Review

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1

Wie schon bei den vorangegangenen Harry Potter-Büchern erschien gleichzeitig mit dem Film das Videospiel. Da der Film aufgrund der Länge in zwei Episoden geteilt wurde, hat man das beim Spiel auch gleich gemacht. Da erstmals der Schauplatz nicht in der Schule Hogwarts ist, geht es viel actiongeladener weiter.

Geschichte

Für die, die die Geschichte noch nicht kennen, gebe ich eine – so kurz wie möglich – Inhaltsangabe. Denn mit diesem Wissen fällt es viel leichter zu verstehen, warum man einige Dinge machen muss. Kurz vor Harry Potters Volljährigkeit muss er das Haus seiner Verwandten am Ligusterweg verlassen, weil es dann keinen Schutz mehr vor dem bösen Zauberer Voldemort bietet. Nach Hogwarts möchte er auch nicht mehr zurückkehren, da sein Freund und Schulleiter Dumbledore im letzten Jahr gestorben ist. Harry Potter wird von seinen Freunden abgeholt, die sich alle mittels des Vielsafttranks in ihn verwandelt haben. Dadurch erkennen Voldemort und seine Anhänger, die Todesser, nicht die richtige Person, die sie töten wollen. Der echte Potter macht sich mit Hagrid am Motorrad auf den Weg zum Fuchsbau. Dort findet die Hochzeit Bill Weasley mit Fleur Delacour statt. Am Tag davor erhalten Harry, Ron und Hermine drei Gegenstände, die Dumbledore ihnen vererbt hat. Sie wissen aber nicht, was sie mit einem Schnatz, einem Deluminator und einem Märchenbuch anfangen sollen. Die Hochzeit wird unterbrochen von der Nachricht, dass das Zaubereiministerium gefallen ist und die Todesser am Weg zum Fuchsbau sind. Die drei Freunde zaubern sich nach London. Damit sie mit ihren Zauberumhängen nicht auffallen, hat Hermine Alltagskleidung und den Tarnumhang mitgenommen. Als sie in einem Café die weitere Vorgehensweise besprechen wollen, kommen zwei Todesser als Arbeiter verkleidet. Die Zauberer können sie zum Glück besiegen und verstecken sich jetzt am Grimmauldplatz, der mit einem Schutzzauber belegt ist. Dort überlegen sie, wie sie die restlichen Horkruxe (= Teile von Voldemorts Seele) finden und zerstören könnten. Der Hauself Kreacher erzählt ihnen, dass sein Herr Regulus Black ihm befohlen hatte das Medaillon gegen ein falsches auszutauschen und das Original zu zerstören. Das habe er aber nicht geschafft und es wurde von dem Gauner Mundungus Fletcher weggenommen, der es wiederum der ehemaligen Lehrerin Dolores Umbridge geben musste. So machen sich Harry, Ron und Hermine auf den Weg ins Zaubereiministerium, in dem Umbridge arbeitet, und verwandeln sich kurz davor mit Hilfe des Vielsafttranks in Mitarbeiter dieser Behörde. Umbridge trägt das Medaillon um den Hals, welches sie durch eine Fälschung ersetzen und den Horkrux mitnehmen. In letzter Minute können die drei aus dem Ministerium fliehen und wollen zum Grimmauldplatz. Aber ihnen folgt ein Todesser und um ihn abzulenken visieren sie eine Wiese im Wald an. In der Nähe entdecken sie den Schüler Dean Thomas und den Kobold Griphok. Von dort erfahren sie, dass das Schwert von Gryffindor in Hogwarts eine Fälschung ist. Tagelang zelten sie dort, weil sie nicht wissen, wo sie weiter suchen sollen. Aus diesem Grund verlässt Ron wütend die Gruppe. Harry und Hermine besuchen Godric’s Hollow. Vor seinem Geburtshaus wartet Bathilda Bagshot, von der Harry meint, sie würde das Schwert besitzen. Stattdessen verwandelt sie sich in Voldemorts Schlange Nagini und versucht ihn zu töten. Harry und Hermine können zwar flüchten, doch sein Zauberstab geht kaputt. Harry ist deprimiert, als ein Patronus einer Hirschgestalt ihn zu einem See führt. Am Boden sieht er das Schwert glitzern. Bei dessen Bergung ertrinkt er fast, aber Ron rettet ihn und das Schwert. Ron hat ihn durch ein Licht aus dem Deluminator gefunden und zerstört nun das Medaillon. Weiters erzählt er, dass Voldemorts Namen mit einem magischen Tabu belegt ist, sodass die Todesser sie in London finden konnten. Als nächstes wollen sie herausfinden, was das dreieckige Zeichen bedeutet, welches in Hermines Märchenbuch steht und Xenophilius Lovegood bei der Hochzeit getragen hat. Er erzählt ihnen, dass die das Zeichen der drei Heiligtümer des Todes sei: den mächtigen Elderstab, den Stein der Auferstehung und der Tarnumhang. Plötzlich kommen Todesser, da Xenophilius Harry Potter verraten hat um seine Tochter Luna wieder zu bekommen. Harry lässt sich kurz blicken, bevor er verschwindet um Xenophilius zu helfen. Mit dem gewonnenen Wissen erkennen sie, dass der Stein der Auferstehung ein Horkrux war, den Dumbledore zerstört hat und in Harrys Schnatz versteckt hat. Als er ihn öffnen will, erscheint nur die Nachricht „Ich öffne mich zum Schluss“. In der Aufregung spricht Harry den Namen „Voldemort“ aus und schon sind sie von Todessern umzingelt. Hermine verzaubert Harry, sodass er nicht erkannt wird. Trotzdem werden alle ins Haus der Malfoys gebracht, in dem auch schon Dean Thomas, Griphok und Luna gefangen wurden. Als Bellatrix Lestrange erkennt, dass sie Gryffindors Schwert besitzen, hat sie Angst, dass noch etwas anderes aus ihrem Verlies gestohlen wurde. Mittels einer Scherbe eines magischen Spiegels fleht Harry ein blaues Auge um Hilfe an. Da kommt der Hauself Dobby und bringt alle einzeln zu Bill und Fleur bis auf Ron und Harry. Die beiden retten noch Hermine, die unter Folter aussagt, dass das Schwert eine Fälschung sei. Im allgemeinen Chaos nimmt Harry Draco Malfoys Zauberstab, das Schwert und die drei verschwinden mit Dobby. Doch am Ziel fällt ihnen auf, dass der Elf von Bellatrix‘ Messer getroffen wurde und stirbt.

