Review

Medal of Honor Warfighter

Medal of Honor: Warfighter erzählt die Geschichte eines Soldaten, der versucht, seine Familie und seine gefährliche Arbeit unter einen Hut zu bringen. Dies erweist sich als problematisch, da er für seine Aufträge oft unerwartet ins Ausland reisen muss, was für seine Frau und seine Tochter nicht besonders angenehm ist.

Singleplayer

Die Kampagne ist wie zu erwarten sehr restriktiv was die möglichen Vorgehensweisen des Spielers betrifft. Dies ist bei einem Modern Military Shooter zwar zu erwarten, doch ist es bei diesem Spiel sehr ausgeprägt.
Wenn das Spiel vorsieht, dass der Spieler in einem Feuergefecht die feindlichen Soldaten erschießen soll, sind diese sehr treffsicher und Schritte aus der sicheren Deckung können schnell tödlich werden. Ist man jedoch in einem Abschnitt, in dem man auf ein Gebäude zustürmen soll, geben sich die Feinde kaum Mühe, den Spieler zu treffen, selbst wenn dieser längere Zeit bewegungslos in der Gegend herumsteht. Widersetzt sich der Spieler den Anweisungen des Spiels und erschießt in dieser Situation einen Gegner, erscheint dieser immer wieder. Erst wenn man die vom Spiel vorgesehene Position eingenommen oder eine besondere Taste gedrückt hat, können sie getötet werden. Sollte der Spieler in einem Abschnitt, in dem er brav hinter einer Deckung warten soll, nach vorne stürmen, kann es passieren, dass die gegnerischen Soldaten direkt neben und sogar hinter ihm erscheinen, was die einzige Freiheit, die die Entwickler zu entfernen vergessen haben, eher unbrauchbar macht. In manchen Situationen stirbt man jedoch einfach, wenn man einen „falschen“ Weg beschreitet.
Immer wenn das Einsatzteam eine verschlossene Tür erreicht, muss diese in einer speziellen Sequenz aufgebrochen werden. Wie die Tür aufgebrochen wird, kann sich der Spieler aussuchen, doch obwohl die verschiedenen Varianten unterschiedlich aussehen, haben sie immer das gleiche Resultat. Nachdem die Tür beseitigt wurde, ist es die Aufgabe des Spielers, in einer Zeitlupen-Sequenz die dahinter wartenden Soldaten zu erschießen. Je mehr von diesen man mit einem Kopfschuss erledigt, desto schneller werden die verschiedenen Varianten zum Aufbrechen der Türen freigeschaltet.
Weiters gibt es sogar Situationen, in denen der Spieler auf ein Ereignis oder eine Objekt schauen muss und den Blick erst wieder auf etwas anderes richten kann, wenn er die lieblos gescripteten Sequenzen der nach Aufmerksamkeit trachtenden Entwickler lange genug betrachtet hat. Diese kommen jedoch nicht so häufig vor.

Die gegnerische KI ist nicht besonders gut gelungen und Soldaten begeben sich öfters aus ihrer sicheren Deckung, um danach ungeschützt im Freien zu stehen. Es kann auch passieren, dass sie hinter Deckungsmöglichkeiten stehen, die ihnen nur bis zur Hüfte reichen.
Diese Deckungsmöglichkeiten können manchmal durch Schüsse oder Explosionen zerstört werden, doch funktioniert das nicht immer. Warum es bei manchen Objekten möglich ist und bei anderen nicht, ist unklar, da unter anderem selbst ein einfacher Zaun aus Holz zu den unzerstörbaren Objekten zählt.

Waffen von gefallenen Soldaten können zwar aufgehoben und abgefeuert werden, doch ersetzen sie die regulären Waffen nicht und werden weggeworfen, sollte man zu einer der Startwaffen wechseln. Die zurückgelassenen Waffen und Munition sind jedoch nicht überlebenswichtig, da die Computergesteuerten Verbündeten dem Spieler stets Munition geben können. Dies geht zwar nicht ununterbrochen und man muss einige Zeit warten, bis man erneut um ein paar Magazine und eine Granate bitte kann, doch sind die Abstände so kurz, dass man nie Munitionsprobleme bekommen sollte.

Neben den Einsätzen zu Fuß gibt es noch Levels, in denen man mit einem Auto fahren muss, was gut umgesetzt wurde und eine willkommene Abwechslung bietet.

Multiplayer

Bevor man den Multiplayer spielen kann, muss ein Origin-Account angelegen werden. Dies ist auch erforderlich, wenn man das Spiel auf einer Konsole spielt. Interessierte können noch die Nutzungsbestimmungen und „Datenschutzrichtlinien“ studieren, was jedoch sehr umständlich ist. Einerseits wurden die Texte, wie zu erwarten, möglichst unverständlich formuliert und andererseits werden sie in einem kleinen Fenster angezeigt, das nur einen Bruchteil des vorhandenen Platzes verwendet.

Der Mutiplayer selbst ist bis auf den Aspekt des Fireteams kaum von dem anderer Spiele zu unterscheiden. Ein Fireteam besteht aus zwei Spielern die zusammen mit anderen Fireteams ein Team ergeben. Dies wurde sehr gut umgesetzt und wenn man sich in der Nähe seines Kameraden aufhält, bekommt man Bonuspunkte für diverse Aktionen. So werden auch Spieler, die sich nicht kennen, dazu animiert, kameradschaftlich zu handeln.

Bugs

Es kann passieren, dass ein Abschnitt nicht beendet werden kann, selbst wenn man alles gemacht hat, was das Spiel vorsieht. Hin und wieder haben auch die Soundeffekte Aussetzer und man hört eine Waffe weiter feuern, selbst wenn alle Gegner erledigt wurden. Diese Bugs halten sich jedoch in Grenzen und stören das Spielerlebnis kaum.

DRM

Das Spiel verfügt über einen Online-Pass, der es nur einem Account ermöglicht, das Spiel online zu spielen, wodurch ein Verkauf des Spiels erschwert wird.

Fazit

stefan

Bei Medal of Honor: Warfighter wurde versucht, mit einer Handlung, die auch das private Leben eines Soldaten beachtet, etwas Neues und Erfrischendes zu schaffen. Leider ist die Story völlig uninteressant und wirkt wie die eines typischen Hollywood Films. So wie die Handlung ist auch das Gameplay nicht gelungen. Die Vorgaben des Spiels sind viel zu streng und erlauben nicht die geringste Freiheit. Gelegentlich ist das so extrem, dass man das Gefühl hat, eine Parodie derartiger Spiele zu spielen. Der Singleplayer könnte kaum gewöhnlicher sein und das einzige, was den Multiplayer besonders macht, sind die „Fireteams“, welche die Zusammenarbeit der Spieler belohnen. Es wirkt als wäre das Spiel von einer Gruppe Buisnessmänner entworfen worden, die alles, was zur Zeit als angesagt gilt, genommen und in ein Spiel verpackt haben. Das Resultat ist ein Spiel, das nicht generischer sein könnte und keine Individualität besitzt.

PRO
  • gute Fahr-Sequenzen
  • Fireteams
CON
  • schlechtes Gameplay
  • könnte nicht generischer sein
  • sehr kurze Kampagne (ca. 6 Stunden)
  • auch der höchste Schwierigkeitsgrad ist keine Herausforderung
  • Online-Pass
  • Origin-Account muss erstellt werden (sogar bei den Konsolen-Versionen)
Getagged mit: , , , , ,
Veröffentlicht unter Review

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*