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Die Sims 3 – 70er, 80er und 90er Accessoires

Nach zahlreichen Accessoire-Spielen, die letztes Jahr erschienen sind, lässt dieser Name auf ausgefallenen und viel Inhalt schließen. Ob man mit den Sims eine tolle Zeitreise zurück machen kann, erfährst du in diesem Test.

Beim Lesen des Titels fragt man sich zuerst einmal, warum gerade die Siebziger, Achtziger und Neunziger ausgewählt wurden. Nun, im Store gibt es mehrere Sets für die Fünfzigerjahre um 2800 Simpoints (entspricht ungefähr 29€) zu kaufen. Weiter zurück wurde (noch?) nicht gegangen. In den 1960er wurden zwar Miniröcke populär, doch die sind schon seit dem Basisspiel enthalten. Die Beatles oder die Rolling Stones nachzubauen hätte aber schon einen gewissen Reiz gehabt. Auch auf Walt Disney und Marilyn Monroe muss man verzichten.

Beim ersten Blick in den Erstelle-einen-Sim-Modus konnte ich keine Änderung erkennen. Mit dem lila Icon waren nur vier weibliche Frisuren gekennzeichnet, zwei davon mit Haarband. Bei den Männern sind überhaupt nur zwei hinzugekommen. Lange Haare passen zwar gut zum Motto, gibt es aber auch schon länger. Außerdem gibt es nun einen Oberlippenbart. Die nächste Neuerung findet man gut versteckt bei der Schminke. Dabei wird wahrscheinlich selten ein grüner Stern, ein schwarzer Blitz oder eine Fledermaus verwendet. Mit den zwei bunten Lidschatten fängt man schon eher etwas an.

Bei der Kleidung war ich richtig schockiert: Ich habe mir vorgestellt, eine ABBA-Familie zu erstellen, doch es gab nichts Passendes zur Auswahl. Die fünf Tops bestehen aus mehreren Teilen, sodass man diese einzeln umfärben kann. Aber fast überall ist Schmuck dabei und ich verstehe nicht, warum man den nicht auch einzeln auswählen kann. Dann gibt es noch einen Oberteil, den ich schon aus dem Grundspiel kenne, nur dass diesmal ein Rollschuh abgebildet ist. Die vier Hosen kann man auch vergessen, weil die den schon vorhandenen sehr ähneln. Meine letzte Hoffnung ruhte auf den zwölf Outfits. Doch meine Augen bekamen einen Schock: Streifen und große Muster prägten das Gesamtbild mit Farben, die heutzutage niemand mehr tragen würde. Umfärben wäre natürlich eine Option, die es aber nicht wirklich bringt, da sie so ausschauen wie die anderen Kleidungsstücke. Am schlimmsten ist aber der Rock mit dem um die Hüfte gebundenen Pullover: Das sieht so eckig aus, das ich geglaubt habe, dass meine Grafikkarte einen Fehler hat. Die Idee ist zwar super, weil das viel lässiger aussieht, aber dieses Monstrum möchte ich meinem Sim nicht antun. Weiters hat der Hosenanzug eine starke Ähnlichkeit mit jenem aus Die Sims 3 – Diesel Accessoires. Der Gymnastikanzug passt perfekt in die Zeit, doch ich hätte mich gefreut, wenn es die Stulpen auch extra zum Auswählen gegeben hätte. Bei den Männern sieht es ein bisschen besser aus: Die zwei Oberteile geben den Blick auf die nackte Brust frei, was bei Muskeln ein schöner Anblick ist. Eine Hose ist enganliegend und die andere geflickt. Die vier Outfits sind zerrissen oder sehr bunt. Dass die Teenager leer ausgehen, verstehe ich nicht, denn gerade sie spiegeln Trends wider. So wird auch nichts aus der Idee, dass man die Großeltern im Stil der Siebziger, die Eltern im Stil der Achtziger und die Kinder im Stil der Neunziger einkleidet. Schade!

Wenn die Ausstattung der Sims schon so mickrig ausgefallen ist, so hofft man wenigstens auf viele Möbel. Doch auch diese Hoffnung wird zerstört: Da gibt es zwei Stühle, ein Sofa mit einem Zusatz (wobei ich nicht weiß, was der bringen soll) als Schokolade getarnt (was besser zu Die Sims 3 – Katy Perry: Süße Welt gepasst hätte), einen schlichten und zwei ausgefallene Tische, zwei Einsitzer und einen Zweisitzer, eine Rockgitarre, die wie eine normale funktioniert, einen Fernseher alleine und einen in einem Holzregal, einen Spieleautomaten, zwei Musikanlagen, drei Bilder und ein Logo, einen kleinen schwebenden Kamin, ein kleines Bücherregal, eine hängende und eine stehende Discokugel, eine hängende und stehende Pflanze, einen neu eingefärbten Fußballtisch, einen breiten Türbogen, eine helle Stehlampe und eine blinkende Tanzfläche, wobei man sich die Farben nicht aussuchen kann, mit passender Wanddekoration. Somit ergeben sich 31 neue Gegenstände. Zum Vergleich: Die Sims 3 – Design-Garten Accessoires hat 46, Die Sims 3 – Traumsuite-Accessoires 31, Die Sims 3 – Katy Perry: Süße Welt 59 und Die Sims 3 – Diesel Accessoires 14. Hier findest du die genaue Auflistung mit Bildern.

Passenderweise werden gleich drei neue Musikrichtungen installiert. So hat man bei jeder Stereoanlage die Möglichkeit Disco, Rock und Rap einzuschalten. Unter Optionen kann man die versimlishten Lieder probehören. Dabei funktioniert aber die wichtigste Funktion nicht! Man hört nämlich schlicht und einfach keinen Ton. Zuerst dachte ich noch, dass das an meinem Computer liegt, doch alle anderen Genres funktionierten. Alle, die das stört, sollten den inzwischen veröffentlichten Patch 1.49 installieren.

Fazit

andrea

So ein vielversprechender Titel, so wenig Inhalt zu so einem hohen Preis. Bisher haben die Accessoires 15€ gekostet. Die zwei letzten lasse ich noch als Ausnahme durchgehen, weil man die Marke mitgezahlt hat. Aber jetzt mit dem Preis nicht mehr hinuntergehen, obwohl genauso viel bzw. weniger Inhalt enthalten ist, ist eine Frechheit. Genauso wie man einen Patch braucht, damit die Musik funktioniert. Im Store gibt es genug ähnlichen Inhalt, der gleich viel kostet. Aber dort sieht man zuerst detailliert, was enthalten ist. Ich hätte mir erwartet ABBA und Nena basteln zu können, aber das ist vielleicht nicht möglich, weil sie in Amerika nicht bekannt sind. Dafür bietet sich KISS an, wenn es schon als Schminke einen Blitz gibt. Weiters fehlen mir alte Autos, wie zum Beispiel der Trabi, neue Tanzstile und Blaupausen, da man ja keine vorgefertigten Räume selbst speichern kann.

PRO
  • neue Musikrichtungen ...
  • schrille Outfits ...
CON
  • wenige Frisuren und Möbel
  • ... die erst nach einem Patch funktionieren
  • ... aber wenige
  • nichts für Teenager
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