Review

Blackguards 2

Blackguards 2 spielt einige Jahre nach dem ersten Teil und erzählt die Geschichte von Cassia von Tenos, die eines Tages in einem Verlies erwachte, das sich unter der Arena von Mengbilla befindet. Während sie versuchte aus dem Labyrinth zu entkommen, kämpften ober ihr die Helden aus dem ersten Teil gegen die "Neun Horden" und wurden zu legendären Gladiatoren. Als sie endlich den Ausweg gefunden hatte, waren ihr die Strapazen wörtlich ins Gesicht geschrieben, da das Gift der Spinnen, mit der sie ihr Gefängnis teilte, ihr Gesicht entstellt hat. Nun machte sie sich auf den Weg um die legendären Gladiatoren Takate, Zurbaran und Naurim zu rekrutieren um mit ihrer Hilfe das Land zu erobern und an Marwan Rache zu üben. Nachdem sie deren Unterstützung zugesichert bekam, befreite sie mit ihrer HIlfe die Söldner der "Stummen Legion", die von Faramut angeführt werden und für ihre Grausamkeit berühmt waren.

Interface

blackguards-2-preview-07Auf dem ersten Blick scheint es als hätte sich im Vergleich zum ersten Teil nicht viel verändert, doch werden unter der Lupe ein paar Verbesserungen sichtbar. Die Werte der Rüstungen sowie der Waffen sind nun übersichtlicher gestaltet und auch die Auswirkung auf den Träger sind um einiges ersichtlicher. Im Inventar wird jedoch immer noch sehr wenig auf einer Seite angezeigt und bei Einkäufen ist es immer noch umständlich den Charakter auszuwählen um die Werte eines Gegenstandes im Bezug auf diesen zu sehen.

Im Charaktermenü können die grundlegenden Eigenschaften wie Stärke nicht mehr verbessert werden. Dies geschieht automatisch mit den ausgewählten Fähigkeiten. Weiters wurden Zweihand-Hiebwaffen und Stäbe zusammengefasst und Degen vollständig gestrichen. Ebenfalls verschwunden sind Bandagen.

Neu hinzugekommen sind Talismane, die verschiedenen Wirkungen auf denjenigen haben, der sie trägt. Wie Tränke oder Wurfwaffen werden diese am Gürtel befestigt.

Karte

blackguards-2-review-02Auf der Karte werden die verschiedenen Stützpunkte und Städte angezeigt, sowie die Wege mit denen sie erreicht werden können. Die Reihenfolge in der diese erobert werden, ist dem Spieler überlassen, wobei die einzige Einschränkung die Erreichbarkeit ist. Bei jedem Punkt wird angezeigt, welche Verbesserungen durch eine Eroberung erlangt werden. Diese betreffen meist die Söldner, doch können sie auch auf etwas anderes eine Auswirkung haben. Eroberte Städte können besucht werden, während die restlichen Stützpunkte keinen weiteren Zweck erfüllen.

blackguards-2-review-05In den Städten befinden sich Händler, bei denen eingekauft werden kann, doch auch Interaktionen mit den Helden sind hier möglich. Faramut, der immer darauf aus ist jemandem das Leben zu nehmen, würde in diesen gerne „die Maden zertreten“ wie er es so schön formuliert. Dies ist jedoch erst möglich nachdem der Spieler zugestimmt hat. Weiters ist auch Riz anzutreffen, der gegen Gold Informationen über die Gegend und Personen austauscht, die beim Verhör, auf das ich später noch kommen werde, sehr hilfreich sein können.

Neben den einfachen Stützpunkten und Städten gibt es noch die Zufluchtsstätten der Schöpfer. Diese erschaffen für Marwan Kreaturen, die mit Melodien kontrolliert werden können. Diese Melodie, genau genommen die Noten, die für die Kreaturen des jeweiligen Schöpfers geschrieben wurden, können dort gefunden werden. Die Kontrolle über diese kann danach erlangt werden, indem die Melodie auf einer Orgel gespielt wird, die sich auf dem Schlachtfeld befindet. Jede Kreatur, die in einem Bannkreis, der auf dem Boden aufgezeichnet ist, wird dazu gebracht die Seite zu wechseln. Gesteuert werden diese nicht direkt vom Spieler, sondern agieren von selbst.

Zusätzlich zu den Städten kann das eigene Lager von Cassia besucht werden, das immer erreichbar ist. Der Wechsel erfolgt dabei ohne Ladezeit, die im Vorgänger ein ständiger Begleiter war. Dort kann man mit den Helden sprechen, Ausrüstung kaufen, Fertigkeiten verbessern, Übungskämpfe abhalten und Gefangene verhören.

