Review

Space-Rat Xplode

Bomberman wird den Spielern ein Begriff sein, die NES (Nintendo Entertainment System) noch kennen. Für das erschien 1984 eine der vielen Versionen des Spiels. Ob die Neuauflage sinnvoll ist und ob sie Spaß macht, erfährst du in diesem Test.

Spielprinzip

Aus der Vogelperspektive blickt man auf ein Spielfeld. Mit seiner Figur legt man Bomben, die entweder Hindernisse wegsprengen oder bestenfalls den Gegner. Hat man alle Konkurrenten umgebracht, ist man der Sieger, wird man aber selbst getroffen, endet das Spiel. Wenn eine Bombe gelegt wird, hat man kurz Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Das bedeutet in den meisten Fällen, dass man um die Ecke läuft, da sich die Gefahr nur senkrecht und waagrecht um ein paar Felder ausbreitet. Durch geschicktes Platzieren der Fallen kann man die Gegner in eine Sackgasse zwingen, sodass es für sie keinen Ausweg mehr gibt. Lustigerweise endet das Level noch nicht, wenn noch mindestens zwei Gegner übrig sind. Diesen kann man dann zusehen, obwohl sie sich nicht gegenseitig umbringen. Leider hat man auch nicht gewonnen, wenn das Feuer zuerst den Gegner und dann einen selber trifft.

Steuerung

Vor dem Start des Spiels öffnet sich ein Dialogfenster, in dem die Bildschirmauflösung und die Steuerung eingestellt werden können. Standardmäßig sind die Pfeiltasten zur Bewegung, die linkte Strg-Taste zum Legen von Bomben und die Alt-Taste für Spezialaktionen vorgegeben. Spieler 2 verwendet WASD, Q und E. Die Steuerung der Figur ist leider nicht gut umgesetzt, da sie sich nicht Feld für Feld vorbewegt, sondern nur einen Bruchteil. Dadurch kann man sich in Sicherheit wiegen, wenn man parallel verschoben zur Bombe steht. Schaut aber nur ein kleines Pixel hervor, so wird man getroffen. Mittels der Esc-Taste kann man das Spiel jederzeit pausieren.

Spiel-Modi

Wählt man Kampagne, begleitet man die Weltraumratte Ziggy mit ihrem menschlichen Kumpel Stevie Lucas beim Kampf gegen die grünen Schrompfen. In der Rip-In Bar warten zehn Anfängerlevels, die man aber nicht unterschätzen sollte, da die Schrompfen schon ein bisschen taktisch vorgehen. In der Hot-Welt ist es im Gegensatz zum Namen sehr kalt, sodass man die Bomben am rutschigen Weg verschieben kann. Weiter geht es mit den Planeten Arsagan, Orkan und Argylia, sodass es insgesamt 50 Levels zu bewältigen gibt.
Beim Gefecht kann man ohne langes Herumgeklicke ein Spiel gegen den Computer oder einen Menschen am selben Gerät beginnen. Es gibt die Möglichkeit Last Rat Standig oder Deathmatch zu spielen. Bei Ersterem ist das Ziel, länger als alle anderen zu überleben. Scheidet einer von zwei Spielern aus, wird es eher langweilig für ihn, da er nur die Kameraperspektive ändern kann. Deathmatch ist schon spannender, da man kurz nach dem Tod wieder einsteigen darf. Sieger wird derjenige, der nach einer gewissen Zeit die meisten Punkte besitzt. Diese bekommt man durch Sprengen von Gegnern, ein Selbstmord bringt einen Minuspunkt. Allerdings kann man nie eine negative Zahl erreichen. Ein verschwundener Gegner hinterlässt Gimmicks, die aufgesammelt werden können. Super ist, dass man auch in den Welten spielen kann, die man in der Kampagne noch nicht freigeschaltet hat, wenn man bei einem Level nicht weiterkommt. Klickt man bei der Auswahl einmal zu viel weiter, kann man mit der rechten Maustaste wieder in die andere Richtung blättern.
Übers Netzwerk kann man per Internet ein neues Spiel starten oder einem bereits bestehenden Spiel beitreten. Der Gastgeber kann auch Spieler hinauswerfen. Es gibt auch einen Chat, um sich mit den Mitspielern austauschen zu können. Danach können dieselben Einstellungen wie im Gefecht getätigt werden.

Unter wegsprengbaren Körpern können sich Gimmicks verstecken. Die blauen bewirken etwas Positives, die roten etwas Negatives und sollten am besten nicht berührt werden. Man kann mehrere hintereinander einsammeln, ohne welche zu verlieren. Im rechten unteren Bildschirmrand wird angezeigt, welche Aktion bei welcher Taste ausgelöst wird. Zu den Gimmicks zählen erhöhte Sprengkraft, schnellere Bewegung, höhere Bombenanzahl, die Möglichkeit Bomben zu schubsen oder zu werfen und Auslöserbomben. Am Spielfeld selbst gibt es manchmal auch einen Knopf, der ein Förderband oder einen Teleporter einschaltet. Im zusätzlich installierten Map-Editor können eigene Levels gebaut werden.

Grafik und Sound

Space-Rat ist ursprünglich ein Comic aus den Achtzigern, in dem Tikwa alle Figuren zeichnete. Dementsprechend darf man sich von der Grafik nicht viel erwarten: Die Figuren sind zwar dreidimensional, aber sehr einfach animiert. Für den Sound war Chris Hülsbeck zuständig, der früher für die Commodore64 und Amiga Musikstücke schrieb. Jetzt kommt man am PC in den Genuss der fetzigen Musik. In den paar Videos von Ziggy wurde Jörg Stuttmann verpflichtet, der sonst Cartman aus South Park seine Stimme leiht.

Fazit

andrea

Grundsätzlich ist es eine gute Idee, mit dem Spiel Fans des Comics und Fans von Bomberman zusammenzubringen. Auch wenn im Handbuch steht, dass das Spiel auch für Anfänger geeignet ist, ist die Schwierigkeit doch sehr schnell zu hoch. Mit der Zeit gesellt sich auch Langeweile hinzu, da die Gegner alle gleich ausschauen und auch die Spielfelder wenig Abwechslung bieten. Scrollende Levels hätten ein bisschen Pepp hineingebracht. Es ist gut, dass es die Möglichkeit gibt online zu spielen. Allerdings hätte man die maximale Teilnehmeranzahl ruhig auf 10 setzen können, damit das hektische Gewusel noch mehr zur Geltung kommt. Ob sich jedoch so viele finden würden, ist ein anderes Problem, da es momentan keine Mitspieler gibt und auch das Forum ausgestorben scheint. Die, die unsicher sind, ob ihnen das Spielprinzip zusagt, können auf Youtube Let's play-Videos von Tikwa anschauen oder sich die Demo installieren.

PRO
  • Mehrspielermodus ...
  • gute Gegner
  • Neuauflage eines Klassikers
CON
  • ... aber online niemand da
  • ungenaue Steuerung
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