Review

Pokémon Go

Der Hype um das erste Pokémon-Spiel für die Smartphones hat überrascht. Die als Stubenhocker verschrieene Spielergemeinde hielt sich nun viel lieber draußen auf. Doch nach einiger Zeit verlor das Spiel seinen Reiz. Es gibt zwar in unregelmäßigen Abständen größere Updates, doch die locken frustrierte Spieler auch nicht mehr zurück. Welche Dinge dringend geändert werden müssen, erkläre ich in diesem Review.

Übersicht

Gameplay

pokemon-go-fangenBei dieser App geht es darum auf zufällig auftauchende Pokémon Pokébälle zu schießen um diese zu fangen. Bälle gibt es an sogenannten Pokéstops, die sich an vorgegebenen Punkten wie Häuser oder Statuen befinden. Dabei bewegt man sich in der Stadt und kann dank der Augmented Reality (AR) die kleinen Monster in der Umgebung sehen, während das GPS die Position des Spielers an die Server von Niantic schickt. Seine besten Fänge können dann in Arenen zum Kampf antreten.

Tutorial

Bei Pokémon Go werden Spieler nur sehr oberflächlich in das Spiel eingeführt und müssen den Rest erst mit Hilfe des Internets herausfinden. So habe ich erst viel zu spät entdeckt, dass man mit seinen zurückgelegten Schritten Eier ausbrüten kann oder Spuren zu entfernten Pokémon lesen kann. Ich habe mich zwar über die Eier gewundert, die ich an Pokéstops gefunden habe, aber im unübersichtlichen Menü habe ich sie nicht gefunden. Auch die Änderungen eines Updates erfährt man nur auf der Seite im jeweiligen Store und nicht im Spiel.

Spielfluss

Pokémon Go ist darauf ausgerichtet unterwegs Pokémon zu fangen. Das ist an und für sich eine gute Idee. Doch irgendwie macht es keinen Sinn, wenn man alle paar Meter stehen bleiben und eventuell mehrere Bälle schießen muss bis das kleine Monster endlich eingesperrt ist. Das wäre ja nicht so schlimm, wenn man sich nicht nach jedem Versuch eine rund zehn-sekündige Animation ansehen müsste, ob das Pokémon jetzt drinnen bleibt oder wieder ausbüchst. Auch die Animationen für die Entwicklung eines Pokémon wird spätestens beim zweiten Mal zu langatmig. Nervig kann es werden, wenn plötzlich eine Meldung nur mit „Fehler“ oder „Versuche es später noch einmal“ aufscheint. So kann man auch keine Fehlersuche beginnen.

Pokéstops

pokemon-go-pokestopIch habe Mitleid mit den Spielern, die am Land wohnen. Dort gibt es nämlich weitaus weniger Pokéstops als in der Stadt. Deshalb wäre es nett, wenn alle Spieler einmal täglich beim Start der App ein paar Pokébälle bekommen. Denn der Trick, dass man verschossene Pokébälle durch Antippen wiederbekommt, hat sich leider als falsch herausgestellt. Pokéstops geben unterschiedlich viele Items her. So kann es schnell passieren, dass das Inventar voll ist undzahlreiche Items weggeworfen werden müssen. Das Problem würde sich reduzieren, wenn es möglich wäre von einem Pokéstop nur die benötigen Dinge einzustecken.

Der Ort der Pokéstops dürfte auf die Vorgänger-App namens Ingress zurückgehen, wo es möglich war eigene Orte vorzuschlagen. Trotzdem ist es auch bedenklich, dass dadurch Werbung für die betroffenen Firmen gemacht wird. Etwas seltsam mutet auch an, dass dann bei einem Pokéstop von einem Eisgeschäft steht „Das beste Eis von Wien“. Auch wenn die Platzierung fragwürdig sein kann, haben mich manche Pokéstops schon dazu gebracht mir die Umgebung genauer anzusehen um Skulpturen oder Graffitis zu entdecken, an denen ich vorher immer blind vorbeigelaufen bin.

Pokémon

Insgesamt müssen die 151 Pokémon der ersten Generation gesammelt werden. Meistens tauchen aber immer dieselben drei Stück (Taubsi, Rattfratz, Traumato) auf. Die sollten aber trotzdem gefangen werden, weil man diese gegen Bonbons eintauschen kann, mit denen die Entwicklung hervorgerufen werden kann. Bald besitzt man aber auch die maximale Anzahl an Pokémon, weshalb diese versendet werden können, wofür es wieder Bonbons gibt. Versenden ist auch ein schlecht gewählter Ausdruck, denn man könnte darunter auch verstehen die Pokémon seinen Freunden zu schicken.