Verhör

blackguards-2-review-04Nach einigen Kämpfen werden wertvolle Feinde nicht auf der Stelle hingerichtet, sondern zum Verhör in das Lager gebracht. Dabei kann man den Gefangenen entweder drohen, ihn anlügen oder ihm ein Angebot machen. Hier sind die Informationen von Ritz gut zu gebrauchen, doch wie man diese einsetzt ist immer ein Rätsel, da unklar ist welche der drei Optionen ausgewählt werden muss. So ist es mir zum Beispiel nicht klar, ob ich drohen soll ein Geheimnis zu verraten oder das Angebot machen soll es für mich zu behalten.

Ist das Verhör erfolgreich, erhält man Informationen, die die Eroberung eines anderen Ortes erleichtern können. Sollte man scheitern, ist die Fragestunde beendet und ein weiterer Versuch ist nicht möglich. In so einer Situation kann man den Gefangenen wenigstens noch erhängen um seinen Frust zu lindern anstatt ihn laufen zu lassen.

Entscheidungen

Im Laufe des Spiels hat der Spieler die Möglichkeit Entscheidungen zu treffen, die eine Auswirkung auf den Spielverlauf haben. Zu diesen zählen die Verhöre, deren Ausgang unterschiedlich sein kann, Interaktionen mit den Verbündeten, durch diese sie beeinflusst werden, die Zustimmung zu Faramuts „Ausflügen“ in den Städte, sowie andere. Wurde eine Entscheidung getroffen, ertönt ein dumpfes „Ding“.

Die Auswirkungen der meisten Entscheidungen werden jedoch erst gegen Ende des Spiels sichtbar.

Kämpfe

blackguards-2-review-06Jeder Kämpfer verfügt nun über eine Ausdauer, die wie die Astralenergie der Magier funktioniert. Ausdauer wird verbraucht, wenn Spezialattacken ausgeführt werden und kann mit Tränken wiederhergestellt werden. Durch das Erlernen und verbessern einer Fähigkeit kann diese, sowie die Astralenerigie, beim Beginn jeder Runde etwas regeneriert werden. Nur die Lebensenergie kann dadurch nicht erhöht werden.

Ebenfalls neu ist die Möglichkeit einen Kämpfer den Befehl zu geben in Deckung zu gehen. Dies wird auch von den Gegnern gemacht, wodurch es besonders schwer werden kann die feindlichen Bogenschützen zu treffen.

blackguards-2-review-08Vor einem Kampf kann festgelegt werden, wer mit den Helden in die Schlacht zieht. Dies sind meist ein paar Söldner der „Stummen Legion“. Von diesen gibt es drei verschiedene Klassen: Schwertkämpfer, Bogenschützen und Speerkämpfer. Weiters erhält man im Laufe des Spiels drei weitere Krieger, die anstelle der Söldner ausgewählt werden können. Manchmal ist es nötig, dass sich die Gruppe aufteilt, wobei einer der Helden, mit Ausnahme von Cassia, mit mehreren Unterstützern in die Schlacht zieht.

Nachdem die Auswahl getroffen wurde, wird das Schlachtfeld angezeigt und die Aufstellung der Helden kann festgelegt werden. Dafür steht meist nur ein kleiner Bereich zur Verfügung. Dennoch können derartige Kleinigkeiten einen großen Unterschied machen. Die Helden werden in der Reihe aufgestellt, in der sie auch zum Zug kommen. Über eine Reset-Funktion kann damit erneut begonnen werden.

blackguards-2-review-03Die Arenen, in denen die Schlachten ausgetragen werden, sind meist um einiges größer als die des ersten Teils. Auch gibt es nun Höhenunterschiede durch Erhebungen und Mauern. Auch die Anzahl der Kämpfer, die sich auf dem Schlachtfeldern tummeln, wurde merklich erhöht. Es ist auch öfters der Fall, dass der Feind Verstärkung erhält, auch wenn kein Alarm geschlagen wurde. Doch auch der Spieler selbst kann sich manchmal über Nachschub freuen, auch wenn dies nur sehr selten der Fall ist. Leider gibt es zahlreiche Situationen, wo der Spieler seine noch lebenden Krieger zu einer gewissen Stelle bringen muss, ehe die Schlacht als beendet gilt, was sehr lange dauern kann, da auch der Feind seine Truppen in jeder Runde herumschickt und, wenn dieser noch Verstärkung bekommt, es immer länger dauert. Natürlich sind auch die Interaktionen mit der Umgebung wieder vorhanden und bei den Kistenstapeln wird nun durch einen Pfeil angezeigt, in welche Richtung der Stapel fällt.

