Review

Men of War – Condemned Heroes

Das Spiel handelt von verurteilten sowjetischen Offizieren, die durch die Erfüllung gefährlicher Aufträge ihre Verbrechen sühnen sollen. Dies hört sich zwar unheimlich interessant an, doch wurde dieses Thema nicht wirklich in das Spiel eingebaut. Zwischen den zusammenhangslosen Missionen erfährt man lediglich die zu erledigenden Aufträge, während die ganze Hintergrundgeschichte in langen Texten untergebracht wurde, die über das Hauptmenü erreicht werden können. Zwischen den Missionen ändert sich auch häufig der Schauplatz und vergangene Errungenschaften scheinen unter den Tisch zu fallen.

Gameplay

Während der Missionen kommandiert man eine Handvoll Soldaten, die in der Zeit des zweiten Weltkriegs gegen deutsche Soldaten in den Kampf ziehen. Dabei sind sie dem Feind immer zahllos unterlegen und man muss mit überlegener Taktik die Schlachten für sich entscheiden. Gelegentlich bietet sich die Möglichkeit, dass die Sowjets einen Panzer oder ein Geschütz bedienen, welches man auch von den Gegnern übernehmen kann. Damit die Soldaten auf den Schlachtfeldern zu keinem leichten Ziel werden, ist es nötig sie hinter Deckungsmöglichkeiten oder in Schützengräben in Sicherheit zu bringen. Weiters gibt es Häuser in denen man die Soldaten verschanzen kann.

Neben Soldaten muss man sich auch gegen Panzer, Fahrzeuge und Geschütze zur Wehr setzen. Dabei macht es einen Unterschied, wo man diese bei einem Angriff trifft. Zerstört man zum Beispiel die Ketten eines Panzers, kann sich dieser nicht weiter fortbewegen, und wenn man seinen Turm trifft, ist dieser nicht mehr in der Lage Schüsse abzufeuern. Hat man ein gegnerisches Fahrzeug kampfunfähig gemacht, können die eigenen Soldaten dieses gelegentlich übernehmen, doch dies ist nur selten möglich. Zudem würde man einen Reparaturkasten brauchen um den Schaden an dem Fahrzeug zu reparieren. Diese Reparaturkästen sind jedoch nur dann verfügbar, wenn sie für das Abschließen einer Mission benötigt werden.

In den Missionen hat man oft vom Computer gesteuerte Verbündete, die jedoch nur blind in die Richtung der feindlichen Schützengräben laufen, ohne die zahlreichen Deckungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Besonders ärgerlich ist es wenn dieser Panzer hat und man mit seinen paar Soldaten dabei zusehen muss, wie diese nach und nach in den Tod geschickt werden bis die Front der Deutschen endlich durchbrochen ist.

KI

Die KI der eigenen Soldaten ist grauenhaft und man muss diese an einer sehr kurzen Leine führen, damit man bei den Schlachten eine Chance auf den Sieg hat. Zum Glück kann man ihnen jeglichen freien Willen nehmen und durch genaue Befehle fortan über jeden ihrer Schritte bestimmen. Das einzige, das man ihnen nicht verbieten kann, ist die Verwendung von Verbandspackungen, die sie auf der Flucht in Seelenruhe mitten im gegnerischen Beschuss auspacken und so zu einem leichten Ziel werden. Wenn man den Umgang mit den eigenen Soldaten beherrscht, kann man das Spiel bewältigen, doch auch nach langem Üben ist es fast unmöglich, eine gegnerische Stellung gleichzeitig von zwei Seiten aus anzugreifen, ohne dabei ein paar Soldaten durch deren Dummheit zu verlieren. Auch die KI der Gegner lässt zu wünschen übrig, doch ist sie auf jeden Fall besser als die der eigenen Soldaten.

Direkte Kontrolle

Ist man mit der Vorgehensweise eines Soldaten nicht zufrieden, kann man direkt die Kontrolle über diesen übernehmen und diesen wie in einem 3rd-Person-Shooter steuern. Neben den Soldaten kann man auch jedes Fahrzeug und Geschütz, das sie kontrollieren, befehligen. Dies macht das Spiel um einiges Interessanter und das direkte Steuern von Panzern sowie der Artillerie ist wirklich unterhaltsam.
Die Steuerung ist dabei selbstverständlich nicht mit der eines Shooters zu vergleichen und der Soldat bleibt auch öfters an der Umgebung hängen.

Inventar

Jeder Soldat, jedes Geschütz und jedes Fahrzeug besitzt ein eigenes Inventar, in dem die Ausrüstung der jeweiligen Einheit angezeigt wird. Bei einem Soldaten sind das unter anderen Waffen, Munition, Verbandspackungen und Granaten. Hat man eine Gruppe gegnerischer Soldaten besiegt, können die eigenen Soldaten deren Ausrüstung an sich nehmen. Befehligt man dabei eine Gruppe, wird die Ausrüstung auf die einzelnen Einheiten verteilt. Auch zerstörte Panzer und Geschütze können geplündert werden – was jedoch nicht sehr einfach ist, da jeder Soldat nur ein paar der großen Geschosse tragen kann. Weiters befinden sich in den gegnerischen Lagern Kisten, die wie es scheint Munition und ähnliches enthalten könnten, doch sind diese leider immer leer. Die einzigen Kisten, in denen sich etwas befindet, sind für die jeweilige Mission von Bedeutung.

Multiplayer

Im Multiplayer kann man in zwei Spielmodi gegen andere Spieler antreten. Auch bei den Karten gibt es keine große Auswahl und der ganze Multiplayer wirkt substanzlos. Da es auch kaum aktive Spieler gibt, sollte man das Spiel aufgrund des Singleplayer kaufen und über den Multiplayer hinwegsehen.

Fazit

stefan

Es ist schade, dass der Hintergrundgeschichte nur so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, und wenn man sich nicht dazu überwinden kann die langen Texte zu lesen, wird man davon nichts mitbekommen. Weiters wurden einige Spielelemente nicht anständig in das Spiel integriert und kommen nur dann zum Einsatz, wenn es für das Beenden der Mission von Bedeutung ist. Diese Missionen haben eigentlich keinen Inhalt, doch ist deren Durchführung unglaublich spannend. Oft habe ich völlig auf die Zeit vergessen, während ich den Soldaten dabei zusah, wie sie durch den Dreck krochen. Da bereits ein unüberlegter Befehl ausreicht, um den eigenen Trupp beachtlich zu dezimieren, muss jeder Schritt durchdacht sein. Doch egal wie vorsichtig man auch ist, die unbrauchbare KI der eigenen Soldaten wird öfter für Schläge auf den Tisch verantwortlich sein. Zuletzt sollte noch auf die beachtliche Schwierigkeit des Spiels hingewiesen werden. Für einige wird diese eine willkommene Herausforderung sein, doch ist das Spiel auch auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad sehr schwer.

PRO
  • direkte Steuerung der Einheiten
  • Einheiten haben eigenes Inventar
  • schön gestaltete Schauplätze
  • großartige Straßenkämpfe
  • fesselndes Gameplay
  • Gebäude können zerstört werden
CON
  • seltsame Vermittlung der Hintergrundgeschichte
  • stürzt gelegentlich ab
  • überall nur leere Kisten
  • KI der eigenen Soldaten ist grauenhaft
  • auch auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad sehr schwer
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