Review

Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging: Können Sie konzentriert bleiben?

Professor Kawashima ist ein japanischer Neurowissenschaftler, dessen zwei Spiele für den Nintendo DS sich gut verkauft haben. Nun gibt es einen neuen Teil, der auch ein paar bekannte Aufgaben beinhaltet.

Übersicht

Umfang

Das Spiel bietet 30 Aufgaben, bei denen man schnell rechnen, schnell lesen oder logisch denken muss. Diese sind aufgeteilt in vier Bereiche, je nachdem welcher Teil des Gehirns damit trainiert werden soll. Diese Aufteilung ist für mich nicht immer nachvollziehbar. Es ist nicht jede Aufgabe von Anfang an verfügbar, sondern schaltet sich erst nach einigen Tagen, wo trainiert wurde, frei. Insgesamt benötigt man so 40 Tage bis man alles auswählen kann. Ich hätte es besser gefunden, wenn jeden Tag ein neues Minispiel hinzukommen würde.

Eine Besonderheit ist, dass jede Übung nur einmal am Tag durchgeführt werden kann. Hin und wieder gibt es Tipps wie man das Gedächtnis im Alltag trainieren kann und Videos, die zeigen, was bei regelmäßigem Training passieren wird. Als Motivation gibt es Auszeichnungen, wenn man oft oder gut trainiert hat.

Gameplay

Diabolisches Training

dr-kawashimas-diabolisches-gehirn-jogging-ergebnisDieses Training sollte nur fünf Minuten dauern. Ein Minispiel wird solange wiederholt, bis die Zeit um ist. Leider gibt es keine Toleranzgrenze, sodass man im schlimmsten Fall nach 4 Minuten und 59 Sekunden neu beginnt und dann erst nach insgesamt 9 Minuten mit der Übung fertig ist. Das Level passt sich dem eigenen Können an, sodass man bei 85% und mehr richtigen Antworten eine Stufe aufsteigt, bei 65% und weniger absteigt und sonst gleich bleibt.

dr-kawashimas-diabolisches-gehirn-jogging-zahlenmerkenEs fängt mit dem Diabolischen Zahlenmerken an, das man auch in der Demo ausprobieren kann. Dabei muss man eine einfache Rechnung lösen und sich das Ergebnis merken. Je nach Schwierigkeit muss man Ergebnisse wissen, die weiter zurückliegen. Ab 3-Zurück wird ein Konzentrationstest freigeschalten, der nach dem selben Prinzip funktioniert, nur dass es statt Rechnungen Würfel zu zählen gibt. Sobald man einen Fehler macht, wird der Test beendet. Eine größere Herausforderung sind dann noch das Diabolische Symbolemerken, bei dem man sich abstrakte Figuren statt Ergebnissen merken muss, und das Diabolische Rechendiktat, bei dem die Rechnung nicht gezeigt, sondern vorgelesen wird.

Alle Zahlen müssen händisch mit dem Touchpen geschrieben werden. Da es passieren kann, dass die Zahl von der Software nicht richtig erkannt wird, bringt das einem so aus dem Rhythmus, dass man die nächsten Aufgaben auch falsch löst. Hier wäre ein kurzes Pausieren hilfreich um kurz verschnaufen zu können. Umgekehrt merkt man aber daran, dass das Spiel nicht weitermacht, dass man sich geirrt haben muss und es dann nochmals probieren kann.

Hinter der Diabolischen Paarsuche verbirgt sich Memory mit Zahlen statt Bildern. Da man während der fünf Minuten mehrere Durchgänge spielen muss, kann es sein, dass man die einzelnen Durchgänge miteinander verwechseln kann. Schade, dass es hier nicht ein wenig Abwechslung gibt.

dr-kawashimas-diabolisches-gehirn-jogging-maeusejagdBei der Diabolischen Mäusejagd sind mehrere Mäuse hinter Karten versteckt, die dann verschoben werden. Danach muss man richtig erkennen, wo sich die Mäuse nun befinden. Das Diabolische Hütchenspiel funktioniert so ähnlich: Unter jedem Hütchen befindet sich eine Zahl. Diese werden dann vermischt und am Ende muss man die Zahlen in aufsteigender Reihenfolge auswählen.

dr-kawashimas-diabolisches-gehirn-jogging-bloeckeBei den Diabolischen Blöcken blinken ein paar und nach mehreren Durchgängen muss man die Richtigen anklicken.

Beim Diabolischen Vorlesen muss man einen längeren Satz vorlesen, was mit dem Mikrofon überprüft wurde. Allerdings war ich schon oft mit dem Lesen fertig, aber der Weiter-Button ist noch nicht erschienen. Das kann stören, denn man muss sich das unterstrichene Wort merken und ist so gezwungen noch irgendetwas zu sagen. Die Wörter sind meistens nur Füllwörter, sodass man sie sich im Zusammenhang nicht so gut merken kann. Nach mehreren Sätzen muss man die Wörter in beliebiger händisch mit dem Touchpen eingeben. Dabei werden Umlaute nicht immer erkannt. Das ist besonders ärgerlich, weil die Aufgabe nur als richtig gelöst gilt, wenn man sich an alle Wörter erinnern konnte.