Gelegentlich muss ein eroberter Ort von Marwans Truppen verteidigt werden, um den Bonus, der mit dem Ort verbunden ist, nicht zu verlieren. Dabei ziehen meist nicht die eigenen Helden in den Kampf, sondern die Söldner der „Stummen Legion“. Bei diesen Kämpfen kann nicht nur die Aufstellung der Einheiten festgelegt werden, sondern auch Fallen an bestimmten Plätzen aufgestellt werden.

Schwierigkeit

Möchte man einen Gegner angreifen, wird die Wahrscheinlichkeit, mit der der Angriff gelingt, in Prozent angezeigt. Diese sind nun fast immer 100%, was im Vorgänger eher die Ausnahme war. Nur bei Spezialattacken oder schlecht positionierten Bodenschützen findet man geringere Werte vor. Beim Ausführen von Zaubern wurde die Erfolgswahrscheinlichkeit völlig entfernt und gelingen immer, was das Spiel um einiges frustfreier, aber auch leichter macht.

Eine etwas subtilere Änderung ist die Art wie die Gegner entscheiden wen sie angreifen, wenn mehrere in ihrer Reichweite sind. Oft entschloss sich ein Feind nicht den Magier, sondern einen Krieger anzugreifen, obwohl Ersterer eine viel leichtere Beute gewesen wäre.

KI

Im Großen und Ganzen ist die KI der Gegner gut, doch kann sie auch ziemliche Probleme haben:

  • Gelegentlich scheinen gegnerische Krieger ab einem Punkt einfach aufzugeben und stehen herum, während sie von allen Seite mit Knüppel und Schwertern geschlagen werden.
  • Ist der Weg zum Geschehen abgeschnitten laufen sie hin und her anstatt einfach auf den nächsten Zug zu warten.
  • Abseits vom Tumult lassen sie manchmal ihren Frust an herumstehenden Kisten und Fässern aus, die sie grundlos zerstören, statt ihren Hintern in Richtung der Konfrontationen zu bewegen.
  • Brennende Böden meiden sie nicht, selbst wenn es leicht möglich wäre und Bogenschützen bleiben gelegentlich über mehrere Runden im Feuer stehen.

In den meisten Kämpfen gehen kleinere Fehlgriffe der KI unter, doch erlangte ich bei einigen den Sieg nur aufgrund grober Fehlentscheidungen des Gegners, die mich mehr störten als jede Niederlage.

Fazit

stefan

Die Handlung ist im Vergleich zum Vorgänger um einiges überschaubarer. Das Ziel ist von Anfang an klar definiert und die weiteren Geschehnisse sind nicht zu umfangreich. Die Charaktere sind interessant, auch wenn manche ein bisschen überzogen wirken. Auf den ersten Blick hat sich im Vergleich zum Vorgängers nur wenig geändert, da auf Änderungen der Änderungen wegen verzichtet wurde. Dennoch wurden viele Kleinigkeiten verbessert, die das Spiel etwas simpler machen. Degen und Bandagen wurden entfernt und Zweihand-Hiebwaffen mit Stäben in einem Waffentalent vereint. Die Werte der Waffen und Rüstungen sind übersichtlicher, sowie die Auswirkung, die sie auf den Träger haben. Da man durch die Trainer im eigenen Lager alle Fertigkeiten erlernen und verbessern kann, sowie vieles bei der dortigen Händlerin erwerben kann, ist es nicht mehr nötig zahlreiche Städte auf der Suche nach etwas Bestimmten abzuklappern. Während dem Spielverlauf kann der Spieler mehrmals Entscheidungen treffen. Die meisten davon haben jedoch erst am Ende des Spiels eine Auswirkung. Das Spiel ist immer noch eine Herausforderung, doch wurden auch einige Dinge merklich vereinfacht. Besonders das Ausführen von Zaubersprüchen, das nun immer funktioniert, macht das Spiel um einiges leichter. Sollte man bei einem Kampf nicht weiterkommen, kann man auch jederzeit die Schwierigkeit anpassen.

PRO
  • Abwechslungsreiche Schauplätze
  • Interessante Handlung & Charaktere
  • Viele Möglichkeiten bei der Ausbildung der Einheiten
  • Fordernde Kämpfe
CON
  • KI der Gegner kann Aussetzer haben
  • Verhöre sind frustrierend
  • Kämpfe können sich in die Länge ziehen
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