Steuerung

Die Steuerung wird kurz mit zufällig eingeblendeten Texten am Bildschirm während des Spiels erklärt. Mit der linken Maustaste feuert man den Zauberspruch ab, mit der rechten kann man das Ziel fixieren. Im Laufe der Zeit werden mehrere Zaubersprüche freigeschaltet, die man mit dem Mausrad auswählen kann. Die meiste Zeit steuert man Harry Potter, nur im Ministerium verwandelt man sich für kurze Zeit in Albert Runcorn. Begleitet wird man oft von Ron und Hermine, die auch mit ihren Zaubern das Ziel treffen, aber doch oft am Boden liegen. Die Person bewegt man mit den Tasten WASD, während man in den vorigen Teilen noch die Pfeiltasten verwendete. Die Perspektive wird wie gewohnt durch die Bewegung der Maus geändert, allerdings hat man dabei so ein kleines Sichtfeld, dass einem schnell schwindelig werden kann. Mit Strg kann man sich hinter den auffällig platzierten Tischen ducken, aber leider sind diese nicht sehr stabil. Mit R zaubert man „Expecto Patronum“ um die Dementoren zu verjagen. Mit E kann man die eingesammelten Stärkungstränke trinken, obwohl die Anzeige für die Energie fehlt. Mit C kann man sich unter dem Tarnumhang verstecken. Man wird aber wieder sichtbar, sobald man gegen irgend etwas läuft oder das Symbol für die Heiligtümer des Todes rot wird. Dann sollte man entweder stehen bleiben und warten oder sich in einem verborgenen Winkel sichtbar und dann wieder unsichtbar machen. Mit F verwendet man den Vier-Punkte-Zauber, der den Weg anzeigt. Dadurch kann man sich einerseits nicht verlaufen, aber andererseits vergeht einem dabei die Lust, alleine durch die Landschaft zu streifen. Unter Optionen kann man die Tastenbelegung aber auch ändern.

