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Bau-Simulator 2015

Während im Vorgänger ein Auftrag nach dem anderen abgearbeitet wurde, kann der Spieler nun selbst entscheiden, was er als nächstes machen möchte. Über das Menü können die Angebote betrachtet werden und welche Arbeitsschritte nötig sind. Nach der Annahme müssen zuerst die nötigen Gerätschaften zur Baustelle gebracht werden, die sich auf einem Grundstück in der frei befahrbaren Welt befindet.

Diese besteht, oberflächlich betrachtet, aus einem Dorf, in dem das Spiel startet, und aus einer Stadt, in welche das Bauunternehmen nach kurzer Spielzeit verlegt wird. Dazwischen befinden sich noch andere Bauwerke, Straßen und Wiesen.
Um die Fahrzeit zu überspringen, kann man die Fahrzeuge auch direkt zur Baustelle oder einem anderen Ort teleportieren lassen. Nur Fahrzeuge mit einem Anhänger oder einer Ladung müssen selbst gefahren werden.
Weiters kann der virtuelle Bauarbeiter über ein Menü sofort hinter das Steuer der verschiedenen Fahrzeuge gesetzt werden. Diese Optionen zeigen bereits, dass das Spiel nicht besonders schwer ist und selbst wenn man versucht diese Funktionen nicht zu verwenden, fällt es schwer das Spiel durch eigene Auflagen schwerer zu gestalten. Dazu später noch mehr.

An der Baustelle mit dem richtigen Gerät angekommen, kann sofort mit der Arbeit begonnen werden. Durch Markierungen ist der Bereich, der dafür vorgesehen ist, klar zu erkennen. Da bei der Durchführung keine Perfektion gefragt ist, gilt die Arbeit schon als abgeschlossen, nachdem der größte Teil erledigt ist. Wie viel noch erwünscht ist, lässt sich über einen Balken feststellen, der sich mit der Zeit füllt.

Die Aufträge sind in mehrere Teilaufgaben zerteilt und mit einem knappen Hinweis wird der Spieler über die Aufgabe des nächsten Schritts in Kenntnis gesetzt, was sich so lange wiederholt bis der Auftrag zuende ist.
Nach jedem erledigten Arbeitsschritt warten neben Geld noch Erfahrungspunkte auf den Spieler, mit denen Levels aufgestiegen werden können.

Arbeiter

Sollte dabei eine Tätigkeit dabei sein, an der man keinen Gefallen findet, ist es möglich die Arbeit an einen Mitarbeiter zu übergeben. Diese müssen vom Spieler eingestellt werden und nachdem bestimmte Levels erreicht wurden, können weitere Stellen vergeben werden.
So ist es möglich Material für den nächsten Arbeitsschritt zu besorgen, während der Aktuelle von einem Mitarbeiter erledigt wird. Zusehen kann man ihnen bei der Arbeit nicht, was nicht besonders schön ist, doch viel unrealistischer ist, dass sie kein Fahrzeug brauchen.

Die Zuteilung der Arbeiter ist etwas umständlich gestaltet. Zuerst muss das Menü aufgerufen werden und danach die aktuellen Aufträge. Dort muss der mit der unliebsamen Tätigkeit ausgewählt und ein Arbeiter zugeteilt werden. Da diese schnell erledigt werden und die Bezeichnungen und Bilder mit der Zeit alle beginnen gleich auszusehen, kann es leicht passieren, dass der falsche Auftrag ausgewählt wird.
Während dem Spielen kann man zu jeder Zeit rechts oben zwischen den angenommen Aufträgen wechseln und es wäre eine große Erleichterung, wenn man hier auch die Arbeiter zuteilen könnte.

Aufträge

Die verfügbaren Aufträge werden durch die Fahrzeuge bestimmt, die der Spieler erworben hat. Da es keine Einschränkungen gibt, welche Fahrzeuge als nächstes gekauft werden, müssen diese an den Fuhrpark angepasst werden, damit es zu keinen frustrierenden Situationen kommt. Leider funktioniert dies nicht ganz einwandfrei und ich konnte Aufträge annehmen, für deren Abschluss ich die Betonpumpe benötigt hätte, jedoch nur den Zementmischer hatte. Sollte man zu dieser Zeit einen freien Arbeiter haben, kann diesem die Aufgabe zugeschoben werden, der diese problemlos ohne das nötige Gerät erledigt.

Da die verfügbaren Aufträge vom eigenen Fuhrpark abhängen, werden sie mit der Zeit immer abwechslungsreicher. Besonders am Anfang muss man oft zwischen dem Baumaterialhändler und den Baustellen pendeln. Später ist diese Tätigkeit immer noch oft gefragt, doch sind dann Mitarbeiter griffbereit, die diese kommentarlos übernehmen.
Natürlich wiederholen sich auch mit einem fertig ausgebauten Fuhrpark die Aufträge mit der Zeit, doch bis dahin dauert es sehr lange.

Wirklich Hand anlegen kann man eigentlich nicht. Rohre müssen geliefert werden, verlegt werden sie automatisch. Ziegel, die mit einem Kran auf das Dach eines Hauses gehoben werden, erscheinen als Wand, nachdem der Arbeitsschritt erledigt wurde.

