ausf√ľhrlichen Geschichte, sondern an den vielen Tods, denen ich gestorben bin. Aber nicht, weil ich schlecht bin, sondern weil ich wegen des automatischen Springens oft abgest√ľrzt bin und weil ich oft herumgelaufen bin um herauszufinden, was ich genau machen muss. Die Steuerung mit den verschiedenen Maustasten ist ungew√∂hnlich und teilweise hinderlich. Da kann ich es nicht verstehen, warum es einen Farbenblind-Modus gibt; man die Tastenbelegung aber nicht √§ndern kann. Die Schwierigkeit ist auch auf allen Stufen gleich gro√ü, also nicht unbedingt etwas "f√ľr Kinder". Trotzdem freut man sich wie ein Kind, wenn man eine knifflige Aufgabe gel√∂st hat und dann darauf kommt, dass die L√∂sung die ganze Zeit offensichtlich war.¬† W√§re die Welt bunter und nicht von den Bleichlingen heimgesucht, w√ľrde man sich gerne darin aufhalten. Eines ist jedoch gewiss: Koru und Tap haben Wiedererkennungswert!

PRO
  • einige Denkaufgaben ...
  • automatische Speicherung vor schwierigen Stellen ...
  • knuffige Wesen
  • weitl√§ufige Welt
  • Welt kann frei erkundet werden
CON
  • ... aber zuviele K√§mpfe
  • zu hohe Schwierigkeit auch auf der niedrigsten Stufe
  • ... beim Neustart muss der Abschnitt neu begonnen werden
  • seltsame Steuerung
  • langatmig
  • keine Hilfestellung
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