Diabolisches Zusatztraining

Bei diesen Aufgaben geht es darum möglichst schnell zu antworten. Am Ende wird die Zeit gestoppt und für jeden Fehler gibt es Strafsekunden. Danach kann man sich mit Familienmitgliedern, Freunden, die man über Streetpass getroffen hat, oder einem Fortbewegungsmittel wie Fußgänger oder Flugzeug vergleichen.

dr-kawashimas-diabolisches-gehirn-jogging-abwehrrechnungEs gibt das aus den vorigen Teilen bekannte Rechnen 20 und Rechnen 100, die angeben wie viele Rechnungen gelöst werden müssen. Bei der Abwehrrechnung kommt dieses Training dann zum Einsatz, wenn man die Gegner mit richtigen Ergebnissen besiegt. Bei der Summenrallye müssen mehrere Zahlen zusammenaddiert werden. Beim Münzzähler muss das richtige Retourgeld gegeben werden und bei Zeit muss die Differenz zwischen zwei analogen Uhren angegeben werden. Der Multiplikator ist interessant, da nacheinander Zahlen gezeigt werden, bei denen man sagen muss, ob diese durch eine bestimmte Zahl teilbar sind oder diese beinhalten.

dr-kawashimas-diabolisches-gehirn-jogging-wortrallyeBei der Wortrallye wird kurz ein Wort eingeblendet, welches man dann ohne Fehler schreiben muss. Wem die Zeitspanne zu kurz ist, kann es auch mehrmals anzeigen lassen, allerdings sind dann die schon geschriebenen Buchstaben verschwunden. Obwohl ich immer zügig und ohne Wiederholungen die gewünschten Wörter schreiben konnte, kam ich nie über die Geschwindigkeit Fußgänger hinaus. Hier sollte vielleicht nochmal nachgebessert werden. Die Weltraumwörter müssen geschrieben werden, damit sie verschwinden. Dabei werden sie nur ganz kurz gezeigt und teilweise auch spiegelverkehrt oder Buchstaben für Buchstaben.

Gehirn-Jogging

dr-kawashimas-diabolisches-gehirn-jogging-klondikeIn diesem Bereich befinden sich vorwiegend die bekannten Kartenspiele Klondike-Patience, Spider-Patience und Golf-Patience. Diese gibt es jeweils in zwei Schwierigkeitsstufen. Schade ist nur, dass nicht alle Aufgaben lösbar sind. Unter Solitaire könnte man sich etwas anderes vorstellen, aber in diesem Fall geht es darum Kugeln in einem Schritt über eine andere zu bewegen, sodass diese dann verschwindet. Gewonnen hat man, wenn am Ende nur mehr eine Kugel übrig bleibt. Auch Mahjong ist etwas anders, als man es gewohnt ist. So sind die Steine nicht übereinander platziert, sondern nebeneinander. Das hat die Schwierigkeit, dass zwei identische Steine nur ausgewählt werden können, wenn sie mit höchstens drei Linien verbunden werden können.

dr-kawashimas-diabolisches-gehirn-jogging-erobernBeim Erobern tritt man in mehreren Stufen gegen den Professor an und versucht mehr Flächen des Spielfeldes in seiner Farbe einzufärben. Beim Merken werden ganz kurz mehrere Zahlen eingeblendet, die man danach in aufsteigender Reihenfolge auswählen muss.

Beim schon bekannten Pianospieler hat man einen Teil eines Klaviers vor sich und muss die beschrifteten Noten einer Melodie möglichst im Takt nachspielen. In Zuhörer nennen mehrere Personen gleichzeitig ein anderes Wort, die man dann alle aufschreiben muss.

Entspannung

In diesem Modus geht es darum das Gehirn entspannen zu können. Dies gelingt am besten bei einer Musik mit einem beruhigendem Hintergrund. Wem das zu langweilig ist, der kann in Fett weg und Bazillenjagd Levels von einem Spiel absolvieren, das Dr. Mario oder Tetris sehr ähnelt.

Fazit

andrea

Ob so ein Training wirklich hilft die Gedächtnisleistung zu verbessern, ist nicht bewiesen. Denn in einer Studie konnte nur festgestellt werden, dass man sich bei täglichem Üben nur in dem Spiel verbessert, das man ständig gespielt hat. Manche Spiele, wie zum Beispiel das Beobachten der versteckten Mäuse, sind so schwer, dass man sie nur ein einziges Mal ausprobiert. Andere sind wiederum leichter, dass man traurig ist, dass man erst am nächsten Tag weiterspielen darf. Ärgerlich ist es, wenn eine Eingabe nicht erkannt wird und man deshalb neu beginnen muss, weil man aus der Konzentration gerissen wurde. Einen Pause-Knopf sucht man vergeblich, weshalb es zum Spielen unterwegs nicht wirklich geeignet ist. Besonders weil man teilweise das Mikrofon und die Sprachausgabe benötigt.

PRO
  • motiviert zum täglichen Spielen
  • kann seine Verbesserung sehen
CON
  • Minispiele ähneln sich
  • unterschiedliche Schwierigkeit
  • nicht immer fehlerfreie Schrifterkennung
  • Spiel kann nicht pausiert werden
  • dauert lange bis alle Minispiele verfügbar sind
Veröffentlicht unter Review

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*