Zaubersprüche

Es gibt den Schockzauber „Stupor“, den Lähmzauber „Impedimenta“, die Ganzkörperklammer „Petrificus Totalus“, den Explosionszauber „Expulso“, den Sprengzauber „Confringo“, den Schwebezauber „Wingardium Leviosa“, den Entwaffnungszauber „Expelliarmus“, den Schildzauber „Protego“ und den Verwirrungszauber „Confundo“. Leider merkt man dabei kaum einen Unterschied, im Gegensatz zu den vorigen Teilen. Zu Beginn kann man zwischen mehreren Schwierigkeitsgraden wählen, die sich in der Anzahl und Stärke der Gegner unterscheiden. So muss man oft zaubern bis ein Todesser in einer schwarzen Wolke verschwindet. Manchmal reicht es auch sie mit einem Ganzkörperfluch zu belegen und vorbeizulaufen, bevor sie sich wieder erholen. Expelliarmus ist am hilfreichsten, weil einmal zaubern reicht, weshalb dieser Zauber erst später freigeschaltet wird. Schwieriger ist es mit den kleinen blauen und fliegenden Wesen, den Inferis. Diese lassen sich nicht so leicht besiegen und müssen mit einem Trank betäubt werden. Zusammenfassend lässt sich aber sagen, dass die Schwierigkeit der einzelnen Levels sehr variiert. Am Ende eines Schauplatzes gibt es drei Missionen, die in beliebiger Reihenfolge absolviert werden müssen, bevor es mit der Handlung weitergeht. Da diese aber überhaupt nichts mit der Geschichte zu tun haben (Menschen befreien, Drachen besiegen) und sich auf Zaubern beschränken, würden sie ans Ende des Spiels besser passen und ziehen die Spieldauer nur künstlich in die Länge.

Grafik und Sound

Das anfängliche Video begeisterte mich mit der Grafik, aber später merkt man, dass sich der Mund auch bewegt, wenn nichts gesprochen wird. Harry Potter läuft rund und seine Kleidung ist detailliert animiert. Die Gegner hingegen schauen sich ziemlich ähnlich und die Umgebung ist relativ einfach gestaltet. Es kommen auch immer wieder dieselben Schauplätze vor. Die Speicherstellen sind meistens nach einem Kampf, aber das darauffolgende Video kann beim Wiederholen nicht übersprungen werden. Der Sound beschränkt sich auf die Zaubersprüche und deren Einschlag am Ziel. Hin und wieder hört man, wie sich Hermine und Ron im Hintergrund unterhalten. Unter dem Tarnumhang ist die Umgebung eher unscharf, die Stimmen gedämpft und man kann Harrys Atem hören.

Fazit

andrea

Ich weiß nicht so recht wer die Zielgruppe von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1 sein soll. Eingefleischte Fans werden enttäuscht sein, weil es keine Rätsel zu lösen gibt. Shooter-Fans hingegen werden von der schlechten Umsetzung abgeschreckt sein. Besonders bei der Steuerung merkt man, dass diese einfach von der Konsole übernommen wurde. Da Harry erstmals nicht nach Hogwarts zurückkehrt, entfällt der Unterricht, der immer sehr nett gestaltet war.

PRO
  • schöne Grafik
CON
  • mehr Shooter als Adventure
  • nur Harry steuerbar
  • künstlich in die Länge gezogen
Getagged mit: , , , , ,
Veröffentlicht unter Review

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*