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Meine Tierpension – Tapsige Tiere machen Ferien

Wie der Titel schon verrät, handelt es sich um niedliche Tiere, die versorgt werden müssen. Mit dem großen Kopf, den Kulleraugen und süßen Bewegungen werden vorallem Kinder, insbesondere Mädchen, angesprochen. In den ersten Stunden sollten sie aber gemeinsam mit einem Erwachsenen spielen, da der meiste Text gelesen werden muss.

Tiere
In die eigene Tierpension werden im Laufe des Spielverlaufs Nager, Vögel, Katzen, Hunde und Pferde gebracht. Zu den Nagern gehören Meerschweinchen (Glatthaar, Rosetten) und Kaninchen (Langhaar, Zwergwidder). Bei den Vögeln gibt es Wellensittiche und Nymphensittiche. Katzen werden in Maine Coon, Siam, Karthäuser und Hauskatze unterteilt. Die Rassen Dalmatiner, Golden Retriever, Berner Sennen und Husky können bei den Hunden auftreten. Bei den Pferden gibt es Araber, Haflinger, Pinto und Hannoveraner. Aber alle haben gemein, dass die verschiedenen Rassen gleich aussehen und nur die Farbe die einzelnen Arten kennzeichnet. Bei Katzen, Hunden und Pferden gibt es auch kleine Versionen.

Der Kunde kommt vorbei und bittet den Spieler, auf sein Haustier zwischen zwei und fünf Tagen aufzupassen. Es gibt nur sechs verschiedene Typen von Besitzern: alte Frau, alter Mann, Reiseleiterin, Manager, Mädchen und Bub, die kurze Geschichten erzählen, warum sie kurze Zeit nicht auf ihr Tier aufpassen können: Sie verreisen, machen eine Party oder kümmern sich um kranke Verwandte. Danach bekommt man einen Steckbrief mit Name, Rasse, Alter, Gesundheit, Aufenthaltsdauer, Vorlieben und Preis. Man kann natürlich auch ablehnen, weshalb die Besucher sauer sind, aber sie kommen trotzdem bald wieder. Die ganzen Fakten muss man sich nicht merken, sondern können jederzeit mit der Leertaste abgerufen werden. Leider zählt die Aufenthaltsdauer automatisch herunter, sodass man nicht sieht, wie lange das Tier in Obhut war und somit das Gehalt berechnen könnte, damit man weiß, wie hoch das Trinkgeld bei guter Pflege war. Der Standardpreis für die Tierarten ist gestaffelt, sodass man z.B. mit Pferden 200 Taler pro Tag einnimmt.

Ein Arbeitstag beginnt um 8 Uhr. Entweder kann man ab 16 Uhr schon schlafen gehen oder um 20 Uhr ist es endgültig vorbei. Am Ende eines Tages erhält man eine Statistik mit verdientem Geld, angekommenen und abgeholten Tieren. Eine Minute im Spiel vergeht wie eine Sekunde in Wirklichkeit. Bei der Pflege der Tiere läuft die Uhr weiter, auch wenn sie nicht angezeigt wird.

Die Gesundheit der angekommenen Tiere ist meistens im gelben Bereich und verschlechtert sich pro Tag um einen Punkt. Von den insgesamt 10 Punkten ist die Höchstanzahl nie zu erreichen, da beim Verlassen des Tiermenüs sofort ein Punkt fehlt. Ist der Balken komplett leer, wird das Tier krank. Das wird aber nie passieren, weil die Aufenthaltsdauer schon vorher endet. Die Gesundheit setzt sich aus den Bedürfnissen Hunger, Sauberkeit, Komfort, Aktivität und Geselligkeit zusammen.

Gegen den Hunger kann man Standard-, Qualitäts- oder gemischtes Futter geben. Ersteres stillt ihn nicht so sehr wie die anderen. Um Futter zu mischen, klickt man die Futtereimer im Stall an, wählt dann zwei Zutaten, fährt mit dem Löffel hin und her und speichert die Mischung anschließend. Durch die verschiedenen Zutaten kann die Vorliebe des Haustieres herausgefunden werden, sodass es schneller satt wird. Die Futterschüssel zieht man dann an irgendeinen Platz, wo dann „füttern“ erscheint, aber nur wenige Millimeter daneben steht auch „zurücklegen“. Da muss man gut aufpassen, um nicht die falsche Tätigkeit auszuführen.

Die Sauberkeit erhöht man durch Pflegen. Dafür stehen zwei Bürsten zur Auswahl. Mit der ersten entfernt man den groben Schmutz (obwohl keiner vorhanden ist) und für die letzten zwei oder drei Punkte nimmt man die weichere Bürste. Beim Putzen wird nicht darauf geachtet, ob man in Fellrichtung streicht oder dagegen, ob man in die Augen fährt oder überhaupt das Tier berührt. Bei den Pferden muss man für die letzten zwei oder drei Punkte die Hufe auskratzen. Das ist eine mühsame Angelegenheit, weil es bei jedem der vier Hufe sechs Schmutzflecken gibt, wobei einer eine gute Minute berührt werden muss. Und dann gibt es im Stall noch einen Besen, mit dem man über die Hinterlassenschaften fährt.

