Review

Agatha Christie – The ABC Murders

Die Geschichte spielt im Jahr 1935 - eine Zeit, in der es keine Handys oder Überwachungkameras gab. Hercule Poirot und sein Assistent Hastings erhalten Briefe, in denen ein Mord in einer Stadt angekündigt wird, die mit demselben Buchstaben beginnen wie das zukünftige Opfer. Wer macht so etwas und warum?

Gameplay

Der Spieler schlüpft in die Rolle des Privatdetektiven Poirot und steuert seine Handlungen. Von Hastings kann keine Hilfe erwartet werden – er ist nur dazu da Angehörige zu finden und herzubringen.

agatha-christie-the-abc-murders-beobachtungVor der ersten Unterhaltung mit einer Person, wird diese genau unter die Lupe genommen: Der Mauszeiger verwandelt sich zu einem Kreis und je näher man an eine interessante Stelle kommt, desto größer wird er und umso verschwommener der Hintergrund. Danach wird automatisch eine gefundene Eigenschaft eingeblendet, wie zum Beispiel „zerknitterte Kleidung“. Die Idee ist grundsätzlich gut, doch leider beschränkt sich die Beobachtung auf bestimmte Stellen und „zerknitterte Kleidung“ wird nur an einer Stelle angezeigt, obwohl es für andere auch gültig wäre. Solche Beobachten werden auch am Tatort durchgeführt.

agatha-christie–the-abc-murders-personenIm Gespräch mit einer Person gibt es mehrere Antwortmöglichkeiten zur Auswahl. Diese unterscheiden sich hinsichtlich des Temperaments, also ob jemand beschuldigt, angelogen oder getröstet werden soll. Es gibt keine Möglichkeit seine Entscheidung zu ändern, aber wenn ein Gespräch völlig in die falsche Richtung verläuft, greift Hastings schlichtend ein.

Ein Inventar, wie es in Adventures üblich ist, gibt es auch. Nur beinhaltet es wenige Dinge, die von Poirot automatisch eingesteckt werden.

Aufgelockert wird das Ganze mit Rätselaufgaben, bei denen es sich meistens um einen Öffnungs-Mechanismus handelt. Diese wiederholen sich zum Glück nicht, aber da es keine Anleitung gibt, endet es manchmal in sturem Ausprobieren aller Möglichkeiten. Dabei hört man oft ein Geräusch, dass darauf hinweist, dass sich etwas geändert hat. Was sich jedoch genau geändert hat ist nicht immer offensichtlich und es kann noch eine Weile dauern bis man das System durchschaut hat.

Nett ist folgende Idee, bei der die kleinen grauen Zellen angestrengt werden müssen: Eine Frage wird gestellt, für die ein bis drei Antworten gegeben werden müssen. Die Antworten werden aus einem Pool an gesammelten Indizien ausgewählt und wenn die richtigen gefunden wurden, ergibt sich daraus automatisch die Antwort auf die Frage. Diese Vorgangsweise erinnert auch an Sherlock Holmes: Crimes & Punishments nur mit dem Unterschied, dass dort auch falsche Schlüsse gezogen werden konnten.

agatha-christie–the-abc-murders-leicheEin weiteres Gameplay-Element ist die Rekonstruktion des Mordes welches als Video dargestellt wird. Wer gut aufgepasst hat, wird keine Probleme mit den Fragen haben, deren richtige Beantwortung das Video fortschreiten lässt. Einzig die Stichwörter können verwirrend sein, wenn mit „von links“ gemeint sein kann, „von links aus dem Versteck zu kommen“ oder „auf der linken Seite anzugreifen“. Wenn eine Entscheidung falsch getroffen wird, beginnt das Video einfach wieder von vorne.

Im Laufe des Spiels kann Poirot Ego-Punkte sammeln, indem in Gesprächen Antworten ausgewählt werden, die er auch gegeben hätte. Auch Blicke in den Spiegel erhöhen diesen Punktestand.

Wer keine Maus verwenden will kann das Spiel auch mit einem Gamepad steuern.

Grafik und Sound

Die Grafik ist im Comicstil gehalten. Die Orte haben eine Tiefe, aber genau deshalb ist es schwer die Figur dorthin zu bewegen, wo man sie haben möchte. Oft stößt man so gegen unsichtbare Hindernisse.

Da die Entwickler aus Frankreich kommen ist die Sprachausgabe auf Französisch und Englisch erhältlich. Die englischen Sprecher haben dabei gute Arbeit geleistet und die französischen Phrasen geben dem belgischen Detektiv mehr Charakter. Die deutschen Untertitel übersetzen leider nicht alles perfekt.

Fazit

andrea

Das Adventure punktet mit abwechslungsreichen Aufgaben, auch wenn die Ideen schon von einem anderen Spiel bekannt sind. Da die Schwierigkeit nicht allzu hoch ist und keine gewalttätigen Szenen enthalten sind, werden auch Jüngere ihre Freude mit dem Spiel haben. Die Auflösung des Falls ist etwas kurz geraten, weshalb ich empfehle bei offenen Fragen das schon lange erschienene Buch zu lesen. Bis auf die teilweise holprige Steuerung der Spielfigur spielt es sich sehr flüssig. Gespeichert wird das Spiel automatisch. Die Möglichkeit selbst einen Speicherstand anzulegen gibt es nicht.

PRO
  • abwechslungsreiche Rätsel
  • verschiedene Detektiv-Methoden
CON
  • mühsame Steuerung
  • ungenaue Übersetzung
  • keine eigenen Speicherstände
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