Es empfiehlt sich immer die Besten (gemessen an den WP) zu behalten, wobei auch das Gewicht und andere Eigenschaften Einfluss auf die Stärke haben. Man kann seine Pokémon auch bewerten lassen. Leider werden dabei nur vorgefertigte Sätze verwenden, sodass man noch immer nicht weiß, welches Pokémon mit denselben WP-Punkten besser ist. So eine Bewertung würde direkt nach dem erfolgreichen Fangen eines Pokémon mehr helfen, da ich dann sofort weiß, ob ich schon bessere gefangen habe und somit dieses gleich versenden kann. Ein Trainer kann auch Levels aufsteigen, doch habe ich die Erfahrung gemacht, dass dies gar nicht so gut ist, da ich dann plötzlich Probleme hatte Pokémon mit wenigen WP zu fangen. Auch der beste aller drei Pokébälle, kombiniert mit einer Himbeere, ist noch kein Garant dafür ein Pokémon zu fangen. Hier wäre eine Anzeige über die Friedfertigkeit eines Pokémon nicht schlecht, denn ein farbiger Ring reicht nicht aus. Als nettes Gimmick gibt es Medaillen, die allerdings nur eine schöne Statistik anbieten statt zusätzlicher Items.

pokemon-go-mapAm unteren Rand der vereinfachten Straßenkarte werden Pokémon in der Nähe angezeigt. Als mit einem Update die Fußspuren-Anzeige entfernt wurde, die angezeigt hat wie weit bestimmte Pokémon entfernt sind, war die Aufregung groß. Ich nahm das eher gelassen zur Kenntnis, denn schließlich änderten sich die Pokémon in meiner Nähe, ohne dass ich mich bewegt habe und ich fange Pokémon, die laut dieser Anzeige gar nicht da sein dürften.

Zusätzlich hätte ich nicht die Zeit in alle vier Richtungen zu laufen um herauszufinden, wo sich nun mein gewünschtes Pokémon befindet und es dann trotzdem nicht getroffen habe. Wenn ich allerdings eine kompassähnlich Anzeige hätte, wäre ich auch bereit einen kurzen Umweg auf mich zu nehmen. FastPokeMap hilft dabei schon ein wenig, auch wenn sich die Frage stellt wie lange es diese Website noch geben wird. Das Problem wäre auch nicht so dramatisch, wenn es wie bei allen anderen Pokémon-Spielen die Möglichkeit gäbe die Pokémon mit anderen Spielern zu tauschen. Das ist umso wichtiger, solange es noch genug Spieler gibt, die noch nicht aufgrund den hier angesprochenen Probleme die Lust daran verloren haben. Das Vibrieren des Handys ist eine gute Idee, damit man nicht ständig aufs Display schaut. Leider funktioniert das nicht immer. Zusätzlich ist es auch schwer das Pokémon auf der Karte anzuklicken, da es sich gerne hinter Arenen versteckt. Hier könnte das Programm ruhig etwas mitdenken.

Kämpfe

pokemon-go-arenaAlle Pokémon-Trainer können sich ab Level 5 für eines von drei Teams entscheiden. Diese Wahl sollte gut überlegt und mit Freunden abgesprochen sein, da sie sich nicht mehr ändern lässt. Es fällt auf, dass sehr viele Arenen von Team Rot belegt sind, weshalb es vielleicht besser gewesen wäre die Teams zuzuteilen, damit die Verteilung ungefähr gleich ist.

Weiters können die Kämpfe auch sehr demotivierend werden, wenn man als Anfänger gegen sehr starke Pokémon antreten muss. Trotzdem hat man ein bisschen einen Vorteil, weil man mit sechs Kämpfern gegen ein Monster bessere Chancen hat. Es gibt zwar Vorschläge, welche man mitnehmen kann, doch für Neulinge ist eine genaue Studie, welcher Typ gegen welchen Typ stark ist, zu mühsam. Aus diesem Grund wäre es hilfreich, wenn die App diesbezüglich Tipps geben könnte.

pokemon-go-kampfAllgemein ist der Ablauf eines Kampfes sehr undurchsichtig, da es auch nach einem Sieg schon passieren kann, dass die Arena von einem anderen besetzt wird, der wahrscheinlich ebenfalls gerade gewonnen hat. Deshalb wäre ein Warteschlangen-System vorübergehend eine gute Lösung, wobei dies zu Frust führen kann, wenn jemand bei einem Bahnhof nur kurz bis zum eintreffenden Zug spielen möchte. Um eine Münze zu erhalten, mit der im Shop eingekauft werden kann, muss diese im Shop abgeholt werden solange man bis zu zehn Arenen besetzt hat. Das Abholen ist nur alle 21 Stunden möglich.

Fazit

andrea

Pokémon kennen die meisten aus ihrer Kindheit und jetzt sind sie wieder aktuell. Für jemanden wie mich, der oft unterwegs ist, ist die App natürlich perfekt, da man so an verschiedenen Orten immer wieder Pokémon fangen kann. Trotzdem nervt die App nach einer Weile, da immer dieselben Probleme auftreten: die immergleichen Pokémon, lange Animationen, unausgereiftes Kampfsystem, gefolgt von einem leeren Akku.

PRO
  • viele Pokémons
  • draußen bewegen
  • neue Orte kennenlernen
  • Updates versprochen
CON
  • ständige Internetverbindung und GPS-Empfang
  • wenige Erklärungen
  • unausgereiftes Kampfsystem
  • lange Animationen
  • unausgereifte Pokémonsuche
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