Für den Komfort muss man das Tier nur streicheln. Die Anzeige füllt sich dann so schnell, dass die Anzeige für einen einzelnen Punkt gar nicht nachkommt. Den Punkt Geselligkeit steigert man mit kleinen Leckerchen oder Schmuck. Der Schmuck ist ziemlich kitschig wie Brille, Ohrring oder Hut, wobei jedem Tier drei Accessoires angezogen werden können.

Um die Aktivität zu steigern, gibt es mehrere Möglichkeiten: Mit Nagern kann man das Hütchenspiel spielen. Dazu zieht man den Ball zu einem der drei Hütchen und verweilt dort eine Weile, da sonst der Ball nicht registriert wird und man es ein weiteres Mal versuchen muss. Danach bewegen sich die Hütchen und man darf das mit dem Ball nicht aus den Augen lassen, denn schließlich muss man es anklicken. Liegt man falsch, steigert sich die Aktivität nicht, aber man kann es wieder versuchen. Zu Beginn ist es noch langsam, aber nach mehrmaligen aufeinanderfolgenden Ausführungen wird es schneller. Aber so wird wenigstens die Augenkoordination gefördert.

Vögel hingegen singen gerne. Zur Auswahl stehen drei klassische Melodien. Die Aufgabenstellung lautet, bei falschen Tönen die W-Taste zu drücken. Allerdings ist mit falschen Tönen eine Mehrstimmigkeit gemeint, sodass man die Stellen leicht erkennt. Nach einigen Durchgängen tritt das auch nicht mehr auf. Sehr störend ist allerdings, dass der Übergang vom Ende des Liedes zum Beginn sehr brutal ist, sodass man das zuerst für einen Fehler hält.

Katzen spielen gerne im Garten. Dazu wählt man einen der drei Gegenstände aus und fährt damit vor der Katze herum. Wenn sie damit spielen will, wird der Gegenstand eingefroren und man muss ihn loslassen, sodass sie ihm nachjagen kann. In den meisten Fällen zeigt sie aber keine Reaktion, sodass man alle mehrmals durchprobieren muss, bis es einmal funktioniert. Bei den Hunden gibt es dasselbe, nur dass es Apportieren genannt wird. Mit ihnen kann man auch noch im Wald Gassi gehen. Auf dem Weg blinken Sterne (auch durch die Bäume hindurch). An dieser Stelle bleibt der Hund stehen und buddelt, bevor es weitergeht. Man kann diese Stellen aber auch auslassen.

Mit Pferden kann man ausreiten. Auf dem Weg kann man Karotten für Punkte einsammeln und Sterne. Hindernissen kann man nicht ausweichen, sondern muss drübergehen. Bis zum Ziel wird die Zeit gestoppt, allerdings wird manchmal nicht registriert, dass man schon im Ziel ist, sodass man ein paar Meter zum Ende der Welt reiten muss, dann umdreht durchs Ziel durch, wieder umdreht und dann den Ritt erst beendet. Die Steuerung ist aber am schlimmsten: Die Geschwindigkeit ist viel zu hoch, kann nicht reguliert werden und ständig bleibt das Pferd auf der Seite der Strecke hängen, von der man es erst wieder wegführen muss. Fohlen können nicht geritten werden, aber dafür longiert. Dazu geht es im Kreis und ist mit dem Spieler durch eine Leine verbunden. Ziel ist es, dass das Pferd nicht vom Bildschirm verschwindet. Im Schritt ist es zu langsam und im Galopp zu schnell, sodass man die Gangart mit den Pfeiltasten steuern muss. Manchmal wird es aber schneller, obwohl man auf den Pfeil hinunter gedrückt hat.

Für alle Tierarten gibt es Tricks. Dabei soll man mit der Maus (mit verstecktem Mauszeiger) einen Kreis, ein Quadrat, ein Dreieck, einen Halbkreis oder eine Wellenlinie zeichnen. Je nach Tierart versteckt sich hinter dem Symbol eine Bewegung oder nicht. Wenn nicht, muss man ein anderes Zeichen auswählen. Leider ist die Erkennung sehr schlecht umgesetzt. So wird zum Beispiel ein Dreieck als Quadrat erkannt oder die Wellenlinie überhaupt nicht. Da hilft nur Geduld und Glück.

Die Steuerung ist nicht genau. Die Figur bleibt oft an Ecken hängen oder kommt bei unsichtbaren Hindernissen nicht weiter. Manche Spiele machen keinen Spaß, weil die Steuerung so schlecht ist. Zum Glück kann man diese Spiele auch auslassen. Im Vogelhaus ist es schwer, einen bestimmten Vogel auszuwählen, weil er so klein ist und sich schnell bewegt. Dazu kommt, dass sie sich hinter der Anzeige für Geld, Uhrzeit und Tage aufhalten. Erscheint dann noch eine Nachricht am oberen Bildschirmrand und möchte man diese anklicken, wird dann der Vogel ausgewählt, der sich darunter befand. Aber positiv anzumerken ist, dass es zu Beginn ein ausführliches Tutorial gibt. Nur leider wird nicht erklärt, dass man mittels der Pfeiltasten herumläuft und es wird auch nicht vorgelesen – genauso wie die Erklärungen vor jedem Spiel. Diese kann man auch nur einmal lesen und sind nicht immer hilfreich. Obwohl das Spiel hauptsächlich Mädchen interessieren wird, gibt es auch eine männliche Hauptfigur auszuwählen. Vor dem Beenden des Spiels sollte man nicht darauf vergessen, am Telefon im Haus zu speichern.