Fahrzeuge

Die Auswahl an Fahrzeugen ist nicht besonders groß, doch ausreichend. Meist gibt es für eine Tätigkeit nur ein geeignetes bzw. vorgesehenes Fahrzeug. Sollte es jedoch mehrere Möglichkeiten geben etwas zu erledigen, hat der Spieler die Freiheit dies zu tun.

Dass die Entwickler bei dem Spiel auch sehr auf die Physik geachtet haben, bemerkt man besonders beim Transport von unbefestigten Lasten. Diese machen sich in Kurven und bei starken Bremsungen selbständig. Auch Lasten, die mit einem Kran vom Boden gehoben werden, verhalten sich wie man es erwartet. Perfekt ist es zwar nicht, doch auf jeden Fall ausreichend. Leider wurden Zusammenstöße mit anderen Verkehrsteilnehmern und Schildern nicht so gut umgesetzt.

Die Steuerung funktioniert gut, doch sollte für den Bagger und den Kran ein Gamepad verwendet werde, da die Tastatur bei diesen nicht besonders angenehm ist.
Ein Problem gibt es jedoch, das mich gelegentlich heimgesucht hat. So kam es vor, dass ich Funktionen meines Fahrzeuges nicht verwenden konnte. Einen Kran konnte ich einmal nicht nach rechts drehen und der Gabelstapler weigerte sich einige Male zu funktionieren. Nach der Verwendung der Reset-Funktion funktionierte wieder alles wie gewohnt. Ein weiteres Problem, welches dieses Spiel wie so viele andere plagt ist, dass die Ladung eines Anhängers nach dem Laden eines Spielstands ein Eigenleben entwickelt.

Schwierigkeit

Wie bereits erwähnt, ist das Spiel sehr leicht gestaltet, doch da dies offensichtlich beabsichtigt war, wäre es idiotisch dies zu kritisieren. Dennoch sollte dies beachtet werden. Es gibt keine Möglichkeit zu verlieren, kein Zeitlimit, kein Schaden, der verursacht werden kann, und Treibstoffverbrauch gibt es auch nicht. Durch den großzügigen Einsatz der Reset-Funktion können Kräne mit einem Knopfdruck wieder in die Ausgangsposition gebracht werden und Stützen eingefahren werden. Gräbt man mit dem Bagger ein Loch, kann die Erde auf dem ganzen Grundstück verteilt werden, ohne dass sich jemand beschwert. Beim Abladen von Baumaterial kann man alles von der Ladefläche rutschen lassen und sollte etwas nicht im vorgesehenen Bereich landen, muss es nur mit einem Fahrzeug hinen geschoben werden.

Multiplayer

Nachdem ein Spielstand geladen wurde, kann man jederzeit sein Spiel für andere Mitspieler freigeben, indem im Menü die nötigen Einstellungen getätigt werden. Über eine Chat-Funktion lässt sich die Arbeit mit den Mitspielern koordinieren, auch wenn dieser ein kleines Problem hat, das sehr lästig werden kann:
Üblicherweise wird mit der Enter-Taste eine Nachricht versendet und gleichzeitig die Chat-Funktion beendet. Im Bausimulator bleibt diese jedoch aktiv und möchte man nach dem Absenden mit seinem Fahrzeug weiterfahren, wird das Textfeld mit dem Buchstaben w gefüllt.
Wurde ein Auftrag abgeschlossen, werden alle Mitspieler bezahlt, wobei das Geld auf ihr eigenes Konto kommt, das sie auch im Singleplayer-Modus verwenden.

Modding

Die Tools, die benötigt werden um das Spiel zu modifizieren, sind noch in Arbeit.

Fazit

stefan

Da der Spieler nun selbst entscheidet, welche Aufträge angenommen werden und unliebsame Tätigkeiten Mitarbeitern zuteilen kann, ist es leichter nur das zu machen, was man auch möchte. Dennoch wird es schwer, wenn es für jemanden nur eine einzige akzeptable Arbeit gibt. Eine Aufgabe, die der Spieler oft zu erledigen hat, ist der Transport von Baumaterial zur Baustelle. Bei diesen erkennt man auch, dass man selbst eigentlich kaum Hand anlegen kann. Automatisch werden Rohre verlegt, Dächer gedeckt und Wände aus Zielgesteinen erbaut. Die verfügbaren Aufträge hängen vom eigenen Fuhrpark ab, der nach den Vorlieben des Spielers erweitert werden kann. Die offene Spielwelt ermöglicht es, dass stehengelassene Fahrzeuge nach dem Beenden eines Auftrages immer noch dort stehen, wo sie abgestellt wurden, was auch für überschüssiges Baumaterial gilt. Sollte ein Fahrzeug benötigt werden, kann dieses einfach zu bestimmten Orten teleportiert werden bzw. der virtuelle Baumeister hinter das Steuer. Das Spiel ist sehr leicht gestaltet. Möchte man es etwas schwerer haben, muss man sich selbst Einschränkungen auferlegen, da es keine Möglichkeit gibt die Schwierigkeit zu ändern.

PRO
  • Entscheidungsfreiheit bei Aufträgen
  • Mitarbeiter können Arbeiten erledigen
  • offene Spielwelt
CON
  • Viele Tätigkeiten werden automatisch erledigt
  • Fahrzeuge reagieren manchmal nicht und müssen zurückgesetzt werden
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