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Child of Light

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Es war einmal

Bereits von Anfang an wird man in die wunderbare M√§rchenerz√§hlung von ‚ÄúChild of Light‚ÄĚ hineingezogen: Wie in einem Bilderbuch sieht die abwechslungsreiche Grafik durchgehend nach einem handgemalten Aquarellgem√§lde aus und verschiedene Vorder- und Hintergr√ľnde lassen die Welt trotz der Zweidimensionalit√§t plastisch wirken. Sowohl Monologe als auch Gespr√§che sind in ‚ÄúChild of Light‚ÄĚ durchgehend in Verse verfasst. Neben der ebenso wunderbar umgesetzten deutschen Sprachausgabe tr√§gt auch die √ľbrige stimmungsvolle Akkustik dazu bei, dass es die Pr√§sentation des Spiels schafft den Spieler in den Bann zu ziehen. Die Lebewesen in ‚ÄúChild of Light‚ÄĚ sind vielf√§ltig, denn nicht nur zwielichtige Kreaturen, sondern auch Zwerge, sprechende M√§use oder Meereslebewesen bev√∂lkern die M√§rchenwelt von Lemuria. Das farbenrohe und fantasievolle Gesamtkonzept bietet viel Charme und gef√§llt.

Auf eurem Weg um Sonne, Mond und Sterne (in umgekehrter Reihenfolge) zu finden, reist ihr durch verschiedene Gefilde und lernt die unterschiedlichsten Figuren kennen, die euch auf eurem Weg begleiten und unterst√ľtzen wollen. Euer treuester Wegbegleiter ist Igniculus, ein leuchtendes, tropfenf√∂rmiges Gl√ľhw√ľrmchen, das euch als Freund auf allen Wegen begleitet, Sammelobjekte innerhalb und au√üerhalb von K√§mpfen einsammelt, Gegner blendet, und diversen Apperaturen Energie spendet: Igniculus ist sozusagen die eierlegende Wollmilchsau des Spiels. In der PC-Version wird das kleine freche Kerlchen √ľber eure Maus gesteuert, wobei ihr mit der linken Maustaste Energie freisetzen k√∂nnt um einige der zuvor genannten Aktionen zu aktivieren. Die Steuerung von Aurora und Igniculus ist intuitiv und funktioniert mit der Maus gut, wer gerade einen Freund zu Besuch hat, kann nat√ľrlich auch diesen das blaue Gl√ľhw√ľrmchen steuern lassen. Auch andere Weggef√§hrten, die zum Gro√üteil nur innerhalb der Kampfansicht sichtbar sind, unterst√ľtzen euch im Verlaufe des Spiels mit unterschiedlichen F√§higkeiten wie m√§chtigen Zaubern, kr√§ftigen Schl√§gen oder schnellen Pfeilattacken.

Tapfer gegen wilde Ungeheuer

Kampfansicht? Ja, im magischen Reich Lemuria muss auch die junge Prinzessin zum Schwert greifen um dunkle Kreaturen, die ihr das Leben schwer machen wollen, in die Flucht zu schlagen. W√§hrend man mit Aurora durch die unterschiedlichen Landschaften reist, stellen sich ihr immer wieder angriffslustige Lebewesen in den Weg. Igniculus k√∂nnte diese zwar blenden, sodass man vorbeischleichen k√∂nnte, doch durch einen Kampf erh√§lt die Gruppe Erfahrung, neue F√§higkeiten oder Kristalle, die kombiniert werden k√∂nnen und mit dessen Werte verbessert werden k√∂nnen. Beginnt ein Kampf wechselt die Perspektive: In der eigenen Gruppe k√∂nnen maximal zwei Mitglieder gleichzeitig k√§mpfen, w√§hrend auf der Seite der Gegner bis zu drei b√∂sartige Monster auf einen lauern k√∂nnen. Das Active-Time Battle System des Spiels ist grunds√§tzlich simpel, erfordert aber etwas Geschick beim Einsch√§tzen von Zeit, denn eine gemeinsame Balkenleiste gibt vor, wann die eigenen Charaktere oder feindlichen Monster angreifen. Werdet ihr bei einer Vorbereitung auf einen Angriff gest√∂rt (innerhalb des roten Bereichs am Ende des Balkens), weil zum Beispiel einer eurer Gegner schneller ist, wird der Angriff des Charakters unterbrochen und ihr f√§llt in der Zeitleiste zur√ľck: Da dies jedoch auch umgekehrt der Fall ist, kann man durch geschicktes Absch√§tzen von Zeit daf√ľr sorgen, dass Kreaturen M√∂glichkeiten auf eine Attacke verlieren. Igniculus ist hierbei eine wichtige Figur, da das Gl√ľhw√ľrmchen die Kreaturen der Dunkelheit durch Blenden ausbremsen kann. Wenn man sich allerdings beim Verlangsamen versch√§tzt, kann es passieren, dass man in einem Angriff unterbrochen wird, weil man selbst eventuell nicht schnell genug ist.