Jede Tierart hat ein eigenes Gebäude. In der Stadt kann man bei der Bürgermeisterin Immergrün von Lieblichdorf Ausbauen auswählen, sodass bis zu vier Tiere (auch Tierkinder) aufgenommen werden können. Dazu muss man drei Fragen zum jeweiligen Tier beantworten, deren Antworten man nach Lesen des Lexikons im Stall wissen sollte. Die richtige Antwort wird leider nicht gesagt und es gibt im Repertoire auch mehrere Fragen. Als Pferdefan kann ich aber sagen, dass es schlichtweg falsch ist, dass Pferde mit den Nüstern Gefühle riechen können. Sie spüren es, aber sie riechen dafür weit entfernte Gerüche. Normalerweise leben die Tiere alle auf einem Haufen, nur die Pferde haben eigene Boxen. Trotzdem liegt der Mist in der Stallgasse. Dabei wäre es doch viel natürlicher, wenn auch die Pferde zusammenleben würden, weil das ihrem Herdentrieb entspricht. Die Bürgermeisterin stellt auch immer eine Haupt- und eine Sternchenaufgabe.

Für das Erfüllen mehrerer Hauptaufgaben erhält man einen Pokal und darf eine neue Tierart aufnehmen. Die Aufgaben wiederholen sich nicht, sind sich aber ähnlich. So muss man am Schluss die Tiere zehnmal streicheln, zehnmal putzen und 10 Tiere jeder Gattung mit einer Gesundheit von über 7 zurückgeben. Im PDA, den man mit der Leertaste aufruft, sieht man unter Aufgabendetails den momentanen Stand. Für die Sternchenaufgaben bekommt man – wie der Name schon sagt – Sternchen, die man dann bei der Shopbesitzerin in Dekorationen für den Gutshof von und zu Knuddeling einlösen kann. Dafür muss man nicht einmal alle Herausforderungen absolvieren. An dem Tag, an dem man mindestens einen Stern bekommt, findet am Abend ein Feuerwerk statt, welches man kaum sieht, weil es schnell vorbei ist. Im Shop kann man auch Zutaten, Futter, Kleidung (zum Umziehen im Kleiderschrank), Spielsachen, Leckerchen und Komfortgegenstände kaufen. Das Geld vermehrt sich schnell, sodass man später nicht weiß, was man noch kaufen soll. Da stört es dann auch nicht, dass man immer nur neun Futtereinheiten speichern kann und mit einmal bezahlen drei bekommt. Geld verliert man daher, wenn man siebenmal Futter hat und auffüllen möchte. In der Stadt gibt es noch einen Kiosk, der einen mit einer Schlagzeile informiert. Leider gibt es sonst keine Einwohner, mit denen man sich unterhalten könnte.

Grafik und Sound
Die Grafik ist natürlich auf den Knuddelfaktor ausgelegt und daher sehr einfach. Vom Tier sieht man immer nur eine Seite. Über die unsichtbaren Hindernisse und Überlappungen habe ich schon gesprochen. Der Sound plätschert vor sich hin mit ein paar eingestreuten Tierlauten. Im Gegensatz zu Meine Tierpension hört man kein „Grüß Gott“, wenn ein Kunde kommt. Stattdessen muss man immer auf den Bildschirm schauen. Sehr schade ist, dass – obwohl die Zielgruppe Volksschüler sind – die meisten Dialoge nicht vertont wurden. Dafür bemühte man sich, den Stadtbewohnern einen englischen Akzent zu geben.

Fazit

andrea

Bei diesem Computerspiel hat man es mit einer schlechten Umsetzung der Wii oder dem Nintendo DS zu tun, denn die Steuerung funktioniert nicht gut. Es ist für Kinder gedacht, aber sie sollten lesen können oder von einem Erwachsenen betreut werden, da manche Tätigkeiten wegen der fehlerhaften Steuerung zu schwer sind. Schade auch, dass bei den einzelnen Rassen kein Unterschied im Bezug auf Verhalten vorliegt. Wen das aber alles nicht stört, der erhält ein Spiel, durch das Kinder lernen, sich um Tiere zu kümmern und mit Geld umzugehen. Spielspaß ist genug vorhanden, da die letzte Aufgabe erst nach 70 virtuellen Tagen vorbei ist, was 10 Stunden in Realität entspricht.

PRO
  • niedliche Tiere
  • Minispiele enthalten
  • Aufgabenliste
CON
  • Tiere müssen nur am letzten Tag gepflegt werden
  • Hufe auskratzen dauert sehr lange
  • einige Programmierfehler, die den Spielspaß trüben
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