Review

Nintendo Switch

Wir haben die Nintendo Switch ein Monat lang auf Herz und Nieren getestet. Was uns an der neuen Konsole von Nintendo gefallen hat und was nicht erfährst du hier.

Hardware

Da ich der Meinung bin, dass die Performance nicht das Wichtigste ist, werde ich auf die typischen Vergleiche und Aufzählungen von GHz, RAM, Terraflops usw. verzichten. Weiters soll dieser Text eher unsere Erfahrung mit der Konsole wiedergeben und nicht alle technischen Details aufzählen. Interessierte können die genauen Spezifikationen auf der offiziellen Seite von Nintendo finden.

Der Interne Speicherplatz ist eher dürftig ausgefallen, doch kann dieser mit einer microSD-Karte erweitert werden.

Die Switch wird aktiv durch einen Lüfter gekühlt, der die warme Luft aus der Oberseite der Konsole bläst. Dieser ist sehr leise und wenn in einer ruhigen Umgebung ohne Ton gespielt wird, dann wird lediglich ein leises Säuseln wahrgenommen.

Die Konsole wird im Betrieb natürlich warm, was in der Handheld-Version kein Problem ist, da man ja die Joy-Con in der Hand hält und nicht das Dispaly. In der Docking-Station wird die Konsole wärmer als in den anderen Betriebsarten.

Der Akku hält wie versprochen bei Zelda rund drei Stunden. Somit kann man festhalten, dass das Gerät nicht unnötig oft leer ist, im Gegensatz zum Gamepad der Wii U. Es macht auch kaum einen Unterschied, dass die Konsole meist nur auf Standby ist und nicht ausgeschaltet wird. Möchte man die Switch ausschalten, muss die Einschaltatste länger gedrückt werden.

Verwendungsarten

Die Switch kann in drei Modi verwendet werden.

Traditionell am Fernseher angeschlossen

Nintendo-Switch-Docking-StationMit der Docking-Station kann die Switch wie eine herkömmliche Konsole an den Fernseher angeschlossen werden. In der Docking-Station selbst ist nicht viel drin. Lediglich eine Verkabelung zu diversen Anschlüssen. Die Switch selbst ist in der Docking-Station nicht fest drinnen, sondern wackelt noch ein wenig.

Die Switch kann jederzeit in die Docking-Station gesteckt und wieder herausgenommen werden. In unserer Preview haben wir angemerkt, dass dies immer mit einer Verzögerung verbunden ist und es etwas dauert bis man das Spiel weiterspielen kann. Dies hat sich sehr verbessert und das Spiel kann sofort weitergespielt werden.

Tabletop

Nintendo-Switch-TabletopMit einem kleinen Standfuß kann der Bildschirm aufgestellt werden, während die Spieler die einzelnen Joy-Con verwenden.

Der Standfuß ist dünn und obwohl dessen Unterseite aus Gummi ist, erweckt die ganze Konstruktion keinen sehr stabilen Eindruck. Dennoch steht die Switch damit überraschend gut. Ich würde aber auf jeden Fall vorsichtig damit umgehen und die Switch so auf keinen Fall z.B. auf einem Tisch aufstellen, an dem leicht jemand anstoßen könnte.

Natürlich sind nur flache und harte Untergründe dafür gemacht, die Switch so auf einem Polster aufzustellen funktioniert nicht gut. Ein weiteres Problem ist, dass die Switch so nicht aufgeladen werden kann, da der Steckplatz an der Unterseite der Konsole ist.

Unter dem Standfuß befindet sich der Slot für die MicroSD-Karte.

Handheld

Nintendo-Switch-PortabelDie Switch ist zwar portabel, aber nicht so gut wie der 3DS. Die Konsole kann zwar leicht an einen anderen Ort transportiert werden, doch damit z.B. im Bus zu spielen, ist eher unangenehm. Während der 3DS gerade noch in die Hosentasche passt, brauch ich das bei der Switch gar nicht erst zu versuchen. Ich könnte die Switch natürlich im Rucksack transportieren, doch diese dann immer herauszufischen um sie dann wieder einzupacken, ist lästig. Weiters ist die Chance auf Kratzer sehr hoch, da keine Schutzhülle mitgeliefert wurde.

Bereits Nintendo hat dieses Problem erkannt und davon gesprochen, dass es sich bei der Switch um keine tragbare Konsole wie den 3DS handelt und das „portable“ eher als ein leichtes transportieren an einen anderen Ort zu verstehen ist.