Wie auch bei anderen Spielen kann man in ‚ÄúChild of Light‚ÄĚ in einen Hinterhalt geraten, oder mit Vorteil starten, je nachdem ob man den Gegner von hinten erwischt oder selbst von hinten √ľberrascht wird. Durch Erfahrung k√∂nnen eure Reisebegleiter, wie bei klassischen Rollenspielen, an Level steigen und so Werte wie Lebenspunkte, Magie, St√§rke und √Ąhnliches verbessern. Auch hat jeder Charakter einen eigenen F√§higkeitenbaum, dessen Bl√§tter ausgebaut werden k√∂nnen um neue m√§chtige Angriffe zu erhalten. Die F√§higkeiten der Charaktere variieren hierbei: Aurora kann zum Beispiel magische Lichtangriffe auf Feinde loslassen, andere Helden verlangsamen Gegner, beschleunigen Gruppenmitglieder, setzen Heilmagie ein oder sie sind einfach nur sehr stark im Angriff. Insgesamt ist das Kampfsystem wenig komplex und etwas abwechslungsarm, aber dank fehlender Frustmomente ist der Spielspa√ü auf jeden Fall vorhanden. Versierte Rollenspiel-Veteranen sollten unbedingt den h√∂heren Schwierigkeitsgrad ausw√§hlen um in K√§mpfen gefordert zu werden.

Neben K√§mpfe gibt es in ‚ÄúChild of Light‚ÄĚ ebenso einige R√§tsel, in denen man meist Kisten verschieben oder mittels Igniculus bestimmte Objekte beleuchten muss. Diese sind nicht sonderlich schwierig, aber allgemein macht das Erkunden und das Interagieren mit der Umwelt der visuell wundersch√∂nen Spielwelt sowieso am meisten Spa√ü.

Fazit

florian

Ubisoft ist mit Child of Light ein kleines Meisterst√ľck geworden, das gar nicht erst versucht sich mit der gro√üen Konkurrenz des Genres zu messen, sondern es schafft auf eigene Weise zu √ľberzeugen. Die vielf√§ltige Welt sieht nicht nur hervorragend aus, auch der Sountrack ist gelungen, gerade die pr√§gende Melodie des Spiels hat Ohrwurm-Potential. Die Mischung aus Platformer und Rollenspiel ist gut umgesetzt, ebenso macht das Kampfsystem Spa√ü. Die Geschichte selbst ist eher oberfl√§chlich und besitzt wenig tiefergehende Substanz, aber dies liegt teilweise auch an der Aufmachung des Spiels. Die charmante Spielwelt bietet eine stimmungsvolle Atmosph√§re, die absolut einen kurzen Ausflug ins Land Lemuria wert ist. In diesem Sinne: Auf ins n√§chste Reiseb√ľro!

PRO
  • grandiose Atmosph√§re
  • empfehlenswertes M√§rchen
  • tolle Soundkulisse
  • gute Mischung aus Platformer und RPG
CON
  • Geschichte eher oberfl√§chlich
  • Kampfsystem fehlt etwas Abwechslung
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