Die Konsole z.B. zu einem Treffen mit Freunden mitzunehmen, ist jedoch auch nicht ohne Probleme. Möchte man das Gerät an einen Fernseher anschließen, wird die Docking-Station benötigt, die dann auch wieder mitgeschleppt werden muss. Das kleine Display zum Spielen zu verwenden, ist zwar auch eine Option, doch wenn eine größere Gruppe gemeinsam 1-2-Switch spielen möchte, wird es unangenehm.

Um draußen zu spielen, ist das Display der Switch auch nicht so gut geeignet, da dieses sehr spiegelt und man daher mehr von seinem eigenen Antlitz als von dem Spiel sieht, was abhängig von der Person eher ein Vorteil oder ein Nachteil sein kann.

Joy-Con

Nintendo-Switch-Joy-ConDie Joy-Con, sowie deren Tasten sind eher klein, doch hatte ich damit kein Problem. Das Einzige, was mir in hektischen Situationen Schwierigkeiten bereitet hat, war das Drücken der „-“ Taste, da dabei der Daumen über den linken Thumb-Stick gehoben werden muss.

Die Thumb-Sticks der Joy-Con sind ziemlich kurz, was genaues Zielen schwer macht. Bei Splatoon 2 wird dieses Problem umgangen, indem auch mit der Bewegungssteuerung der Controller gezielt werden kann. Die eher ungenauen Sticks werden dann für das grobe Zielen verwenden und durch leichtes Bewegen des Controllers kann dann fein nachjustiert werden.

Nintendo-Switch-Joy-Con-GripWerden die beiden Joy-Con in den Joy-Con Grip gegeben, erhält man so einen Controller in einer eher traditionellen Form. Das Verlangen diesen zu verwenden, hatte ich bis jetzt noch nicht, da ich immer die Joy-Con selbst in der Hand halte, was auch sehr gut funktioniert.

Für Spiele, die mehr Körpereinsatz benötigen, gibt es wieder Schlaufen für die Handgelenke. Diese sind diesmal nicht direkt an dem Eingabegerät befestigt, sondern an einem Aufsatz, der an den Joy-Con befestigt wird.

Der Rechte der beiden Joy-Con wird für die Erkennung von amiibos verwendet.

Nintendo-Switch-Pro-ControllerEs gibt auch die Möglichkeit noch einen Nintendo Switch Pro Controller zu kaufen. Dieser hat größere Tasten und liegt sehr gut in der Hand.

Software

Nintendo-Switch-MenüWas die mitgelieferte Software betrifft, gibt es bei der Switch so gut wie nichts zu sehen. Neben den grundlegenden Dingen wie Einstellungen usw. gibt es nur den eShop, eine Galerie für die Screenshots und ein News-Portal.

Wenn die Konsole eingeschaltet wird, werden die verfügbaren Spiele in einer Reihe angezeigt, wobei das zuletzt gespielte an erster Stelle ist. Ordner erstellen oder die Reihenfolge ändern ist nicht möglich.

Vor dem Start eines Spiels, kann ein Nutzer ausgewählt werden, von denen insgesamt bis zu acht angelegt werden können. Sollte eine Person ein Spiel gekauft haben, kann dieses auch mit allen anderen gespielt werden.

Im Profil eines Nutzers können neben Spitzname, Profilbild und Hintergrund auch Freunde hinzugefügt werden. Dafür ist nicht ausschließlich der Freundescode notwendig, sondern kann auch nach gemeinsamen Spielen oder vor Ort, indem man dieselben Symbole anklickt, geschehen.

Es lassen sich nun endlich mehr als sechs Wlan-Verbindungen speichern. Obwohl kein Browser verwendet werden kann, ist es möglich fürs Einloggeneine Internetseite zu laden. Ich hatte manchmal ein schlechtes Signal, wenn sich der Router nicht im selben Raum befindet. Ein Lan-Kabel kann nur angesteckt werden, wenn man einen USB-Adapter verwendet.

eShop

Im Vergleich zum eShop auf dem 3DS ist der auf der Switch sehr simpel gehalten und bietet keine Möglichkeiten nach einem Genre oder etwas Ähnlichem zu suchen. Wahrscheinlich wird dieser noch ausgebaut, wenn die Spiele-Bibliothek der Switch etwas gewachsen ist. Erfreulich hingegen ist, dass die Downloadgröße nicht in Speicherblöcken angezeigt wird, sondern ganz normal in MB.

Galerie

In der Galerie könnnen die Screenshots nach Spielen gefiltert betrachtet, auf Facebook oder Twitter geteilt, oder auf die SD-Karte transferiert werden.

Screenshots können einfach per Knopfdruck gemacht werden, doch ist das nicht überall erlaubt, z.B. im eShop.

News-Portal

Das News-Portal beschränkt sich auf Neuigkeiten zu Nintendo-Spielen und erlaubt auch das Betrachten von Trailers und anderen Videos.

Miis

Die Miis gibt es immer noch, doch wurden sie unter den Optionen versteckt und wurden im Vergleich zur Wii U nicht erweitert.

Spielstände

Etwas seltsam ist, dass Spielstände nicht übertragen werden können.

Nintendo Account

Für den eShop ist nun ein Nintendo Account nötig, den viele wahrscheinlich bereits angelegt haben. Wer noch sein Guthaben vom 3DS oder der WiiU übertragen möchte, der muss den neuen Nintendo Account mit der Nintendo Network ID verknüpfen. Die Nintendo Network ID wurde früher verwendet und soll nun von dem Nintendo Account abgelöst werden.

Die dafür nötigen Schritte werden auf der Switch sowie auf den Webseiten von Nintendo gut erklärt, doch dauerte es bei mir ziemlich lange bis endlich alles mit allem verknüpft war. Weiters ist es nicht vorteilhaft, dass die Option zum Transfer des Guthabens erst erscheint, wenn man im eShop ein Spiel zum Kaufen auswählt.

Etwas lästig ist, dass der Nintendo Account nur 10 Zeichen erlaubt, die Nintendo Network ID jedoch mehr. Das habe ich erst bemerkt, als ich meinen Account bereits angelegt habe und zuerst glaubte, ich hätte den letzten Buchstaben vergessen. Erst dann ist mir der eher schwer zu erkennende Hinweis aufgefallen, der auf dieses Limit hinweist.

Parent Control App

Nintendo-Switch-Parental-ControlDie Switch selbst bietet keine Möglichkeit sie kindergerecht anzupassen. Möglich ist das erst durch eine App für iOS und Android. Die Einrichtung ist einfach und es können Spieldauer und erlaubte Inhalte festgelegt werden. Dazu muss die Switch allerdings mit dem Internet verbunden sein. Möchte man dort die Einstellungen ändern, muss ein vierstelliger Code eingegeben werden. Dies kann nervig werden, wenn man nur das Wlan wechseln möchte, da nach fast jedem Schritt danach gefragt wird. In der App selbst sieht man welches Spiel wie lange gespielt wurde und wenn der Code falsch eingegeben wurde. Eine Statistik wie lange welches Spiel verwendet wurde, fehlt leider, obwohl dies auf der WiiU möglich war.

Fazit

andrea

Es ist offensichtlich, dass bei der Switch zahlreiche Kompromisse gemacht wurden um die Vielseitigkeit der Konsole zu ermöglichen. Dies ist meiner Meinung ganz gut gelungen, doch gibt es einige Verbesserungsmöglichkeiten. Die Switch hätte einen HDMI-Eingang gut vertragen können, damit sie bei einem Treffen mit Freunden leichter an den Fernseher angeschlossen werden kann und so die Docking-Station nicht mitgenommen werden muss. Im Tabletop-Modus kann die Konsole nicht aufgeladen werden, was für mich oft ein Problem ist, da ich sie so gerne verwende. Was die Software abseits von den Spielen betrifft, hätte mehr auch nicht geschadet. Wenigstens ein Web-Browser oder Clients für diverse Streaming-Services wären nicht schlecht gewesen. Es gibt jedoch auch genug, das die Konsole richtig macht. Besonders gut finde ich, dass die Switch ohne den Erwerb eines zusätzlichen Controllers zwei Spieler unterstützt, was hoffentlich für mehr Spiele mit lokalem Multiplayer sorgen wird. Screenshots machen zu können, ist eine tolle Neuerung, doch ist das leider nicht bei allen Spielen möglich. Wie liberal die Publisher in dieser Hinsicht sein werden, wird sich noch zeigen. In die Docking-Station ist die Switch nur zum Testen gewandert, denn ich habe den Tabletop- und Handheld-Modus bevorzugt. Meistens stellte ich die Switch im Tabletop-Modus auf meinem Schreibtisch und hielt je einen Joy-Con in jeder Hand. Das geht aber nur, wenn man vor dem Schreibtisch mehr liegt als sitzt, da sonst der Betrachtungswingel zu steil ist. Unterwegs habe ich mit der Switch eigentlich nie gespielt und es scheint als wäre hier der 3DS noch länger mein treuer Begleiter.

PRO
  • verschiedene Verwendungsarten
  • Joy-Con liegen gut in der Hand
  • ausreichende Akkudauer
  • Screenshot-Funktion
CON
  • wenig vorinstallierte Software
  • Spielstände nicht übertragbar
  • kein LAN-Anschluss in der Docking-Station
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